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Passau Blutverdünner-Prozess: Staatsanwalt fordert zwölf Jahre Gefängnis

Der sogenannte Blutverdünner-Prozess geht dem Ende zu: Am Landgericht Passau wurden heute die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft für die Angeklagte. Sie soll versucht haben, ihren Mann mit Blutverdünner zu töten.

Von: Katharina Häringer

Stand: 16.07.2018

12.06.2018, Bayern, Passau: Die Angeklagte sitzt im Gerichtssaal des Landgerichts neben ihrem Verteidiger Sebastian Kahlert. Die Frau aus Waldkirchen (Kreis Freyung-Grafenau) soll versucht haben, ihren Ehemann mit blutverdünnenden Medikamenten zu töten, um Zeit für ihren Geliebten zu haben.  | Bild: picture-alliance/dpa/Armin Weigel

Im sogenannten Blutverdünner-Prozess sind heute am Landgericht Passau die Plädoyers gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, dass sie ihren Ehemann mit Blutverdünner vergiften wollte und fordert eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch. Die 51 Jahre alte Angeklagte bestreitet bis heute die Vorwürfe. Auch vor den Plädoyers beteuerte die Frau, mit der Vergiftung nichts zu tun zu haben. Sie sei unschuldig.

Aufsehenerregender Prozess

Der Prozess sorgte für Aufsehen, weil sich der Ehemann während des Prozesses plötzlich aus dem Zuschauerbereich zu Wort gemeldet und sich selbst bezichtigt hatte. Der 68 Jahre alte Mann sitzt seither wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Sein Fall wird als eigenständiges Verfahren behandelt, in dem die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt.

Das Urteil im Blutverdünner-Prozess gegen die Frau wird am kommenden Freitag um 9 Uhr gesprochen.


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