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Rund 160 Teilnehmer Demonstration in München für Seenotrettung von Flüchtlingen

Etwa 160 Menschen haben am Samstag in München für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer demonstriert. Auch in anderen deutschen Städten gab es Kundgebungen.

Von: Christine Kerler

Stand: 07.07.2018

Migranten warten auf einem Schlauchboot im Mittelmeer am 27.06.2017, um auf das Rettungsschiff «Aquarius» gebracht zu werden. Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée retteten die Menschen aus Seenot und brachten sie nach Italien.  | Bild: picture-alliance/dpa/Lena Klimkeit

Auftakt der Münchner Kundgebung war um 15 Uhr am Maxmonument im Stadtteil Lehel. Die Demonstranten waren einem Aufruf der Initiative "Seebrücke" gefolgt - ein Bündnis von Organisationen der Flüchtlingshilfe. Die Organisatoren hatten in München erst Mitte der Woche zu der Demo aufgerufen. Über persönliche Kontakte und die sozialen Netzwerke konnten insgesamt rund 160 Teilnehmer mobilisiert werden. Unter dem Motto "offenes Mikrophon" waren die Teilnehmer aufgerufen, sich zum Thema Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer zu äußern. Laut den Veranstaltern erhoben viele Menschen ihre Stimme. Offizielle Reden standen nicht auf dem Programm. Ausschreitungen gab es offenbar nicht. "Bei Pöbeleien hätten wir sofort abgebrochen", so eine Sprecherin der Münchner Demo.

Proteste auch in anderen deutschen Städten

Bundesweit haben am Nachmittag tausende Menschen für die Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen aus dem Mittelmeer demonstriert. Zu den Demonstrationen kamen deutlich mehr Menschen als von den Veranstaltern erwartet. Die größte Demonstration gab es in Berlin. Die Veranstalter sprachen dort von rund 12.000 Teilnehmern. Die Polizei teilte mit, "Tausende" hätten an der Demonstration teilgenommen. In Heidelberg waren laut der Organisation "Seebrücke" etwa 300 Teilnehmer gekommen, in Ulm sollen es etwa 100 Demonstranten gewesen sein.

Forderungen der Unterstützer

Die "Seebrücke" fordert von der europäischen Politik, für sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen zu sorgen. Die Initiative entstand als Reaktion auf die Vorkommnisse um das Rettungsschiff "Lifeline". Es war im Juni mit mehr als 200 aus Seenot geretteten Menschen tagelang ohne Anlege-Erlaubnis im Mittelmeer getrieben.


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