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Patient stirbt nach falscher Medikamentengabe Altenpfleger wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt

Im Mai 2016 ist in einer Pflegeeinrichtung in Mengkofen ein Patient vermutlich wegen falscher Medikamentengabe gestorben. Jetzt ist gegen die Altenpfleger Anklage wegen Mordes durch Unterlassen erhoben worden.

Von: Andreas Mack

Stand: 14.06.2018

Medikamente in einer Medikamentenschachtel | Bild: pa/dpa/Barbara Gindl

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat Klage gegen drei Altenpfleger wegen Mordes durch Unterlassen erhoben. Sie sollen für den Tod eines 66-Jährigen verantwortlich sein.

Die Anklagebehörde geht nach Abschluss der Ermittlungen davon aus, dass der Bewohner eines Pflegeheims im Landkreis Dingolfing-Landau im Mai 2016 starb, weil eine Altenpflegerin Medikamente verwechselte und - nachdem der Irrtum bemerkt wurde - zusammen mit zwei Kollegen nichts unternahm.

Vorgesetzte gestand Verwechslung und Vertuschung

Die Tat kam dadurch ans Licht, dass die 60-jährige Vorgesetzte der Pflegerin wenige Tage nach dem Tod des Patienten gegenüber ihrer Heimleitung sowohl die Medikamentenverwechslung wie auch die anschließende Vertuschung gestand.

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens gab die 60-Jährige an, dass sie zwar über die Medikamentenverwechslung informiert war, aber deren Auswirkung nicht erkannt und gewollt habe.

Verhandlungstermin noch ungewiss

Die 47-jährige Altenpflegerin, der die Verwechslung unterlaufen war, räumte diese zwar ein, will aber ebenfalls nicht mit den schwerwiegenden Auswirkungen auf den Heimbewohner gerechnet haben. Ein 36-jähriger Altenpfleger, der von seinen Kolleginnen informiert wurde, gab die wesentlichen Geschehensabläufe zu, behauptet aber, durch die Vorgesetzte unter Druck gesetzt worden zu sein.

Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest.


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