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Ist das gesund? Vegane Kita eröffnet in München - Ernährungswissenschaftler sind skeptisch

In der Sendlinger Einrichtung mit dem Namen "Erdlinge e.V." sollen sich Kinder im Alter von anderthalb bis sechs Jahren komplett vegan ernähren. Die Anmeldeliste für den Start im November 2018 ist schon voll. Ernährungswissenschaftler hingegen sind skeptisch.

Von: Caroline Eichhorn

Stand: 29.05.2018

ARCHIV - 21.11.2014, Brandenburg, Lübbenau: Männliche Auszubildende zum Erzieher im 1. Lehrjahr, betreuen im AWO-Kindergarten «Diesterweg» Kinder beim Mittagessen. In Schleswig-Holstein ist der Männer-Anteil an den Kita-Erziehern noch gering, hat aber deutlich zugenommen.   (zu dpa «Männer als Kita-Erzieher noch eine kleine Minderheit» vom 19.05.2018) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Anna-Sophie Staudacher ist Mutter einer 17-monatigen Tochter, sie lebt vegan, verzehrt also ausschliesslich pflanzliche Lebensmittel - und ernährt auch ihr Kind so. Als sich Staudacher auf die Suche nach veganen Betreuungseinrichtungen für ihre Tochter gemacht hat, hat sie kaum welche gefunden. Anderen Eltern in ihrem Umkreis ginge es genauso. Daher fassten sie den Plan: Wir schaffen selbst eine vegane Initiative. Im Oktober 2017 trafen sie sich zum ersten Mal. Zwei Monate später gründete die Gruppe den Verein „Erdlinge e.V.“.

"Wir möchten unseren Kindern vermitteln, dass Tiere Lebewesen mit Rechten sind und geachtet werden sollen. Das ist schwierig, wenn nebenbei in das Wurstbrot gebissen wird."

Anna-Sophie Staudacher, Sprecherin der Elterninitiative Erdlinge e.V.

Elterninitiative: Auch nicht Nicht-Veganer dabei

Die Eltern-Initiative hat zwölf Mitglieder – darunter auch Nicht-Veganer. Im Moment läuft der Antrag für die baulichen Änderungen der Räume in der Münchner Brudermühlstraße. Für Miete, Umbau und Einrichtung benötigen die Eltern etwa 11.000 Euro, die sie unter anderem mit einer Online-Spendenaktion zu sammeln versuchen. Im November soll die Kita ihren Betrieb aufnehmen.

Vegane Ernährung bei Kleinkindern - Wissenschaftler sind skeptisch

Vegane Ernährung für Kleinkinder? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist skeptisch. Aktuell gäbe es noch nicht genügend ausssagekräftige Studien. Bis dahin empfiehlt die DGE keine vegane Ernährung für Kleinkinder.

"Hauptgrund ist, dass Vitamin B12 über vegane Ernährung nur sehr sehr schwer gedeckt werden kann. Und es gibt noch weitere kritische Nährstoffe auf die zu achten ist. Wenn Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase vegan ernährt werden sollen, setzt es voraus, dass man sich im Rahmen der Ernährung schon sehr gut auskennen sollte."

Sonja Fahmy, Ernährungswissenschaftlerin DGE

Die gleiche Meinung vertritt das Kompetenzzentrum für Ernährung in Bayern (KERN).

"Aufgrund des höheren Nährstoffbedarfs von Kindern und Jugendlichen empfehlen wir keine vegane Ernährung, sondern eine abwechslungsreiche Kost, die auch Milchprodukte beinhaltet."

Rosina Püttmann, Ernährungswissenschaftlerin KERN

Weniger skeptisch sind die Ernährungswissenschaftler gegenüber vegetarischer Kost- sie eigne sich auch für Kleinkinder. Im März 2018 hat die DGE Kriterien für vegetarische Menüs in Gemeinschaftsverpflegungen wie Kitas entwickelt.

Gut geplante vegane Ernährung

Anna-Sophie Staudacher von der Elterninitiative ist überzeugt: mit gut geplanter veganer Ernährung fehlt es ihrer Tochter an nichts. Sie gibt ihrer Tochter Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel und versucht mit Hirse und Haferflocken ausreichend pflanzliche Eisenquellen zu bieten.

"Aus unserer persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass vegane Ernährung für unsere Tochter gut funktioniert. Sie hat ordentliche Eisen- und B12-Werte und ist motorisch gut entwickelt. Unsere Kinderärztin ist jedes Mal hin und weg."

Anna-Sophie Staudacher, Sprecherin der Elterninitiative Erdlinge e.V.

Alle Kita-Plätze bereits vergeben

In Sendling gibt es genügend Eltern, die vegane Kost für ihre Kinder gutheißen. Schon zehn Tage nach dem Anmeldestart für die Kita "Erdlinge e.V." waren die angebotenen Plätze vergeben. Momentan würden sich täglich neue Interessierte melden, sagt Staudacher. Beim Personal hingegen sind die Stellen noch nicht vergeben. Die Initiative sucht sowohl ErzieherInnen als auch KinderpflegerInnen.


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Daniela Mayr, Mittwoch, 30.Mai, 07:39 Uhr

38. Vegane kita

Klasse, endlich eine vegane Kita!
Ich wünsche den Kindern eine fröhliche Zeit und leckere vegane Mahlzeiten.

thorie, Mittwoch, 30.Mai, 00:01 Uhr

37. wenn man die Posts der Veganer hier liest,

könnte man glauben, daß es sich um eine Sekte handelt, die die "Welt" bekehren wollen.

Klingeln die auch bald an der Haustür und fragen: " Wollen sie mit uns über Rübchen reden?"

  • Antwort von Wolf, Mittwoch, 30.Mai, 18:10 Uhr

    Andersrum wird ein Schuh daraus,empfehle Kommentar Nr. 34,ein wahres Wort gelassen ausgesprochen!

  • Antwort von Mitdenkender, Mittwoch, 30.Mai, 21:57 Uhr

    Ne, es gibt noch Menschen, die an Tatsachen interessiert sind. Aus fundierten Quellen (z.B. Publikationen).
    Dass z.B. tierische Produkte nicht nur zig-MRD andere Tiere pro Jahr töten, sondern auch die Menschen selber, die das konsumieren (sog. "Zivilisationskrankheiten": Herz- und Kreislauf, Krebs, Diabetes usw usf). Und auch die Psychologie (manche Tiere sind gleicher als andere: einige im Kindesalter geschlachtet und täglich gegessen, andere gestreichelt und geliebt, und wiederum andere sind wir selber...)

Hans Ostermair, Dienstag, 29.Mai, 23:55 Uhr

36. Vegane Kita

Ich denke, es sollte jedem selbst überlassen sein, wie und womit er sich ernährt. Die Beurteilung, ob für die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern und Heranwachsenden eine vegane oder vegetarische oder die vielzitierte "Allesfresser"-Ernährung am besten geeignet sind, sollte man jedoch getrost Fachleuten wie Kinder- und Jugendärzten und Ernährungswissenschaftlern überlassen. Ich halte es aber für höchst fragwürdig, wenn "Ernährungsapostel" in oberlehrerhafter, nahezu sektiererischer Art und Weise ihre vegane Weltanschauung unter die Leute zu bringen versuchen und leider Gottes sogar auch Familien mit Kindern darauf hereinfallen. Es bleibt nur zu hoffen, dass Eltern rechtzeitig erkennen, wenn ein Kind aufgrund veganer Ernährung Mangelerscheinungen zeigt und dann beizeiten gegensteuern. Eine vegane Kita halte ich jedenfalls für den falschen Weg.

Cosi , Dienstag, 29.Mai, 23:52 Uhr

35. Dummheit die weh tut.

Es ist wahnsinnig schick Veganer zu sein.Ich bin es nicht und halte davon auch nichts.
Aus pädagogischen Gründen sollte man Kindern umweltfreundliche Methoden nahe bringen.Jedes Kind soll aber selber entscheiden was es essen und probieren will.Kinder haben das Recht selber zu entscheiden was sie essen. denken und spielen wollen.Sie sind nicht das Eigentum von Eltern .

  • Antwort von Mitdenker, Mittwoch, 30.Mai, 21:46 Uhr

    Richtig, Dummheit die weh tut.

    Würden Sie Ihrem Kind auch Alkohol und Zigaretten geben? Die sind auch in der höchsten Stufe der karzinogenen Stoffe (Krebs ist Todesursache Nr. 2).
    Aber nein, die tierischen Produkte sind nicht nur daran beteiligt, die sind auch die Basis für Todesursache Nr. 1 (Herz- und Kreislauferkrankungen).

Heinz Rüdiger, Dienstag, 29.Mai, 21:48 Uhr

34. Wahnsinn

Wahnsinn wie viel Schwachsinn man von der "Fleischesser"-Fraktion liest. Würde mir allerdings auch so gehen, wenn mich ein Thema, über das ich mich noch nicht mal 10 Minuten beschäftigt habe, dermaßen triggern würde