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Luftverschmutzung München ist Stadt mit der höchsten Stickstoffdioxidbelastung

Die Luftverschmutzung durch Dieselabgase ist im vergangen Jahr zurückgegangen. Aber Grund zur Erleichterung ist das nicht: Der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit wurde immer noch in rund 70 Städten und Kommunen überschritten. Besonders traurig: Die höchste Belastung mit Stickstoffdioxid gibt es neuerdings in München.

Stand: 01.02.2018

Berufsverkehr am Abend in München. | Bild: BR/Volker Schmidt

München hat Stuttgart als Stadt mit der höchsten Belastung mit Stickstoffdioxid in Deutschland abgelöst. Trotz eines leichten Rückgangs 2017 wurden in der bayerischen Landeshauptstadt im Jahresmittel 78 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen - der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm.

München hat jetzt die Nase vorn

Es folgten die bisher am stärksten belastete Stadt Stuttgart mit 73 und Köln mit 62 Mikrogramm im Jahresmittel, wie das Umweltbundesamt (UBA) nach ersten Schätzungen am Donnerstag mitteilte. Die Luftverschmutzung in deutschen Städten ging im vergangenen Jahr zurück.

Gute Entwicklung - aber nicht am Ziel

Der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit wurde noch in rund 70 Kommunen statt wie 2016 in 90 Städten überschritten. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sprach von einer Entwicklung in die richtige Richtung. "Wir sind aber noch längst nicht am Ziel."

Software-Update reicht nicht

Aus Sicht des Amts zeigen sich erste Wirkungen kommunaler Maßnahmen, die durch die Diesel-Debatte angestoßen wurden - etwa Tempolimits oder Straßen-Verengungen. Von Bund und Autoindustrie vereinbarte Maßnahmen wie neue Abgas-Software für ältere Diesel und Prämien für den Kauf sauberer Neuwagen reichten nicht aus. Gebraucht würden auch Umbauten an Motoren.

München muss handeln

Der Grenzwert für das Reizgas Stickoxid wird seit vielen Jahren deutlich gerissen. Das muss schnell anders werden, haben Verwaltungsgerichte entschieden – und auch der Stadtrat der Landeshauptstadt hat es den Bürgern versprochen. Was aber konkret dafür geschieht, ist zu wenig, finden Umweltschützer.

Die Stadtratsgrünen sehen in der Zustimmung der Münchner Großen Koalition zum Bürgerbegehren Saubere Luft bisher ein reines Lippenbekenntnis, so der Fraktionsvorsitzende Florian Roth:

"Was ist passiert? Fast gar nichts in einem Jahr! Es wurde alles mögliche verschoben, unsere Vorschläge abgelehnt. Es wurde sogar über neue Autoparkplätze am Rindermarkt mitten in der Innenstadt geredet und über die Vergrößerung von Einfallstraßen – statt umgekehrt über mehr Raum für Radverkehr, für Buslinien und weniger Raum für Autoverkehr – weil in die Innenstadt von München muss nicht unbedingt jeder mit dem Auto kommen!"

Florian Roth, Fraktionsvorsitzender Grüne im Rathaus

Bestimmte Straßen ließen sich für Diesel sperren

Zumindest die am schlimmsten belasteten Straßen für Diesel sperren, wo das Umfahren möglich ist, könnte man sehr wohl, kontern die Münchner Grünen. Stattdessen werden im neuen Luftreinhalteplan der Regierung von Oberbayern erneut die Maßnahmen aufgelistet, die von der Staatsregierung bereits vergangenen Sommer beschlossen wurden – vom Softwareupdate für alte Diesel über Elektrobusförderung bis zu Radschnellwegen.


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Marius, Freitag, 02.Februar, 20:39 Uhr

29.

Bin bis vor kurzem 70 Kilometer einfach nach München gependelt. A9 und Mittlerer Ring rauf, runter, rauf, runter, rauf, runter, rauf, runter. Hat jetzt seit 01.01. ein Ende, wofür ich dankbar bin.

Allerdings fahr ich auch Autogas, womit die Stickoxid-Emissionen ohnehin drastisch reduziert sind.

Trotzdem ihr Münchner, ein Pendler weniger.

Münchner , Donnerstag, 01.Februar, 19:42 Uhr

28. Man könnte auch mal neue

Holzöfen, offene Kamine, und Kachelöfen im Stadtgebiet verbieten. Gerade im Winter, wenn die Diesel noch mehr stinken, heizen manche auch noch mit Holzöfen, obwohl sie normale Heizungen haben. Solange die Grenzwerte überschritten werden, sollten neue Öfen verboten werden.

  • Antwort von michi, Donnerstag, 01.Februar, 20:09 Uhr

    richtig, wenn man eng zusammen wohnt, sollte man diese und noch weitere Regeln beachten.

Erich, Donnerstag, 01.Februar, 19:14 Uhr

27. In München- Trudering

scheint die Belastung am höchsten sein.
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  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 01.Februar, 19:30 Uhr

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  • Antwort von Hirni, Donnerstag, 01.Februar, 19:32 Uhr

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  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 01.Februar, 19:44 Uhr

    @Redaktion: Den Rest von "Erich"s Beitrag dann aber auch löschen, denn der ist Teil der vermutlich nachfolgenden Beleidigung und hat mit dem Thema auch nichts zu tun. Wenn dann konsequent!

  • Antwort von Erich, Donnerstag, 01.Februar, 20:02 Uhr

    Trudi das war keine Beleidigung! Ich hatte nur Fakten genannt! Hohe Belastung mit Stickstoffdioxid macht eine weiche Birne.

  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 01.Februar, 20:26 Uhr

    Sehr geschickt, Erich, hätte ich dir nicht zugetraut;-). Der Spaß sei dir gegönnt, prost:-)

  • Antwort von Erich, Donnerstag, 01.Februar, 20:50 Uhr

    Tja Trudi,
    hier südlich von München ist die Luft besser und das macht sich nicht nur in einem guten Aussehen bemerkbar!

Josef Rödl, Donnerstag, 01.Februar, 17:39 Uhr

26. Reduzierung vor Ausbau

Mit dem Verkehr ist es wie mit der Energie - höhere Bedarfe versucht man in erster Linie durch höhere Kapazitäten abzudecken. Weil dies das "Marktwirtschaftliche Gesetz Nr. 1" ist und weil Politiker nicht mehr gewählt werden, wenn sie diesem Gesetz nicht entsprechen.

Dabei erfordert die Ökologie und noch viel mehr die Gesundheit des Menschen genau das gegenteilige Prinzip. Wenn's zu viel wird, hilft beim Menschen nur eine Fastenkur oder der gänzliche Verzicht (z.B. Rauchen, Alkohol) - in letzter Konsequenz Konsumverzicht.

Für die durch den Verkehr "vergasten" Städte hilft daher ebenfalls nur noch der Verzicht, sprich das Fahrverbot, das Parkverbot und die Reduzierung von Verkehrsflächen für den Individual- und noch mehr für den LKW-Verkehr.
Viele Megastädte der Welt sind bereits an diese Grenzen gestoßen. Ich kann weder in München noch in Deutschland ein echtes Konzept zur Reduzierung des Verkehrs erkennen - nein es gibt immer nur das Konzept zum Exodus allen Lebens.

Selim, Donnerstag, 01.Februar, 17:30 Uhr

25. Sorge

Wenn ich so durch die Kleinstadt gehe, dann bleibt auch mir oft die Luft weg.
Trotzdem: Bitte sorgt dafür, dass die Luft in den großen Städten besser wird. Weil wenn die Leute wieder auf´s Land drücken.... das will hier keiner!