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Tod durch falsche Medikamente Pflegerinnen auf Kaution aus U-Haft entlassen

Nach der Verhaftung zweier Altenpflegerinnen im Landkreis Dingolfing-Landau wegen Mordverdachts kommen jetzt neue Einzelheiten ans Licht. Ein 66 Jahre alter Patient war in einem Pflegeheim gestorben, weil ihm offenbar falsche Medikamente verabreicht wurden.

Stand: 21.09.2017

Symbolbild: Eine Hand empfängt Pillen aus einer Dose | Bild: picture-alliance/dpa

Der Fall ereignete sich in einem Pflegeheim in Mengkofen im Mai vergangenen Jahres. Entsprechende Recherchen bestätigt jetzt Dingolfings Landrat Heinrich Trapp (SPD), der Dienstvorgesetzte der beiden Festgenommenen. Er bedauert den Vorfall.

"Hier ist ein Fehler begangen worden, der sehr sehr bedauerlich ist und der uns extrem leid tut."

Heinrich Trapp, Landrat von Dingolfing-Landau

Zugleich bittet der Landrat, fair mit den 40 und 56 Jahre alten beschuldigten Frauen umzugehen. Sie hätten jahrzehntelang gute Arbeit in der Pflege geleistet, so Trapp.

Medikamente offenbar verwechselt

Die beiden examinierten Fachkräfte sollen im Mai 2016 einem schwerstkranken Patienten auf Grund einer Verwechslung falsche Medikamente verabreicht haben. Eine Woche später starb der 66-Jährige. Der Staatsanwalt wirft den Pflegerinnen Mord durch Unterlassen vor. Weil sie nichts zur Rettung des Patienten unternommen hätten, obwohl sie von der Verwechslung wussten. Die beiden Pflegerinnen wurden inzwischen gegen Zahlung einer Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen.

Dingolfings Landrat Trapp weist ausdrücklich darauf hin, dass das Heim in Mengkofen in der neuesten Bewertung des medizinischen Dienstes die Bestnote 1,0 erhalten habe.


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