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Brenner-Nordzulauf Bahn stellt erste Trassenentwürfe für den Landkreis Rosenheim vor

Die Deutsche Bahn hat am Nachmittag in Rosenheim die ersten Grobtrassenentwürfe für den geplanten Brenner-Nordzulauf vorgestellt. Auf Höhe Kiefersfelden im Inntal stehen fünf Trassenvarianten zur Wahl, auf Höhe Rosenheim sind es sieben.

Von: Dagmar Bohrer-Glas

Stand: 18.06.2018

Zugangsstollen zum Brenner Basistunnel bei Steinach, Österreich | Bild: picture-alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Sowohl für den Bereich östlich als auch westlich des Inns und auch westlich und östlich der Stadt Rosenheim gibt es Ideen für Trassenverläufe für den Brenner-Nordzulauf.

Mehrere Tunnel und dritte Innbrücke

Einige Abschnitte sehen Tunnel vor, so zum Beispiel im Inntal im Raum Kiefersfelden/Oberaudorf/ Neubeuern/Samerberg und auch in den Gemeinden Stephanskirchen, Kolbermoor und Großkarolinenfeld. Die Karte beinhaltet auch eine dritte Innbrücke auf dem Gemeindegebiet von Stephanskirchen. Alle Trassenvarianten laufen letztendlich Richtung München.

Mehr Güter auf die Schiene

Eine neue zweigleisige Bahntrasse durchs Inntal Richtung Brenner soll die Kapazitäten zum künftigen Brennerbasistunnel erhöhen, an dem in Österreich und Italien gebaut wird. Damit sollen mehr Güter auf die Schiene kommen und die vielbefahrene Brennerroute vom Lastwagenverkehr entlastet werden. Die Anwohner im Inntal fürchten allerdings noch mehr Verkehr vor ihrer Haustüre.

Aigner: Anwohner schützen

Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) betonte, es handele sich um eine frühe Phase im Planungsprozess und keineswegs um eine Vorfestlegung auf eine Trasse. „Wenn der Ausbau kommt, muss der Schutz der Anwohner sehr hohe Priorität haben“, sagte sie in Richtung Bund und Bahn. „Hier geht es nicht nur um die Frage des „ob“, sondern auch um das „wie“".“

Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig kritisierte, der Planungsdialog sei bisher nicht in allen Gemeindeforen zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgefallen. Es seien Fragen offen geblieben. „Diese Hausaufgaben müssen nach wie vor gemacht werden.“

Trassenvorschläge werden weiter diskutiert

Der jetzt vorgestellte erste Trassenentwurf soll im Lauf des Jahres weiter diskutiert und verfeinert werden. 2019 sollen die Trassen dann fachlich bewertet, optimiert und auf etwa drei bis fünf Varianten reduziert werden, sagte Projektchef Thorsten Gruber bei der Pressekonferenz der Bahn in Rosenheim.

Trassenvorschlag bis 2020 - Neubaustrecke ab 2038

Der endgültige Trassenvorschlag soll 2020 gemeinsam mit den 25 betroffenen Gemeinden erarbeitet sein. "Möglicherweise kommt am Ende eine Trasse heraus, die heute noch gar nicht als Idee existiert", so die Projektverantwortlichen. Laut Bahn könnte die zweigleisige Neubaustrecke 2038 in Betrieb gehen.

Die Eröffnung des Brenner-Basistunnels ist für 2026 vorgesehen. Er soll die Kapazitäten auf bis zu 400 Züge täglich steigern. Bis auf deutscher Seite eine neue Trasse gebaut ist, werden der Güter- und der Personenverkehr über die bereits bestehenden beiden Gleise verlaufen.

Kritik kommt von Bürgerinitiativen

Bürgerinitiativen kritisieren das Projekt und sprechen von einem Milliardengrab. Das Bürgerforum Inntal argumentiert, die Entwicklung des Güterverkehrs gebe keinen Anlass zu glauben, dass je die 400 fiktiven Züge erreicht werden. "Da die deutsche Verkehrspolitik bisher nicht die Voraussetzungen und Regelungen für eine Verlagerung des Straßenverkehrs auf die Schiene geschaffen hat, werden neue Bahntrassen das Verkehrschaos im Inntal nicht beseitigen", sagte der 2. Vorsitzende Peter Margraf. Die Belastung werde weiter steigen.


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