34

Staatsanwaltschaft zu Scheren-Angriff "Keine Hinweise, dass die Tat religiös motiviert war"

Der gestrige Scheren-Angriff in München hatte wohl keinen salafistischen Hintergrund. Die Staatsanwaltschaft machte deutlich, dass der Glaube des Mannes keinen Einfluss auf sein Verhalten hatte.

Von: Oliver Bendixen und Nathalie Stüben

Stand: 19.05.2016

 Eine Patronenhülse wird am 19.05.2016 in München (Bayern) nach einem Polizeieinsatz von Beamten der Spurensicherung in eine Tüte gepackt. Mitten in München ist am 19.05.2016 ein mit einer Schere bewaffneter Mann von der Polizei angeschossen worden. Der 26-Jährige sei am Bein getroffen worden und ins Krankenhaus gekommen, sagte eine Sprecherin der Polizei. | Bild: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München gibt es Hinweise darauf, dass sich der 26-jährige Lackierer in psychiatrischer Behandlung befand und dass sich seine Erkrankung in letzter Zeit verschlimmert hat.

Salafistischer Hintergrund offenbar nicht der Grund für die Tat

Vor rund einem Jahr konvertierte der junge Mann zum Islam. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen nun, ob der Italiener tatsächlich Kontakte in die örtliche Salafistenszene hatte. Im Augenblick habe man dafür aber keine Hinweise, erklärte der Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft, Thomas Steinkraus-Koch. Es gebe deshalb keine Erkenntnisse, dass der Glaube etwas mit den Geschehnissen von gestern zu tun hat. "Wir haben keine staatsschutzrechtlichen Erkenntnisse", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Schusswaffengebrauch der Polizei laut Staatsanwaltschaft "gerechtfertigt"

Der Italiener hatte am Donnerstag in der Ludwigsvorstadt erst mehrere Passanten und dann zwei Polizisten mit einer Schere angegriffen. Außerdem stach er auf das Dach eines Polizeifahrzeugs ein. Der Aufforderung, die Waffe fallen zu lassen, folgte der Mann nicht. Daraufhin gaben die Beamten mehrere Warnschüsse ab. Doch er griff weiter an. Um ihn zu stoppen, schoss die Polzei schließlich auf den 26-Jährigen - zwei Kugeln trafen ihn in Bein und Oberkörper.

"Für die Beamten gab es unseren ersten Einschätzungen nach keine andere Möglichkeit, als die Schusswaffe einzusetzen," sagte der Oberstaatsanwaltschaft. Sie seien zum Handeln gezwungen gewesen, um die Menschen im Umkreis nicht zu gefährden.

Nicht in Lebensgefahr, aber auch nicht vernehmungsfähig

Der angeschossene Mann, der wegen Drogen sowie Vermögensdelikten polizeibekannt war, musste ins Krankenhaus eingeliefert und notoperiert werden. Er schwebt nicht in Lebensgefahr, ist aber auch noch nicht vernehmungsfähig. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der gemeinschädlichen Sachbeschädigung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Ob ein Haftbefehl oder ein vorläufiger Unterbringungsbefehl beim Ermittlungsrichter beantragt werde, klärt sich, wenn der Täter vernehmungsfähig ist.


34

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Sachsendreier, Freitag, 20.Mai 2016, 19:34 Uhr

8. Ach, du lieber Augustin...

War wohl wieder so ein geistig verwirrter Täter, wie letztens der, der lautstark Allah Akbar gerufen hat, ehe er wahllos auf Menschen einstach und dabei einen Mann tötete? Na, ein Schelm, wer da NICHTS Arges dabei denkt... Wünsche uns allen ein schönes Wochenende ohne geistig verwirrte Übeltäter!

Johann, Freitag, 20.Mai 2016, 19:32 Uhr

7. Darf nicht sein

Man achte auf die Formulierung "Salafistischer Hintergrund offenbar nicht Grund für die Tat". Also nix gwiß woas ma ned. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Der Mann war wahrscheinlich schon psychisch gestört, wie er zum Islam übergetreten ist.

Karlheinz Kiefer, Freitag, 20.Mai 2016, 16:43 Uhr

6. Scherenstecher

Die Häufung von Gewalttaten von angeblich psychisch kranken Gewalttätern mit doch islamistischen " Beigeschmack " ist auffällig , eine Woche vorher der Messerstecher an der S-Bahn Station , jetzt ein Täter mit Schere , glaube zwischenzeitlich den Behörden kein Wort mehr . Der Totschläger aus Bad Godesberg wurde als " Italiener " verkauft , hat aber marokkanische Wurzeln - ein Schelm , wer böses dabei denkt . Nur das passt halt nicht unserer schwarz-rot ( grün angehauchten ) Regierung .

  • Antwort von Renate E., Freitag, 20.Mai, 19:40 Uhr

    Danke für diesen Kommentar. Ich habe mich sehr gewundert, da wir noch niemals zuvor Kenntnis von derartig üblen Angriffen von italienischen Jugendlichen auf ansässige hatten. Ehrlich - ich hatte bei der ersten Nachricht sowas vermutet und war äußerst erstaunt, als man ganz nebenbei von einem "mutmaßlichen italienischen Täter" sprach. Mein tiefstes Mitgefühl bei dieser Gelegenheit den Hinterbliebenen und allen Freunden des Opfers.

Klaus, Freitag, 20.Mai 2016, 15:55 Uhr

5.

Eine Schere ist nicht nur zum Schneiden gut. Man kann mit ihr auch Blitze abwehren und Gedanken umleiten. Wussten Sie das nicht? [Ironie aus]

  • Antwort von Hans, Freitag, 20.Mai, 17:50 Uhr

    Ein Psychiater erkennt das sehr schnell, weil psychische Erkrankungen Symptome verursachen, die ein Laie nicht spielen kann.

  • Antwort von Elisabeth L., Freitag, 20.Mai, 19:43 Uhr

    Seltsamerweise habe ich erst kürzlich einen Krimi gesehen, wo eine Muslimin eine Schere zum Töten benutzte. Und mir kam deswegen sofort der Verdacht auf, den man ja leider aus gewissen Gründen nicht mehr schreiben sollte, wenn man seinen Kommentar sehen will.

G.W., Freitag, 20.Mai 2016, 15:21 Uhr

4. durchgedreht-krank- fertig

Es ist dramatisch, wie viele Menschen immer wieder durchdrehen. Der Mann war schon lange krank, das ist einfach eine Tatsache. Man wird nicht von heute auf morgen so krank, dass man dann andere angreift. Ob nun bei der BA oder Jobcenter ( weils da in der Nähe war ) - etwas vorgefallen ist oder ob das einfach so passiert ist, das können wir nicht wissen. Tragisch sind diese Dinge immer wieder und die Schuld zu suchen ist eigentlich sinnlos.

Das der Mann zum Islam konvertiert ist, besagt gar nichts. Wer weiß wie bedröhnt er da war oder bequatscht wurde. Das Temperament der Italiener, besonders der Sizilianer ist auch bekannt und das ist auch nicht so einfach zu bremsen, wenn einer sich aufregt. ( auch ohne Schere )
Es macht keinen Sinn immer wieder diese Religion anzubringen, das wäre auch passiert, wenn der evangelisch gewesen wäre oder sonst was.

Das die Polizei schießen musste- glaube ich, ich hoffe, sie haben ins Bein geschossen und nicht in den Bauch.

  • Antwort von Elisabeth, Freitag, 20.Mai, 19:40 Uhr

    Vielleicht muss man eine praemorbide schizoide Persoenlichkeitsstruktur (laut CG Jung die erste Stufe der Individualentwicklung - haelt das ganze Leben lang; das Ich bricht auseinander unter Stress) haben um zu derart paternalistischen Religionsgemeinschaften beizutreten - ich wuerde die christlichen Fundamentalisten, Widertaeufer zB dazu zaehlen. Da die Ich-Kraefte nur schwach ausgebildet sind, sehnen sich diese Menschen nach direkter Fuehrung , wollen, dass ihnen jemand sagt was zu tun sei und nehmen alles ganz woertlich, auch die Existenz des Teufels. Diese Menschen werden leicht psychotisch unter Stress und je nach Grundpersoenlichkeit auch aggressiv bis sehr aggressiv. Diese jungen Seelen gibt es natuerlich quer durch die Gesellschaft, nicht ausschliesslich in irgendwelchen religioesen Gemeinschaften.

  • Antwort von Otto Normalo, Freitag, 20.Mai, 19:47 Uhr

    Ach - dieser "Italiener" hatte so ein Temperament, dass er zustechen musste? Wie denn - das ist wohl ein neuer Entschuldigungsgrund, zuzustechen? Genau wie der Mann letztens, der früh mit einem Messer um sich stach? Wohl auch wegen seines Temperaments oder nur, weil er geistig verwirrt war? Sie sollten mal überlegen, ob es derartige Vorfälle vor 15 Jahren oder 20 gab, denn da hatten wir auch schon Italiener hier oder geistig Verwirrte...