171

Perspektivloses Leben Verzweifelte Flüchtlinge im Transitzentrum Manching-Ingolstadt

Das Transitzentrum in Manching und Ingolstadt ist umstritten. Immer wieder kommt es zu Tumulten. Hier sind vor allem abgelehnte Asylbewerber oder solche mit geringen Bleibeperspektiven untergebracht.

Von: Tobias Betz

Stand: 11.12.2017

Ankunfts- und Rückführungseinrichtung für Flüchtlinge in Manching | Bild: picture-alliance/dpa

Das Leben im Transitzentrum Manching und Ingolstadt ist vor allem eines: perspektivlos. Die Menschen dort haben fast keine Chance in Deutschland bleiben zu dürfen. Heißt also: warten auf die Abschiebung. Aber das passiert nicht nach wenigen Wochen, die Menschen müssen viele Monate in Ungewissheit verbringen.

Dabei gibt es kaum eine Möglichkeit, sich in dieser Zeit irgendwie zu integrieren. Die Dependancen sind zum Teil in den Gewerbegebieten - also: außerhalb, räumlich ausgegrenzt. Hinzu kommt: Es gibt keine Deutschkurse, die Menschen dürfen auch nicht arbeiten, sie sind im Grunde genommen zum Nichtstun verdammt. Und das führt zu starken psychischen Belastungen und Erkrankungen.

Zimmertüren bleiben unversperrt

Seit gut einem halben Jahr sind im Transitzentrum über 1.000 Menschen aus Nigeria untergebracht, davon 70 Schwangere, 80 Frauen haben kleine Kinder mit dabei. Meistens sind sie alleinerziehend und kennen niemanden, haben keine Familienangehörigen um sich, so wie das für uns normal ist. Dazu kommt, dass die Zimmer wegen des Brandschutzes nicht abgesperrt werden dürfen.

Dauerstress führt oft zu Streit im Transitzentrum

Erst neulich kam es zu Tumulten bei der Geldausgabe. Ausgelöst von einer Schwangeren, weil sie sich wiederholt bei der Ausgabe angestellt hat. Aufgrund von Druck und Stress führt oft der kleinste Anlass zu Auseinandersetzungen.

"Wenn 700 Deutsche auf engstem Raum, ohne sinnvolle Beschäftigung, zusammenleben müssten, hätten wir dort vielleicht die gleiche Kriminalität wie in den Transitzentren."

Günther Gietl, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord

Die vielen Gewalt-Delikte innerhalb der zentralen Unterbringung in den Transitzentren sind in dieser Häufigkeit und Intensität in dezentralen Einrichtungen nicht zu finden. Da sieben Mitarbeiterinnen der Caritas mit insgesamt vier Vollzeitstellen Asylsozialberatung in der Einrichtung leisten, wird heute Mittag die Caritas in einer Pressekonferenz in München Stellung nehmen zum Bayerischem Transitzentrum Manching.


171

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

L.Steinhoff, Dienstag, 12.Dezember, 07:55 Uhr

24. Manching

Es ist abzusehen, dass solche Einrichtungen künftig noch mehr Insassen bekommen werden. Denn wenn Griechenland jetzt 5000 Migranten von den Inseln auf''s Festland bringt, wo werden diese dann wohl hin wollen? Sicher nicht in Griechenland bleiben. Die Schleuser freuen sich schon.

Raymond, Montag, 11.Dezember, 15:48 Uhr

23. Aufloesung , Schliessung der Unterkunft

sollte dies nicht moeglich sein ..Fluechtlinge , verschiedener Staaten aufzunehmen , waer eine Schliessung der selben wohl angebracht , moeglichst noch bevor
dort Leute zu Schaden kommen , am besten die Leute eben aus diesem Grund dorthin zurueckschicken , wo sie hergekommen sind....denn fuer den Grossteil wird es ohnehin in der Abschiebung enden ..da sie Illegal und unberechtigt hier her gekommen sind .

  • Antwort von Theresa, Montag, 11.Dezember, 19:04 Uhr

    Das Problem ist, dass die meisten Migranten wenig bis fast garkeine Schulbildung haben. Wie bitte schön sollen sie dann in den Arbeitsmarkt integriert werden, zumal auch Hierzulande immer mehr Stellenabbau erfolgt und wohnen inzwischen zum Luxus geworden ist. Sieht das die Politik nicht, aber wenn doch, warum ist sie mit einer Lösung so zögerlich, was Abschiebungen betrifft. Frau Merkels, wir schaffen das, ist eine Illusion. Aber sie wird weiterwursteln, wie bisher. Manchmal wünsche ich mir ein klitzekleines, Germany first. Doch das würde Herrn Juncker sehr missfallen.

wendelin, Montag, 11.Dezember, 14:28 Uhr

22.

Zu Hause wäre es für alle besser. - Die Wirtschaft einmal ausgenommen.

kleiner Hexer, Montag, 11.Dezember, 14:22 Uhr

21. Migration

Traurig in diesem ganzen Komplex ist die Untätigkeit der Behörden. Eine Entscheidung Pro/Contra Asyl muss einfach innerhalb der ersten 24 Std. der legalen Einreise am Grenzübertrittsort geschehen. Wer ohne Pass kommt, geht wieder direkt. Wer seine Einreise Illegal durchführt, geht direkt, wer sein Herkunftsland u. sein Alter verschleiert, geht
wieder direkt - wer sich an die Einreiseregeln hält, Asylanrecht hat, darf einreisen, wird in einem Sammellager versorgt u. bekommt einen Deutschkurs für 3 Monate. Erst mit Abschluß des bestandenen Sprachtestes bekommt wirklich Asyl. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es eine Unterkunft, Essen u. Trinken in einem Sammellager.

Wer wirklich verfolgt u. auf der Flucht ist, sollte diesen Standard mit Heizung, Essen, Trinken mehr als zu Schätzen wissen, den das hatte er vorher in seiner Heimat nicht. Wieso sollte er noch mit Geld versorgt werden? Das braucht er doch gar nicht, er wird ja mit dem wichtigsten Versorgt.

Alles Andere ist Unnötig.

Chiemgauer, Montag, 11.Dezember, 12:53 Uhr

20. Gibt s ein Gesetz oder nicht ?

Ich dachte immer man muss sich in Deutschland nach Gesetzen halten. Dem ist anscheinend nicht so, denn der Deutsche Staat bezahlt eine Straftat ( Illegaler Grenzübertritt) mit en paar hundert oder tausend Euro. Sind wir jetzt schon so weit, dass wir unsere Gesetzte zur Einhaltung mit zig tausenden von Euros durchsetzten müssen ? Was mich aber noch mehr schockiert, dass man hier nicht s lesen kann vom David Stern verbrennen am Brandenburger Tor. Will das die Presse aussitzen wie damals von den Kölner übergriffen ? Also eins weiß ich ganz gewiss. Würden das Deutsche tun, egal ob linke, rechte oder Pegida, dann gäbe es eine Woche Sondersendungen im TV. Aber klar, man will ja nicht auf Ausländische Menschen zeigen und hier sieht man wieder die falsche Toleranz der Presse im Land.

  • Antwort von Wolf, Montag, 11.Dezember, 16:19 Uhr

    Man liest auch kaum was von verbrannten Asylbewerbern in Polizeizellen.....und mal im Ernst,Antisemitismus ist eine "Urdeutsche" Erfindung,da hat man anderes verbrannt als Fahnen (was übrigens eine politische Botschaft ist,nicht unbedingt eine rassistische!)

  • Antwort von Jurek W., Montag, 11.Dezember, 18:03 Uhr

    Wie kommen Sie denn auf den Jalloh? Außerdem ist dessen Schicksal seit Jahren Dauerthema bei Presse und Fernsehen. Sie wissen aber sicherlich nichts davon, dass auf gleiche Art mal ein (deutscher) Obdachloser in einer Geschlossenen ums Leben kam, der ebenfalls fixiert(!) war. Darüber gab es weder Schlagzeilen, noch wurde ein Gedenkverein gegründet. Wo das passierte? Können Sie gern überprüfen - in Annaberg-Buchholz/Sa. vor etlichen Jahren...
    Auch wenn Sie gekonnt ablenken - es gibt in allen Asylantenheimen Probleme untereinander. Weil die Konflikte verschiedener Volksgruppen hier weiter schwelen, aber leider häufig auch aufflammen. Ja, die Frage stellt sich wirklich, warum die von Chiemgauer genannten Ausschreitungen kein Thema waren im ÖR? Dass Sie nicht davon lesen oder hören wollen, kann man sich gut vorstellen.