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Ministerin Aigner gibt bekannt München: Baurecht für zweite S-Bahn-Stammstrecke ist komplett

Das Baurecht für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München ist nun komplett. Das hat die bayerische Bau- und Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) am Karfreitag bekannt gegeben. Die Bauarbeiten im Münchner Osten können damit starten.

Von: Jochen Eichner, Christine Kerler

Stand: 30.03.2018

Symbolbild: zweite S-Bahn-Stammstrecke in München | Bild: picture-alliance/dpa

"Endlich haben wir für den gesamten Streckenverlauf rechtsgültiges Baurecht", erklärte Ilse Aigner in einer schriftlichen Stellungnahme. Nun könne die Deutsche Bahn auch im östlichen Bereich von der Isar bis zum Leuchtenbergring mit den Bauarbeiten starten, so die Ministerin.

Lange wurde vor Gericht gestritten

Die letzten rechtlichen Streitigkeiten sind damit beigelegt. Anwohner und eine Wohnungseigentümergemeinschaft hatten vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof unter anderem wegen unzureichenden Schutzes vor Lärm in der Bauphase im Ostabschnitt geklagt. Sie erwirkten in zwei Vergleichen einen aktiven Schallschutz beziehungsweise eine Zusage, bestimmte Innenraumpegel einzuhalten. Allerdings galt es die Widerspruchsfrist bis Ende März einzuhalten. Von Seiten der Kläger sei jetzt bestätigt worden, dass sie davon keinen Gebrauch machen werden, teilte die Ministerin am Freitag mit. Damit seien die letzten Streitigkeiten beigelegt.

Entlastung für München oder Milliardengrab?

Ilse Aigner bezeichnete die zweite Stammstrecke als "das zentrale Element für den Bahnausbau in der Region München". Der Bau der Stammstrecke gilt als größtes Schienenprojekt des Freistaats. Die neue Stammstrecke soll über eine Strecke von rund zehn Kilometern zwischen den Bahnhöfen Laim im Westen und Leuchtenbergring im Osten gebaut werden – mit dem Ziel die bestehenden S-Bahn-Stammstrecke zu entlasten. Ihr Kernstück ist ein sieben Kilometer langer Tunnel, der den Hauptbahnhof und den Ostbahnhof miteinander verbindet.

Am 5. April 2017 waren die Bauarbeiten mit einem feierlichen ersten Spatenstich am Marienhof eröffnet worden. Das Projekt soll rund vier Milliarden Euro kosten. 2026 sollen die ersten S-Bahnen rollen. Gegner kritisieren das Projekt als Milliardengrab.


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