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Chinesische Verhältnisse In Niederbayern gibt es zu viele Männer

Männerüberschuss in Niederbayern. In der Region leben in bestimmten Altersgruppen viel mehr Männer als Frauen. Das belegen Zahlen des Landesamts für Statistik. Das macht für viele Männer die Partnersuche schwierig.

Von: Andreas Wenleder

Stand: 07.03.2018

Schichtwechsel bei BMW - hier arbeiten viele Männer. | Bild: pa/dpa/Armin Weigel

Vier Männer und vier Frauen sind zum Speed-Dating nach Deggendorf gekommen. Einer von Ihnen ist Martin aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Er ist Anfang 40 und seit zwei Jahren Single. Die Partnersuche ist nicht einfach, sagt er.

"Das ist mühselig. Für die Disko bin ich eigentlich zu alt, deswegen wollte ich das mal ausprobieren. Vielleicht passt es ja. Mal sehen, was sich ergibt."

Martin

Regionale Unterschiede

So wie Martin geht es immer mehr Männern in Niederbayern. Es gibt hier schlichtweg zu viele von Ihnen. Auf 100 Frauen zwischen 20 und 44 Jahren kommen nach Angaben des Landesamts für Statistik im ganzen Regierungsbezirk rund 110 Männer. In einzelnen Regionen ist der Unterschied sogar noch größer. Während in den großen Städten Passau und Landshut das Verhältnis fast ausgeglichen ist, ist es in den Landkreisen Landshut, Kelheim und Regen, sowie in der Stadt Straubing deutlich größer. Hier kommen auf 100 Frauen im Alter zwischen 20 und 44 Jahren 117 Männer. Getoppt wird das nur noch vom Landkreis Dingolfing-Landau. Hier sind es sogar 123 Männer.

Eine besorgniserregende Zahl, findet der Passauer Soziologe Thorsten Benkel. China sei wegen der Ein-Kind-Politik hier immer ein Beispiel. Hier gehe die Rechnung nicht mehr auf: "Wenn das Verhältnis etwa bei 105 Männern zu 100 Frauen liegt, geht das noch", sagt Benkel.

"Bei 120 zu 100 sind das fast chinesische Verhältnisse."

Thorsten Benkel

In diesen Regionen müssten sich die Männer überlegen, ob sie wegen des Beruf oder der Familie in der Heimat bleiben wollen oder in eine Gegend ziehen, wo es leichter ist, eine Partnerin zu finden.

Anders als in China liegt es in Niederbayern aber natürlich nicht daran, dass die Eltern nur männlichen Nachwuchs haben wollen. Bei der Geburt ist das Verhältnis noch weitgehend ausgeglichen. Erst bei den jungen Erwachsenen klafft die Schere zunehmend auseinander.

Die Niederbayerinnen sind viel mobiler

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen bleiben in Niederbayern viele Männer lange zuhause im Elternhaus. Sie sind zudem weniger mobil als die Niederbayerinnen, die es oft auch wegen der fehlenden Berufsaussichten in die größeren Städte zieht. Denn Niederbayern ist stark industriell, handwerklich und landwirtschaftlich geprägt. Jobs für gut ausgebildete Frauen sind hier oft selten. Während etwa die starken Automobil- und Zulieferfirmen in der Region Männer nur so anziehen, ist Niederbayern für Frauen offenbar weniger attraktiv.

Bei den Männern könne das Frustration auslösen, sagt Thorsten Benkel von der Universität Passau, denn Frauen könnten sich ihre Partner viel bewusster aussuchen.

"Das wissen die Frauen ja teilweise nicht, wie das Geschlechter-Verhältnis ist. Aber man merkt einfach, dass man als Frau begehrter ist. Dann haben die Männer im Ergebnis nicht mehr so viel Auswahl, müssen in einen Konkurrenzkampf eintreten und dann gibt es Frustration."

Thorsten Benkel

"Männer ohne Ende"

Auch Partnervermittlerin Karin Biermeier, die das Speed-Dating in Deggendorf organisiert, hat diese Entwicklung bemerkt: "Gerade bei den Jungen um die 30. Da gibt es Männer ohne Ende. Viel mehr Männer als Frauen." Es mussten schon Speed-Dating-Termine verschoben werden, weil sich gerade bei jüngeren Gruppen keine Teilenehmerinnen fanden. Doch heute hat es geklappt. Martin aus dem Landkreis Straubing-Bogen ist mit seinen vier Sieben-Minuten-Gesprächen jedenfalls zufrieden.

"Ich bin angenehm überrascht. Nette Damen, schauen wir mal, was sich ergibt. Wenn nicht, dann auf ein Neues."

Martin


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Dani, Donnerstag, 08.März, 10:15 Uhr

13. Niederbayerische Männer...langweilig

Also ganz ehrlich...die niederbayerischen Männer sind zu 90% langweilig. Wie von der Stange. Alle gleich. Nix, wonach man sich auf der Straße umdrehen würde.
Karohemden brav über den Bierbauch in die Hose geschoben, womöglich noch Schnauzer und randlose Brillen ...nöööö
Und ausserdem sind sie extrem altmodisch. Wollen betüttelt werden und auch betütteln.
Das wollen aber die meisten Frauen jenseits der 35 nicht. Die stehen nämlich im Leben, haben zumeist Kinder (ergo Scheidung hinter sich), Job, Haushalt, Hobbies. Und sie meistern das alleine. Haben sich ein eingenständiges Leben erarbeitet, das sie nicht einfach so aufgeben wollen. Nen Mann braucht frau dann eben nur zum Spaß, zumindest anfangs. Damit kommen die wenigsten Männer klar.
Nächster Punkt ist die Bildung. Auch wenn das arrogant klingt...aber wie hier zu lesen ist, sind die meisten Frauen gut ausgebildet und haben ein gewisses Niveau. Das erwartet frau dann eben auch von einem potenziellen Partner..

  • Antwort von Mister X, Donnerstag, 08.März, 17:52 Uhr

    Liebe Dani, kann ja alles sein was du schreibst.... nur ein Mann mit Klasse und Format findet die niederbayrischen Frauen auch öde, langweilig, zickig und meist noch schlecht und billig gekleidet... Viele bilden sich ein wie toll sie sind, aber haben meist, selbst wenig zu bieten!!! Das ist eben auch Fakt!!!

  • Antwort von Dani, Freitag, 09.März, 09:46 Uhr

    Lieber Mister X,
    da geb ich Dir voll und ganz recht! Aber hier gings ja ned um Frauen, sondern um Männer. Und wenn man sich so umschaut, dann können es sich manche Frauen in NdB anscheinend tatsächlich leisten, so zu sein wie du es beschreibst. Sie finden trotzdem nen Dummen, der das akzeptiert. Aber wenn man unbedingt nen Partner will oder braucht, dann muss man dann eben Abstriche machen.
    Ich bleib da lieber solo ;)

Angelika , Mittwoch, 07.März, 22:27 Uhr

12. In Niederbayern gibt es zu viele Männer

Jeden Tag kommen einige Männer dazu, aber die können keine Frau ernähren, weil sie vor sich eine längere Harz IV Karriere haben.

  • Antwort von NoAfD, Donnerstag, 08.März, 13:33 Uhr

    Genau der Kommentar hat noch gefehlt. Die AfD" glänzt ", wo sie kann :(
    Unterirdisch !

Speed-Dating-Teilnehmer, Mittwoch, 07.März, 20:32 Uhr

11.

Ich habe selbst an einer Speed-Dating Veranstaltung teilgenommen.... Man sollte wissen was man will und nicht allen Damen im Saal ein JA zum näheren kennenlernen geben, nur um überhaupt jemand kennenzulernen!! Aus meiner Sicht ein großer Fehler, den die Damen merken ganz genau, ob sie die "Kronprinzessin" isind und ob ein Mann nur sie näher kennenlernen möchte, oder ob sie nur eine unter den anderen ist. Ich für meinen Teil kann berichten, als ich den Saal mit den Damen betreten habe, wußte ich innerhalb von Sekunden, auf welche Dame ich mich konzentriere und alle anderen spielten für mich keine Rolle mehr. Natürlich führte ich auch die anderen Gespräche mit Anstand und Höflichkeit zu Ende. Und wir Männer wollen auch schön gekleidete Damen sehen, also sollten wir Männer auch auf unsere Kleidung achten, da die Damen auch so denken und schön gekleidete Männer schätzen.........

Mann, Mittwoch, 07.März, 14:33 Uhr

10. Benachteiligung

Mal umgekehrt gedacht: "In xy gibt's zu viel Frauen". Würde da jemand sie darüber beklagen und schreiben?
Und ist doch so letztlich gewollt. Frauen können/sollen heute ohne Männer auskommen (nennt sich Emanzipation).
Für was wird das "starke" Geschlecht überhaupt noch benötigt?
Und zu wenig Frauen (in Niederbayern) ? Wer sagt denn, dass alle Männer ne Frauen suchen u. auch brauchen?
No woman no cry and more fun with more money.

Nanni, Mittwoch, 07.März, 12:53 Uhr

9. In Niederbayern gibt es zu viele Männer

Der niederbayerische Mann sollten nicht immer so gschamig sein und selbstbewusster auftreten. Ohne ein Klischee bedienen zu wollen - aber das sind die niederbayr. Männer leider größtenteils: gschamig und zurückhaltend - das wirkt schnell ängstlich und inkompetent und somit abschreckend auf Frauen.
Aber vielleicht macht es der Niederbayer ja auch richtig:

Die Grenze zwischen "zu zurückhaltend" und "zu aufdringlich" ist in der aktuellen Diskussion ja durchaus eine sehr heikle Sache.

Hoffentlich findet der nette Mann in der Reportage ein Weibchen.

  • Antwort von Hanni, Mittwoch, 07.März, 22:16 Uhr

    Wenn man hier schon Klischees loswerden darf: Ich hab noch keinen "zurückhaltenden" oder "gschamigen" Niederbayern kennen gelernt, sondern nur solche mit einer großbäuerlichen Arroganz, die sich gewaschen hatte. Auch wenn sie gar keine Agrarier waren.
    Und so gesehen gibts echt zu viel davon.

  • Antwort von Gebranntes Kind, Donnerstag, 08.März, 13:02 Uhr

    @Hanni
    Stimmt genau!
    Und dann noch mit einem Dialekt und Sprachduktus, der an Lahma....igkeit und Abtörnen gleich an 2. Stelle hinter sächsisch kommt!