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Zu früh in den Urlaub geflogen Anzeigen wegen Schule schwänzen zum Ferienbeginn

Es kommt immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder die Schule schwänzen lassen, um früher in den Urlaub abreisen zu können. Am Memminger Airport hat die Polizei jetzt durchgegriffen. Mehrere Eltern wurden angezeigt. Bis zu 1.000 Euro Geldbuße drohen.

Von: Lena Deutsch und Anton Rauch

Stand: 20.05.2018

Reisende stehen an Check-in-Schaltern am Flughafen in München (Archivbild). | Bild: picture-alliance/dpa/Matthias Balk

Wer Kinder hat, kennt das: zu Ferienbeginn herrscht Verkehrschaos. Gefühlt die halbe Republik ist dann auf der Straße oder am Flughafen. Außerdem sind Flüge und Hotels zur Ferienzeit wesentlich teurer. Viele Eltern wollen dem entgehen und buchen einfach ein paar Tage früher ihre Ferien.

Ihre Kinder lassen sie dafür die Schule schwänzen. Erlaubt ist das nicht, schließlich herrscht Schulpflicht. Doch die Polizei drückt meist ein Auge zu, und auch die Schulen kontrollieren das Schulschwänzen nicht sehr strikt.

Kinder schwänzen Schule: Zehn Anzeigen gegen Eltern

Anders erging es jetzt mehreren Familien auf dem Allgäuer Airport. Polizisten fragten genau nach, als mehrere Eltern am Donnerstag und Freitag mit ihren Kindern in die Ferien starten wollten. Bei der Ausreisekontrolle stellten sie bei entsprechenden Überprüfungen fest, dass die Kinder unentschuldigt vom Unterricht ferngeblieben waren. Insgesamt zehn Eltern erhielten Anzeigen.

Denn wer früher in die Ferien will, braucht einen guten Grund, um von der Schulleitung eine Genehmigung zu bekommen. Die Schulen sind angehalten, damit sparsam umzugehen.

Keine gezielten Kontrollen am Flughafen München

Am Münchner Flughafen ist die Bundespolizei zuständig, die keine gezielten Schulschwänzer-Kontrollen durchführt, aber natürlich ein wachsames Auge auch darauf hat. Grundsätzklich müssten die Schulen aktiv werden, um Fälle zu melden, außerdem handelt es sich bei dem Sachverhalt um eine Ordnungswidrigkeit. Die erwischten Eltern müssen jetzt mit einer Geldbuße von bis zu 1.000 Euro rechnen.

"Die Dreistigkeit der Eltern steigt"

"Die Dreistigkeit der Eltern steigt", sagte Nürnbergs Polizeisprecherin Elke Schönwald schon im vergangenen Jahr dem Bayerischen Rundfunk. Am dortigen Flughafen verzeichnete man damals zu Beginn der großen Ferien bereits 220 Fälle. So viele wie im gesamten Jahr davor. Dabei ist die Dunkelziffer noch viel höher. Denn kontrolliert werden dürfen nur Flüge mit Zielen außerhalb des Schengen-Raums. Reisen in europäische Ferienziele sind damit gar nicht erfasst.


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schulgeist, Sonntag, 20.Mai, 20:18 Uhr

24. Schule schwänzen

Vielleicht sollte wieder Schulgeld eingeführt werden, damit Schule und Lernen wenigstens den gleichen Stellenwert erhalten wie das Urlaubsschnäppchen. Die Eltern geben wahrlich kein Vorbild ab,wenn sie ihre Kinder zum Lügen animieren und das Schuleschwänzen bagatellisieren. Regeln? Gelten nur für andere. Hauptsache, die Lehrer sind wenigstens anwesend.

Ina Hammerschmidt, Sonntag, 20.Mai, 20:14 Uhr

23. Überflüssig

Wie schon so viele andere hier, bin ich der Meinung, dass die Schulpflicht an sich überholt ist und durch eine Bildungspflich ersetzt gehört.
In unseren Schulen werden keine besonderen Talente oder Interessen gefördert. Man unterstützt im Gegenteil dort, wo keine Talente sind. Dann wundert man sich am Ende warum die Begeisterung verloren geht. Aber in der Schule kommt man besser zurecht wenn man überall ganz gut ist. Später wollen dann natürlich alle Exzellens. Die Chemiestudenten haben zu wenig aus der Schule mitgebracht? Die haben halt ihre Zeit im Zweifelsfall mit Nachhilfe in Französisch verbracht. Nicht, dass sie das ernsthaft bräuchten, haben dadurch aber im Abi eine 3.
Einen Tag früher in die Ferien gefährdet wohl kaum das Kindeswohl. Da wird die schädlicher Situation sicherlich die Anzeige durch den Staat wegen einer Nichtigkeit sein.
Es gäbe wirklich dringlichere andere Dinge zu verfolgen.

SchorschHh, Sonntag, 20.Mai, 20:07 Uhr

22. Flexiferien

Wie wär's denn mit Flexiferien? - Wahlweise 8 Tage früher bzw. später. Drüber nachdenken könnte man ja mal. - Geht nicht? - Geht nicht - gibt's nicht. Alles nur eine Frage der Organisation. Gut vorbereitete Projektwochen kann man mit dem halben Personal jeweils vor bzw. hinter die dann sog. "Kernferienzeit" legen. (Oster- Pfingst- und Sommerferien) - Ich hör' sie schon die deutschen Lieblingsworte, mit denen wir uns immer selber im Weg stehen: "Ja, aber ...." Danke für die Aufmerksamkeit.

Nuschka, Sonntag, 20.Mai, 20:07 Uhr

21. Eltern werden immer dreister? ??

Ich glaube, ich lese nicht richtig!!!

Der einzige, der hier immer dreister wird ist der Staat.
Lasst Euch mal auf der Zunge zergehen, was dort steht!!
In welcher Zeit denkt der der Staat eigentlich, dass er den Eltern vorschreibt, dass sie ihre Kinder in irgendwelche Institutionen abzugeben haben???

Institutionen, die nur einmal geprüft werden und dann nie wieder.

Da fehlen einem die Worte!

Eine riesige Klagewelle bezüglich der Schulpflicht müsste dem Staat blühen.
Tagtäglich findet hinter verschlossenen Türen Gewalt an Kindern durch Schutzbefohlene statt. Seelische und psychische Gewalt wird ausgeübt - dort kontrolliert keine Polizei.

Widerlich, einfach nur widerlich

Kinderlose Klugsch..., Sonntag, 20.Mai, 20:03 Uhr

20. Auch ein Troll Thema ?

@ Rosa, Yasmina und all die anderen Nicks, die das desolate deutsche Schulsystem
anprangern und lieber ganz darauf verzichten würden, möchte ich doch gerne
fragen, ob Sie Kinder haben.
Meiner Ansicht nach nicht, sonst wüssten Sie, auch wenn in der Schule mal was nicht so gut
läuft, schafft man nicht das ganze Schulsystem ab, sondern löst die Probleme.
Da lernen die Kinder auch am meisten für's Leben.
Im Berufsleben ist auch nicht alles positiv, deshalb stelle ich nicht die ganze Arbeit in Frage
und laufe davon ? Oder liebe Silke's, was lernen Ihre nicht vorhandenen Kinder von Ihnen ?