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David S. tötete neun Menschen Gutachten: OEZ-Attentat war kein rechter Terroranschlag

David S. tötete 2016 am Münchner OEZ neun Menschen. Hatte er einen Hass auf Ausländer? Wurde er von Fremden gemobbt? Ein neues Gutachten stützt nun die Sicht der Polizei, die von keiner rechten Tat ausgeht.

Von: Birgit Grundner

Stand: 08.06.2018

Blumen und Kerzen liegen am 24.07.2016 an der U-Bahn Station Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München (Bayern), zwei Tage nach einer Schießerei mit Toten und Verletzten. Die tödlichen Schüsse hat ein 18-jähriger Deutsch-Iraner abgegeben. Zehn Menschen starben, darunter der Täter. Am 31.07.2016 finden in München Trauerfeiern für die Opfer statt.  | Bild: picture-alliance/dpa/Sven Hoppe

Die Diskussion um die Hintergründe des OEZ-Attentats vor zwei Jahren wird neu angeheizt: WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichten über ein neues Gutachten, das zu dem Ergebnis komme, dass es sich bei der Tat von David S. um keinen rechtsextrem motivierten Terroranschlag gehandelt habe.

Von türkischstämmigen Jugendlichen gemobbt?

Das würde die Sicht der bayerischen Ermittlungsbehörden stützen. Diese werten die Tat bis heute als reinen Amoklauf: Der Täter sei von türkischstämmigen Jugendlichen gemobbt worden und habe aus persönlicher Kränkung gehandelt. Sein Rassismus habe nicht im Vordergrund gestanden.

Beim Amoklauf im OEZ starben neun Menschen

David S. hatte im Juli 2016 neun Menschen getötet – alle kamen aus Einwandererfamilien. In der Vergangenheit waren drei Politikwissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass die Tat sehr wohl als politisch motiviert einzustufen sei.

Die Forscher hatten im Auftrag der "Fachstelle für Demokratie der Stadt München" die Ermittlungsakten ausgewertet. Das Landeskrimalamt gab danach das Gegengutachten in Auftrag, dessen Ergebnisse nun bekannt wurden.


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