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Wegen Finanzproblemen Eishockey: SC Riessersee zieht sich aus der 2. Liga zurück

Der zehnmalige deutsche Eishockeymeister SC Riessersee zieht sich überraschend aus der 2. Liga (DEL2) zurück. Das gab der Traditionsklub aus Garmisch-Partenkirchen bekannt. Grund dafür sind finanzielle Probleme beim Vizemeister, die unter anderem durch Altlasten entstanden sind.

Von: Achim Hofbauer und Gerhard Brack

Stand: 17.05.2018

Klangvolle Namen auf dem Eis: EV Landshut gegen den SC Riessersee | Bild: Thomas Kempe/BR

600.000 Euro – so hoch ist der Schuldenberg, der sich in den letzten Jahren angehäuft hat, gab Clubboss Udo Weisenburger nun in einem offenen Brief bekannt. Zuviel, um die Lizenz für die zweite Liga erneut zu beantragen.

"Das Loch ist zu groß", teilte SCR-Geschäftsführer und -Gesellschafter Udo Weisenburger in einem offenen Brief mit.

"Ich musste die schwerste Entscheidung meines Lebens treffen. Es ist aufgrund der Rahmenbedingungen in Garmisch-Partenkirchen, möchte man seriös arbeiten, nicht finanzierbar."

Udo Weisenburger

Unzählige Altlasten, nichtbezahlte Gehälter und zu teure Verträge mit Spielern – all das führt zur finanziellen Schieflage des Traditionsclubs. Zu verantworten hat das Ganze offenbar Weisenburgs Vorgänger Ralph Bader, Informationen will Weisenberger bald offenlegen.

1,5 Mio Euro Privatvermögen investiert

Weisenburger hat nach eigenen Angaben mit der abgelaufenen Saison rund 1,5 Millionen Euro seines Privatvermögens in den Klub gesteckt.

"Leider habe ich einen Punkt erreicht, bei dem weder mein Unternehmen nochmals Geld in den SC Riessersee stecken kann, noch mein Privatvermögen ausreicht, um das SCR-Loch zu stopfen."

Udo Weisenburger

Sponsoren gesucht

Damit die Lichter in Garmisch Partenkirchen nicht ganz ausgehen, möchte sich der Clubboss nun mit der drittklassigen Oberliga austauschen – dort könne der Verein eine Zukunft haben. Ob er aber auch aufgenommen werden kann, das wird sich zeigen. Udo Weisenburger sucht nun Fans und Sponsoren, die den Verein auf diesem Weg unterstützen wollen.

Folgen auch in München

Konsequenzen hat die Misere beim SC Riessersee wohl auch für DEL Meister München. Riessersee ist nämlich Kooperationspartner, und bezieht von dort viele Talente.

Die abgelaufene Finalserie hatte der Heimatverein von Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), gegen die Bietigheim Steelers mit 1:4 verloren.


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