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Flughafen München Abschiebung einer Schwangeren vorerst gescheitert

Eine geplante Abschiebung einer hochschwangeren Frau aus Sierra Leone über den Flughafen München ist zunächst gescheitert. Die Frau hatte sich auf dem Weg zum Flieger heftigst gewehrt. Sie wurde inzwischen aus der Abschiebehaft entlassen.

Von: Birgit Grundner

Stand: 30.05.2018

Protest gegen geplante Abschiebung am Flughafen München | Bild: BR/Birgit Grundner

Die Frau setzte sich laut Bayerischem Flüchtlingsrat massiv gegen die geplante Abschiebung zur Wehr – mit Erfolg. Die Maschine nach Mailand startete dann gegen 7 Uhr ohne die Frau und deren fünfjährigen Sohn. Sie sollten wegen des Dublin-Abkommens nach Italien zurückgeschickt werden.

Protest gegen Maßnahme

Seit 5 Uhr früh hatten im Terminal 2 des Münchner Flughafens rund 30 Menschen gegen die Abschiebung protestiert und an die Solidarität der Passagiere appelliert. Sie hielten ein Plakat hoch, auf dem die Worte "Kein Mensch ist illegal" zu lesen waren. Unter den Protestierenden ist auch der Lebensgefährte der Frau, der der Vater des ungeborenen Kindes ist.

Keine Abschiebung im Mutterschutz möglich

Die Frau wurde in einem Krankenhaus in Erding untersucht. Sie wurde inzwischen laut Bayerischem Flüchtlingsrat wieder aus der Abschiebehaft entlassen. Seinen Angaben zufolge ist aber völlig unklar, wie es weitergeht. Ab 1. Juni könnte die Frau aufgrund des Mutterschutzes nicht mehr abgeschoben werden.


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