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TUMlab im Deutschen Museum Wo Kinder Roboter konstruieren und steuern

TUMlab, so heißt das Experimentier-Labor der Technischen Universität München im Deutschen Museum. Dort sollen Kinder und Jugendliche unter Anleitung selber konstruieren, bauen, steuern, programmieren – mit anderen Worten: Wissenschaft zum Anfassen erleben.

Stand: 04.04.2016

Die Kinder setzen am PC Moleküle zusammen, ergründen die Tiefen des Weltalls oder steuern am Bildschirm eine Fertigungsstraße.

Und Kinder lernen, Roboter zu programmieren - keine ganz leichte Angelegenheit: Die zehnjährigen Forscher im TUM-Forschungslabor drängen sich um ihre kleinen fahrenden Roboter. Und sie sind empört, wenn die nicht das machen, was sie eigentlich sollen.

Per Trial and Error sollen die Kinder in den Robotik-Kursen des TUM-Labs ihr technisches Grundverständnis schärfen und ausbauen.

Die Roboter fahren über eine große weiße Fläche, darauf sind Straßen in Schwarz markiert. Und irgendwo ein Quadratzentimeter groß ein Schatz in der Farbe Silber. Um den Schatz zu finden, müssen die Kinder den Roboter so programmieren, dass er am Boden gemessene Lichtwerte in Steuerungssignale umwandelt. Und zuletzt sollen die Roboter sollen eine Melodie spielen, wenn der Schatz gefunden wird.

Neugier und Frusttoleranz

Es reicht bei weitem nicht, eine Brotzeit und drei Stunden Zeit mitzubringen, sagt Kursleiter Tobias Knitz, 24 Jahre, der an der TUM Mathematik und Informatik auf Lehramt studiert. Gefragt sind Ausdauer und Forscherdrang.

"Man muss auf jeden Fall eine große Portion Neugier mitbringen, muss auch gut analytisch denken und sich mit Mathe gut abfinden können - das braucht man in allen Technikwissenschaften. Und man muss auch ein bisschen frusttolerant sein, weil diese Sachen sehr kompliziert werden können und nicht auf Anhieb funktionieren."

Tobias Knitz, Kursleiter im TUMlab

Kinder sollen Hemmschwellen abbauen

Das TUMlab bietet auch Kurse zu Chemie, Automatisierung und Umwelttechnik an. Dass eine Technische Universität sich an Zehnjährige wendet, klingt zwar ungewöhnlich, ist aber sinnvoll, sagt Projektleiterin Miriam Voß:

"Man kann auf jeden Fall Hemmschwellen abbauen, denke ich. Man kann auch ein bisschen zeigen, was ist programmieren, was könnte das mit Informatik zu tun haben."

Miriam Voß, Projektleiterin TUMlab

Dass allerdings Kinder, die im TUMlab etwas erforschen und ausprobieren, später selber an der TU München studieren, klingt zwar etwas märchenhaft, aber auch das gibt es, weiß Miriam Voß.

Sie leitet das TUMlab seit seiner Gründung vor zehn Jahren. 2.500 bis 3.000 Besucher hat das TUMlab jedes Jahr, Kinder ebenso wie Jugendliche, Familien ebenso wie Schulklassen.

Viele buchen die Kurse auch als Geburtstagsfeier und laden dann ihre gleichaltrigen Freunde zum Mit-Forschen ein. Pro Kind kostet die Teilnahme zwölf Euro.


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