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Passau Mehr als 200 Bürger protestieren an Innpromenade gegen Flutmauer

Gut 200 Passauer haben am Dienstagabend ein Zeichen für den Erhalt der Innpromenade gesetzt. Sie wollen den Bau einer Hochwasserschutzmauer an der beliebten Flaniermeile verhindern.

Von: Martin Gruber

Stand: 06.06.2018

Passau: Protest gegen geplante Hochwasserschutzmauer am Inn | Bild: BR/Martin Gruber

Zu der Aktion gegen eine geplante Flutmauer am Inn hatten das "Forum Passau" und die Bürgerinitiative "Rettet die Innpromenade" eingeladen. Die Protestierenden spannten Bänder und Seile durch die Promenade und stellten Meterstäbe auf, um Bürgern Länge und Höhe der geplanten Schutzmauer zu verdeutlichen.

"Die beste Lösung ist, diese wunderbare Innpromenade so zu erhalten, wie sie sie ist", sagt Werner Kraus, Sprecher der BI. Friedrich Brunner vom "Forum Passau" kritisierte den an dieser Stelle geplanten Hochwasserschutz als reine Geldverschwendung.

"Das Stadtviertel bekommt den Hochwasserschutz, das diesen am wenigsten braucht. Mit den 15 Millionen, die die Mauer kostet, wird auch noch das Herz von Passau kaputt gemacht."

Friedrich Brunner

Offener Brief an alle Stadträte

Der offene Brief

Zahlreiche Bürger unterschrieben bei der Versammlung einen offenen Brief an Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) und den Stadtrat. Noch im Sommer soll der Stadtrat über den Planungsentwurf beraten, der Mitte Mai im Plenum erstmals vorgestellt worden war. Er sieht eine Anlage vor, die von der Einmündung zur Heiliggeistgasse bis zur Innbrücke reicht und rund 15 Gebäude an der Gottfried-Schäffer-Straße vor Hochwasser schützen soll. Gegner befürchten eine Verschandelung des Stadtbildes und eine Zerstörung der Innpromenade mit ihrer uralten Kastanienallee. Die Stadt Passau will die Pläne bei einer Bürgerversammlung am 19. Juni genauer vorstellen.

Jahrhunderthochwasser vor fünf Jahren

Das Thema Hochwasserschutz ist seit Monaten das Aufregerthema in der Dreiflüssestadt, die vor fünf Jahren die zweitgrößte Hochwasserkatastrophe in der Stadtgeschichte erlebt hatte und Schäden in Höhe von 230 Millionen Euro hinnehmen musste. OB Jürgen Dupper ist für baulich-technischen, größtenteils vom Staat finanzierten, Hochwasserschutz: "Bei allen Versuchen, Naturschutz und Stadtbild mit dem Hochwasserschutz unter einen Hut zu bringen, darf man keine Möglichkeit ausschlagen, den baulich-technischen Hochwasserschutz zu bekommen."


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Andreas Burkert, Freitag, 08.Juni, 13:18 Uhr

6. Dann baut doch ein unterirdisches Wasserkraftwerk

Bauts halt einen unterirdischen Kanal, der bei Hochwasser geöffnet wird und dabei als Kraftwerk dient.

websaurier, Mittwoch, 06.Juni, 16:57 Uhr

5. So ganz unrecht haben die Gegner ja nicht...


der Hochwasserschutz sollte eben genau dahin, wo er gebraucht wird!
Und nicht dorthin, wo es grad am besten umsetzbar ist...

thorie, Mittwoch, 06.Juni, 10:37 Uhr

4. Ok ok

dann eben keine Mauer !
Ich freu mich schon auf die Liveübertragung der Schädenbeseitigung nach dem nächsten Hochwasser.
Einzige Darsteller: Die Protestierer!
Ansonsten siehe Komm. 3

Huber, Mittwoch, 06.Juni, 10:02 Uhr

3. Ausschluss

Die Damen und Herren die hier ihre Meinungsfreiheit wahrnehmen sollten registriert werden und bei entsprechenden Überflutungen künftig von allen Schadensleistungen durch die Steuerzahler ausgeschlossen werden.

  • Antwort von Nichtschwimmer, Mittwoch, 06.Juni, 12:17 Uhr

    @Huber
    Versteh' ich jetzt nicht.

Leonia, Mittwoch, 06.Juni, 09:44 Uhr

2. Nicht nachvollziehbar

Wer den dringend notwendigen Hochwasserschutz aus rein optischen Gründen ablehnt, sollte sich mal auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Sorry, aber anders kann das jemand, der in Norddeutschland gelebt hat und dort Hochwasserschutz als zwingend erlebt hat, nicht betrachten. Die Passauer Innenstadt steht gefühlt jedes zweite Jahr unter Wasser und dann ist es wichtiger, von der Kaffeeterrasse oder der Parkbank aus freie Sicht zu haben.