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Heftige Niederschläge in ganz Südbayern Nach Unwetter in Garmisch: Toter aus Partnach geborgen

Am Abend haben Einsatzkräfte einen toten Mann aus der Partnach in der Ortsmitte von Garmisch geborgen. Vermutlich handelt es sich um die vermisste Person, die bei einem Wehr in den Fluss gestürzt ist. Auch in Niederbayern und Teilen des Allgäu kam es zu heftigen Überschwemmungen - in München "kochten" einige Gullis.

Von: Henning Pfeifer, Martin Breitkopf und Guido Fromm

Stand: 13.06.2018

In Garmisch.Partenkirchenkirchen ist eine Person nach starken Regenfällen von den Wassermassen in der Partnach mitgerissen worden | Bild: BR/Martin Breitkopf

Tragisches Unglück in Garmisch-Partenkirchen: Einsatzkräfte haben einen toten Mann aus der Partnach geborgen. Es handelt sich offenbar um jene Person, die am Nachmittag in die Partnach gestürzt war. Augenzeugen hatten beobachtet, wie der Mann anscheinend versucht hatte, ein Wehr in der Nähe der Partnachklamm zu öffnen und dabei von den Wassermassen mitgerissen wurde.

Sorge um Touristen in der Partnachklamm

Anfangs wurden auch in der Partnachklamm mehrere Touristen vermisst. Bergretter versuchten daraufhin in die Klamm zu gelangen - mussten aber wegen der gefährlichen Verhältnisse umkehren. In der Zwischenzeit hatten sich die Vermissten wieder bei ihrer Gruppe gemeldet.

Am Abend flog die Bergwacht mit einer Drohne die Klamm nochmal ab, nach derzeitigem Stand wurden aber keine weiteren Personen entdeckt. Bis auf weiteres bleibt die Partnachklamm geschlossen - die Schäden sind erheblich. Morgen soll begutachtet werden, was das Wasser alles angerichtet hat.

Pegel der Partnach stieg auf 1,70 Meter

Der Pegel der Partnach in Partenkirchen schnellte binnen einer Stunde von 56 Zentimeter auf mehr als einen 1,70 Meter nach oben. In der Region Garmisch-Partenkirchen, Weilheim und Bad Tölz kam es in Folge dessen zu fünf Verkehrsunfällen. Es habe nur leicht Verletzte und Blechschäden gegeben, so ein Polizeisprecher auf Anfrage. In der Region liefen zahlreiche Keller voll Wasser, eine Straße musste wegen eines Murenabgangs gesperrt werden.

Evakuierungen in Landshut - Dammbruch verläuft glimpflich

Auch in Niederbayern haben Gewitter und später Starkregen fast die ganze Nacht über Polizei, THW und Feuerwehren in Niederbayern in Atem gehalten. Besonders betroffen waren der Großraum Landshut und der Bayerische Wald. Es gab Überschwemmungen, in Landshut mussten im Verlauf der Nacht auch Menschen in Sicherheit gebracht werden. Bei Bischofsmais im Landkreis Regen schlug ein Blitz in einen Carport ein, dieser brannte samt dem darunter abgestellten Wagen aus.

Schon kurz nach Beginn der ersten heftigen Gewitter mussten rund um Landshut die ersten Straßen wegen Überschwemmungen gesperrt werden, später wiederholte sich das Szenario in Mainburg und Pfeffenhausen, wo die B301 und die B299 und verschiedene andere Straßen unpassierbar waren. In Geisenhausen standen am Volksfestplatz mehrere Autos im Wasser.

In Landshut, das praktisch im Zentrum des Regengebiets klag, traten gegen Mitternacht gleich mehrere Bäche über die Ufer und auch der Pegel der Isar stieg stark an. Im Bereich des Wolfsbacher Wegs mussten aus Sicherheitsgründen mehrere Häuser evakuiert werden, betroffen waren laut Polizei 52 Bewohner, die in der Sparkassenarena von Hilfsdiensten betreut wurden. Erst gegen 3.45 Uhr durften sie wieder zurück. Ein kleiner Bach-Damm am Wolfsbacher Weg brach auf einer Länge von etwa zwölf Metern, allerdings floss das Wasser in angrenzende Wiesen, sorgte also für keine weiteren Probleme.

München: In der Au "kochten" die Gullis

Auch in München fielen große Regenmengen. Die Feuerwehr berichtet von 115 Einsätzen. Mehrere Unterführungen, Tiefgaragen und Keller wurden überschwemmt, so ein Sprecher der Branddirektion. Unter anderem wurde ein Teil des Mittleren Rings überflutet.

Im Stadtteil Au trat heißer Wasserdampf aus den Gullis aus. Der Grund: heiße Rohre der Fernwärme lagen nach den heftigen Niederschlägen im Regenwasser. Die Feuerwehr sicherte die Gullideckel ab. Insgesamt waren in München 350 Kräfte von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Straße im Oberallgäu gesperrt

In Rettenberg im Landkreis Oberallgäu musste eine Staatsstraße wegen Überflutung und Schlamms gesperrt werden. Am westlichen Ortsrand von Rettenberg wurden mehrere Wohnhäuser einer Siedlung überflutet. Keller und Wohnräume standen laut Polizei unter Wasser.


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Michael, Mittwoch, 13.Juni, 14:02 Uhr

5.

Es tut mir Leid das zu hören. Jemand der aktiv die Situation verbessern will und mit dem Leben dafür zahlt ist sehr traurig.

Der Mensch (allgemein) nimmt der Natur weg was es kann. Irgendwann kommt das Ungleichgewicht und der Erde heilt sich selbst.
Raffgierig nehmen wir jeden Flecken Boden ein, wir beuten Luft, Land und Wasser aus.
Unwetter und Krankheiten sind die indirekten Resultate welche uns blühen und noch viel zu wenig davon, denn wir lernen bislang ja noch nichts daraus. Mit etwas Glück werfen wir tausende Atombomben und beschleunigen unsere Dummheit.

Anton W., Mittwoch, 13.Juni, 11:52 Uhr

4. Nachverdichtung

Wir wissen auch, dass die Nachverdichtung von Wohngebieten und die Flächenversiegelung durch den enormen Flächenverbrauch ein großes Problem ist.
Was tun wir dagegen?

Frau Schneider, Mittwoch, 13.Juni, 10:22 Uhr

3. Schlimm

Den betroffnen Hinterbliebenen mein aufrichtiges Beileid.

Aber äh, hallo, merkt die Poltik mal, das das der Klimawandel ist? Das die Gletscher schmelzen, das im Mai ein Wetter wie im August herrscht?
Das ist doch nicht normal, aber den "Herrschenden" egal...
Kann nicht mal endlich in eine andere Rictung gerudert werden in der Umweltpolitik?

Bäda, Mittwoch, 13.Juni, 09:16 Uhr

2. Wenig Überraschend

Seit 40 Jahren wissen und ignorieren wir, dass Gletscher und Polkappen schmelzen. Irgendwo muss das viele Wasser ja hin, es ist ja nicht "weg". Mein Mitgefühl gilt den Betroffenen.

  • Antwort von smart, Mittwoch, 13.Juni, 11:14 Uhr

    Seit 60 Jahren wissen die Ölkonzerne vom Klimawandel und dem Zusammenhang von CO2 und Erwärmnung.

    Siehe Mediathek:

    Wie Energiekonzerne den Klimawandel vertuschen - Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie

Bernhard Köppel, Mittwoch, 13.Juni, 08:46 Uhr

1. Unwetter

Also, ich habe eine Klimaanlage, die wird's schon richten, hoff ich..... Interessant wäre es nach wie vor, ob es Statistiken über eine Zunahme von Unwettern gibt! Liebe Versicherungen - ran an die Arbeit!