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Brühend heiße Leidenschaft Neue Studie: Kaffee soll die Lebenserwartung verlängern

Einst gehörte Kaffee zu dem ungesunden Trio: Zigaretten, Alkohol und ... Kaffee. Inzwischen ist er weitgehend rehabilitiert. Jetzt kommt eine amerikanische Studie sogar zu dem Schluss, dass Kaffeekonsum das Leben verlängert.

Stand: 05.07.2018

Cappuccino | Bild: colourbox.com

Bei vielen Menschen ist es noch da, das schlechte Gewissen nach der dritten Tasse Kaffee. Immer wieder wurde in diversen Studien vor erhöhtem Blutdruck, Schwindel, Herzklopfen und Unruhegefühl gewarnt. Doch was gesundheitliche Bedenken angeht, kann inzwischen Entwarnung gegeben werden: Nach und nach offenbart sich, dass viele ältere Studien, die ihm Schädliches unterstellt haben, methodische Mängel hatten.

Neueste Untersuchungen durch Wissenschaftler des National Cancer Institute und des National Institutes of Health haben festgestellt, dass Kaffeetrinken vor einem vorzeitigen Tod schützen kann. Die Studie wurde in dem Fachblatt (enlischsprachig) "JAMA Internal Medicine" veröffendlicht.

Die Daten von fast 500.000 Menschen wurden verwendet

Die Forscher werteten die Daten der UK Biobank aus. In der haben rund 500.000 Menschen Gesundheitsfragebögen hinterlegt mit Daten zu körperlichen Untersuchungen, Konsumgewohnheiten etc mit besonderem Fokus auch auf den Kaffekonsum und die Art des Kaffees, der getrunken wurde. In der Nachbeobachtungszeit von zehn Jahren fanden die Forscher heraus, dass Menschen mit einem höheren Kaffeekonsum länger lebten. Das Ergebnis der Studie: Personen, die acht oder mehr Tassen pro Tag tranken, verringerten ihre Sterblichkeitsrate um 14 Prozent. Personen mit einem täglichen Konsum von sechs bis sieben Tassen Kaffee, reduzierte ihr Risiko früher zu sterben, um 16 Prozent. Zwei bis fünf Tassen verringerten das Risiko um zwölf Prozent. Dabei spielt das Koffein keine Rolle!

Koffein - ein Wachmacher

Koffein ist der bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees. Er macht nicht nur wach, es hat auch andere positive Eigenschaften. Drei bis fünf Tassen am Tag können Konzentration und Denkfähigkeit steigern. Die anregende Wirkung des Koffeins hält unterschiedlich lange an. Zwischen zwei und sieben Stunden braucht die Leber für den Abbau.

Bisher wurde ausschließlich Koffein für die höhere Aktivität des Nervensystems und den steigenden Blutdruck verantwortlich gemacht. Das scheint nach neuesten Forschungen aber nur die halbe Wahrheit zu sein: In Kaffee muss es weitere Inhaltsstoffe geben, die anregend wirken. Das belegen Tests mit entkoffeiniertem Kaffee. Welche Stoffe das sind, können die Forscher aber noch nicht sagen.

Koffein - zum Einschlafen

Kaffee kann aber nicht nur wach machen. Er kann auch die gegenteilige Wirkung haben - vor allem bei älteren Menschen. Sie leiden häufig unter Durchblutungsstörungen des Gehirns. Das kann zu Schlafstörungen führen. Das Koffein bewirkt eine bessere Durchblutung des Gehirns. Eine gute Chance, Schlaf zu finden - wenn man nach dem Kaffeegenuss schnell ins Bett geht. Nach 20 Minuten sieht es mit dem Schlaf wieder schlechter aus.

Mythos Flüssigkeitsräuber

Man kennt das: Kaum hat man Kaffee getrunken, drückt die Blase. Das hat den Kaffee in den Verdacht gebracht, dem Körper große Mengen Flüssigkeit zu entziehen. Auch dieses hartnäckige Vorurteil ist inzwischen widerlegt: Eine Studie des Nebraska Medical Center in den USA belegt, dass Kaffee nicht als Flüssigkeitsräuber einzustufen ist. Kaffee unterstützt ebenso wie andere Getränke die täglich empfohlene Flüssigkeitszufuhr.


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