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Drohnenbau in Erding Drei Schulen arbeiten EU-weit zusammen

Das EU-Bildungsprogramm ErasmusPlus fördert den europäischen Jugendaustausch, Studenten und Dozenten, die ins Ausland gehen, sowie Schulen und Hochschulen, die strategisch zusammenarbeiten wollen. Das Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding macht mit.

Von: Gerhard Brack

Stand: 03.03.2018

Das Klassenzimmer ist voll mit Schülern und Lehrern - alle diskutieren angeregt – auf deutsch, englisch, rumänisch.

Dann startet ein Schüler eine Drohne. Mit dem Finger an der Fernbedienung hält er sie gleichmäßig in eineinhalb Metern Höhe über dem Boden. So schwebt der Quadrokopter mit einer Spannweite von vielleicht 40 Zentimetern wie eine monsterartige Hummel durchs Klassenzimmer.

Diese Drohne haben die deutschen Schüler schon in einem Robotik-Kurs selbst gebaut, jetzt wollen sie zusammen mit Nordiren und Rumänen zwei weitere Drohnen bauen. Die sollen die europäischen Partner dann nach Belfast und Jasch mitnehmen dürfen. Zwei Schüler haben ein Impulsreferat vorbereitet und erklären, worauf es beim Drohnenbau ankommt und welche Drohne sie bauen wollen. Dann startet die Arbeit in Kleingruppen – international gemischt.

Kontakte nach Nordirland und Rumänien

Ausgedacht hat sich die internationale Zusammenarbeit Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig.

"Wir haben einfach vorgehabt, ein europäisches Projekt mit EU-Mitteln an Land zu ziehen und wir brauchten dazu Partner. Und diese Partner habe ich einfach gesucht. In Nordirland bin ich fündig geworden. In Belfast wollten zwei Schulen mitmachen. Eine davon ist abgesprungen, eine ist geblieben. Und die andere Schule kannte ich noch von meiner Zeit, als ich in Rumänien mal Schulleiter war."

Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig

Klingt einfacher, als es war. Tatsächlich flog Fuhrig auch in den Ferien noch nach Nordirland, um Überzeugungsarbeit zu leisten und den Antrag vorzubereiten. Der liegt jetzt breit und schwer vor ihm auf dem Tisch.

"Man muss tatsächlich, um diese Gelder zu bekommen, genau beschreiben, was man vorhat. Jede dieser Tagungen, die wir hier beschreiben, die muss dann auch wirklich abgehalten werden."

Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig

Es geht um Drohnen, aber auch um die Weißwurst

36.000 Euro fließen aus Brüssel für das ErasmusPlus-Projekt nach Erding, weitere Mittel an die beiden anderen Partnerschulen. Finanziert werden davon über drei Jahre hinweg sechs Dreiländertreffen von Schülern und Lehrern: Zwei in Belfast, zwei Erding, zwei im rumänischen Jassy. Zuletzt sollen mit mit den Drohnen Luftaufnahmen gemacht werden, etwa um Umweltschäden zu dokumentieren. Bei all dem ist eigentlich aber der Weg das Ziel, sagt der Schulleiter.

"Ich möchte, dass unsere Schüler eben tatsächlich dieses Europa erleben und dass sie verstehen, was es bedeutet, in Europa diese Möglichkeiten ausnützen zu können. Auch mein Lehrer-Kollegium soll davon profitieren, indem sie mit den Kollegen aus den anderen Ländern zusammentreffen und sich da austauschen können."

Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig

Für die Schüler steht das Soziale im Vordergrund.

"Ich liebe die deutsche Küche, aber ob ich Weißwurst mag, das weiß ich noch nicht. - Ich denke, so ein Projekt bringt verschiedene Kulturen und Nationalitäten zusammen. - Das schafft Verbindungen und hilft auch, neue Technologien in unserem Leben zu nutzen."

Umfrage unter Schülern aus Rumönien, Nordirland und Deutschland

Bei so viel Austausch erscheint dann fast zweitrangig, dass nach zweieinhalb Stunden eine der beiden frisch gebauten Drohnen draußen tatsächlich fliegen kann.


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