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Ramadan 2018 Muslimischer Fastenmonat Ramadan beginnt

Für Muslime weltweit beginnt heute der Fastenmonat Ramadan. Rund vier Wochen lang werden viele der rund fünf Millionen Muslime in Deutschland tagsüber fasten. Auch in Bayern halten sich viele Gläubige an die Regeln.

Von: Antje Dechert

Stand: 15.05.2018

ARCHIV - 25.07.2014, Berlin: Muslime feiern im Arab-Nil-Rhein-Verein in Mainz (Rheinland-Pfalz) gemeinsam das Fastenbrechen. Viele gläubige Muslime in Berlin verzichten für vier Wochen tagsüber auf Genussmittel, Essen und Trinken. Für gläubige Muslime beginnt diese Woche der Ramadan - auch in Berlin laufen die Vorbereitungen für den Fastenmonat. | Bild: dpa-Bildfunk/Fredrik von Erichsen

Zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang ist Muslimen im Ramadan Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr untersagt. Mit dem Iftar, dem gemeinsamen Abendessen mit Familie und Freunden, wird das Fasten täglich beendet.

Deshalb ist der Ramadan für Muslime vor allem ein Monat der Begegnung. Viele Moscheen in Bayern laden auch in diesem Jahr wieder Nichtmuslime zum gemeinsamen Fastenbrechen ein – speziell an den Wochenenden.

Gemeinsames Essen und Open-Air-Iftar

Im Islamischen Forum Penzberg werden die Gläubigen kommenden Freitag erstmals von nichtmuslimischen Familien bekocht.  Der Münchner Muslimrat organisiert in gut zwei Wochen ein Open-Air-Iftar im Luitpoldpark. Der Ramadan sei für Muslime eine Zeit der Besinnlichkeit, in der es darum gehe Abstand vom Alltag zu gewinnen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, so der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Nürnberg, Mostafa Eljojo im BR Gespräch. Werte wie Menschlichkeit und Solidarität stünden dabei im Vordergrund. Die islamische Gemeinde Nürnberg richtet daher täglich ein Abendessen für Flüchtlinge aus. Ausgeschlossen von der Fastenpflicht sind Schwangere, stillende Mütter, Kinder, Kranke, Alte und Reisende.

Ramadan - die Zeit der Besinnung

Der Ramadan sei für Muslime vor allem eine Zeit der Mitmenschlichkeit, sagt Imam Benjamin Idriz, Leiter des Islamischen Forums in Penzberg:

"Ramadan ist die Zeit der Liebe zu Gott, die Zeit der Besinnung, der Selbstdisziplin und der Solidarität mit bedürftigen und schwachen Menschen die Zeit für den Zusammenhalt in der Familie und in der Gesellschaft."

Imam Benjamin Idriz

Bedford-Strohm fordert mehr Respekt von Christen dem Islam gegenüber

Zu gesellschaftlichem Zusammenhalt hat auch der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Grußbotschaft an die Muslime aufgerufen. Darin forderte er vor allem Christen zu mehr Respekt gegenüber dem Islam auf. "Wie kann es sein, dass religiöse Stätten wie Moscheen zum Ziel von Anschlägen werden oder - wie im Falle jüdischer Einrichtungen - in diesem Land seit Jahrzehnten unter Polizeischutz stehen müssen? Wie kann es sein, dass Menschen der Meinung sind, ihren eigenen Glauben dadurch glaubhafter zu leben, dass sie den Glauben anderer herabsetzen oder verachten?" Dagegen könne ein verstärkter interreligiöser Dialog helfen, so der Landesbischof. Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx rief in seiner Grußbotschaft an die Muslime zu gegenseitiger Achtung auf: "Denn es sind zwar nicht alle Religionen gleich, aber allen Menschen, ob sie an Gott glauben oder nicht, hat er die gleiche Würde zuerkannt."

Der Ramadan ist der Monat, in dem nach islamischer Überzeugung dem Propheten Mohammed der Koran offenbart wurde.


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