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BRK-Mitglieder wollen Aufklärung Ärger um Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest nimmt kein Ende

Seit der Entscheidung der Stadt München, auf der diesjährigen Wiesn nicht das Bayerische Rote Kreuz als Rettungsdienst zu beschäftigen, rumort es bei den BRK-Mitarbeitern. Viele sind enttäuscht, einige machen den Vorstand verantwortlich.

Von: Christine Kerler, Steffi Wagner

Stand: 03.07.2018

Archivbild: Sanitätsdienst auf der Wiesn 2007: Ein Patient wird von ehrenamtlichen Sanitätern des Roten Kreuzes über das Oktoberfest geschoben. | Bild: dpa-Bildfunk/Lukas Barth

Mehr als 130 Jahre lang war das Bayerische Rote Kreuz (BRK) für die medizinische Versorgung auf dem Oktoberfest zuständig – der jährliche Wiesn-Einsatz für viele ehrenamtliche Helfer eine Selbstverständlichkeit. Doch heuer kam alles anders: Im April bekam erstmals ein Privatanbieter den Zuschlag der Stadt München: Die "Aicher Ambulanz" wird bis einschließlich 2021 den Wiesn-Sanitätsdienst übernehmen. Für die Mitglieder des BRK-Kreisverbands ist das ein Schock. Sie wollen Antworten auf offene Fragen.

Finanzielle Gründe waren entscheidend für Stadt München

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Stadt waren wirtschaftliche Gründe. Offenbar war das Angebot des privaten Mitbewerbers "Aicher Ambulanz" deutlich kostengünstiger als das des Roten Kreuzes – und das, obwohl Aicher seine Helfer vergütet, die BRK-Sanitäter arbeiten dagegen ehrenamtlich. Das sorgt intern für Unverständnis.

Mitgliederversammlung soll Hintergründe klären

Beim BRK-Kreisverband rumort es seitdem. Viele Mitglieder sind enttäuscht über die Entscheidung der Stadt München. Einige machen den Vorstand dafür verantwortlich. Per Petition wurde nun eine Mitgliederversammlung beantragt. Dabei sollen offene Fragen zur Kalkulation geklärt werden, etwa ob zu hohe Verwaltungskosten veranschlagt wurden und wie dies künftig vermieden werden kann.

Der Vorstand sieht einer Mitgliederversammlung gelassen entgegen. Ob sie tatsächlich zustande kommt, hängt davon ab, ob genügend aktive Mitglieder erscheinen. 350 müssen es mindestens sein.


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