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Tiere Landwirt filmt bei Viechtach einen Wolf

Landwirt Reinhard Wühr hat am Montag in der Nähe von Viechtach einen Wolf gesichtet und mit seinem Handy gefilmt. Möglicherweise handel es sich um ein Tier, das aus dem Nationalpark-Gehege ausgebrochen ist.

Von: Renate Rossberger

Stand: 13.04.2018

Dieser Wolf wurde am Montag bei Viechtach gesehen. | Bild: Reinhard Wühr

Reinhard Wühr, ein 52 Jahre alter Nebenerwerbslandwirt, hat das Tier am Montagnachmittag nur 200 Meter von seinem Hof entfernt auf einer Wiese laufen sehen. Als er sich mit dem Traktor näherte, lief der Wolf lange Zeit nicht weg. Erst nachdem der Landwirt Fotos und ein Video von dem Tier gemacht hatte, verschwand der Wolf wieder im angrenzenden Wald.

Stammt das Tier aus dem Nationalpark?

Aus der Sicht von Landwirt Wühr zeigte das Tier eher wenig Scheu. Er glaubt deshalb, es könnte sich um einen der Nationalpark-Gehegewölfe handeln, die letztes Jahr ausgebrochen sind. Die Nationalparkverwaltung wollte die Sichtung nicht kommentieren. Man habe die Suche nach den restlichen zwei Gehegewölfen, die nach dem Ausbruch noch frei herumgelaufen waren, bereits Anfang Februar eingestellt, hieß es dort.

Das Landesamt für Umwelt hat inzwischen nach mehrtägiger Prüfung bestätigt, dass es sich bei dem am Montag bei Viechtach gesichteten Tier um einen Wolf handelt. Man könne aber nicht sagen, ob es sich bei dem Tier um einen der freigelassenen Wölfe aus dem Freigehege bei Ludwigsthal hadelt, teilt ein Sprecher mit. Ebenso könne es sich um einen durchziehenden Wolf handeln.

Wolf von Kälbern angelockt

Reinhard Wühr ist selber Jagdvorstand, aber selbst kein aktiver Jäger. Er sieht die Rückkehr von Wolf und Luchs im Bayerischen Wald generell eher kritisch. Der Wolf auf seinem Grundstück könnte von frei weidenden Kälbern angelockt worden sein, glaubt er.


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nathalie, Mittwoch, 18.April, 14:27 Uhr

16.

auszug aus dem LBV

Deutschland hat sich durch die Umsetzung der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die Wölfe langfristig einen lebensfähigen Bestand mit günstigem Erhaltungszustand aufbauen können.

Wölfe sind darüber hinaus im gesamten Bundesgebiet durch das Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatschG) streng geschützt. Bei Verstößen wird per Anzeige die zuständige Staatsanwaltschaft tätig. Strafen mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug oder hohe Geldbußen sind möglich. Wölfe besitzen damit den höchstmöglichen Schutzstatus.

Bei der Jagd auf wildernde Hunde ist auszuschließen, dass es sich um einen Wolf handelt. Aufgrund der immer häufigeren Wolfssichtungen, auch bei uns in Bayern, darf bei wolfsähnlichen Hunderassen wie z.B. Deutscher Schäferhund, Husky oder Tschechischer Wolfshund nur geschossen werden, wenn sich der Jäger zu hundert Prozent sicher ist, was für ein Tier er vor sich hat.

Tierfreund, Freitag, 13.April, 12:14 Uhr

15. Wäre doch eine gute Nachricht,

dass es der freigelassene Wolf ist und dieser noch lebt.
Ich finde es gut, dass diese wunderschönen Tiere sich wieder bei uns ansiedeln.

Was der Landwirt mit dem Film wohl bezwecken wollte? En Beleg, dass sich der Landwirt auch gefreut hat? Oder soll da schon wieder der Wunsch nach Abschuß und Tötung eines Tieres in Bayern vorangetrieben werden?

Nebenbei:
Ich würde mir mehr Filmmaterial von Landwirten aus ihren Ställen und ihrer artgerechten Tierhaltung hier im BR wünschen.
Man könnte als Verbraucher viel zielgerichteter und regional einkaufen, wenn man um die Qualität weiß. :)

Bergbauer, Freitag, 13.April, 10:38 Uhr

14. Der Wolf

Wird das nächste ''Angstthema'' durch die Medien getrieben? Da wird die CSU aber schnell reagieren müssen.

  • Antwort von thorie, Freitag, 13.April, 11:25 Uhr

    vllt gibts ja bald "Ankerzentren" zur Abschiebung der Wölfe.

  • Antwort von Müller, Freitag, 13.April, 12:14 Uhr

    Sind denn schon Schadbären....äh Schadwölfe gesichtet worden ?

Seppl, Freitag, 13.April, 10:29 Uhr

13. Wolfsromantik

Der Wolf meidet den Menschen, weil er Jahrhunderte lang bejagt und verfolgt wurde. Wenn der Wolf nicht mehr bejagt wird, wird er das schnell lernen und den Menschen eben nicht mehr meiden. Und wenn er auf einen Menschen trifft, dem er sich gewachsen fühlt, besteht auch die Gefahr, dass er ihn angreift.

Meine Meinung: ohne Jagddruck ist es unverantwortlich, wenn man zuläßt, dass sich die Wölfe ungebremst vermehren.

MB, Donnerstag, 12.April, 12:57 Uhr

12. Kein Fan

Ich verstehe die Naturschützer nicht und meine, man kann alles übertreiben. Der Wolf hat keinen natürlichen Feind bei uns. Sobald es sich um Wolfsrudel handelt - und die werden wir bald haben - ist es aus mit der Romantik. Ich möchte sehen, wie schnell so ein euphorischer Naturschützer auf den Baum klettert, wenn er einem Wolf begegnet.
Ich liebe auch die Natur, sehr sogar, aber ein Raubtier in freier Wildbahn - nein, das brauche ich nicht.

  • Antwort von Wolfsfan, Donnerstag, 12.April, 13:32 Uhr

    Raubtiere gehören nun einmal zum natürlichen Gleichgewicht! Sind erst alle ausgerottet, dann könnt Ihr Euren Kindern irgendwann ja Fotos zeigen!
    Langsam wird´s bedenklich, wohin sich der vom Wohlstand verwöhnte Mensch entwickelt! In anderen Kulturen mit wesentlich weniger Komfort und Bildungsstand schaffen es die Menschen durchaus, mit Raubtieren zu leben! Wie beschämend für uns!

  • Antwort von Squareman, Donnerstag, 12.April, 13:40 Uhr

    Ich bin schon einem Wolf begegnet, Baum war keiner nötig, der Wolf war so schnell weg. Der Wolf meidet den Menschen, der Mensch passt auch nicht ins Beuteschema. Die Angst vorm Wolf ist irrational. Da sind manche Hunde und Hunderassen viel gefährlicher.

  • Antwort von Uwe, Donnerstag, 12.April, 14:44 Uhr

    Von freier Natur kann man wohl kaum reden, wenn man keine "Raubtiere" haben will. Wer vorgibt die Natur zu lieben, muss auch Raubtiere lieben, denn gehören in die Natur. Auch habe ich weder in Kanada, noch in Polen oder wo auch immer es noch Wölfe gibt, Menschen beim Anblick von Wölfen auf den Baum klettern sehen. Jeder Schäferhund ist gefährlicher, von Kampfhunden ganz zu schweigen.

  • Antwort von MB, Donnerstag, 12.April, 16:53 Uhr

    Dann geht doch in den Dschungel oder in die afrikanische Wildnis usw. Überall wo es Raubtiere in freier Wildbahn gibt, wäre doch ideal für euch Wolffans ! Ich lebe nicht im Wohlstand, ich lebe ganz normal und ach ja, Hunde mag ich auch nicht, vorallem wenn sie nicht angeleint sind und mir ins Radl rennen oder meinen sie müssen mich anbellen nur weil ich am Gartenzaun ihres unfähigen Herrchens/Frauchens vorbei gehe oder radl. Bin auch dafür, daß Kampfhunde verboten gehören und jeder der sich einen Hund anschaffen will, zuerst einen Hundeführerschein machen muß bevor er ihn kaufen kann, eben so wie beim Auto ! Hat er dann den Vierbeiner sollte er verpflichtet werden in die Hundeschule zu gehen und sich regelmäßig auf Eignung prüfen lassen . Schönen Tag noch !

  • Antwort von thorie, Freitag, 13.April, 08:08 Uhr

    Warum schaffen wir nicht ein Refugium für Menschen wie MB?
    Umgeben von Blümchen, Büschen und Schmetterlingen könnten die sich dort IHR Bild von "freier Natur" bauen und könnten dort angstfrei leben.

  • Antwort von Müller, Freitag, 13.April, 08:25 Uhr

    Aber selbstverständlich hat der Wolf auch bei uns einen natürlichen Feind: der Mensch !

  • Antwort von Unverständlich, Freitag, 13.April, 12:19 Uhr

    @MB: was versprechen Sie sich von Hundeschulen? Dass aus einem angriffslustigen und agressivem Hund (der ja für seinen Charakter auch nichts kann!) ein Lamm wird. Das sind alles Tiere mit Emotionen und Gefühlen. Außerdem kann eine Hundeschule das nicht wett machen, wenn der Hund vom Herrchen nicht gut und anständig behandelt und gehalten wird.