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Kriminal-Statistik München bleibt sicherste deutsche Großstadt

Die bayerische Landeshauptstadt ist die sicherste der 39 größten Städte der Republik. Wie schon in den vergangenen Jahren hat die Polizei dort im Jahr 2017 am wenigsten Straftaten registriert. Gleich danach kommt Augsburg.

Von: Eva Böck

Stand: 22.04.2018

Polizistin und Polizist gehen vor dem Münchner Friedensengel auf Streife.  | Bild: BR

Wo in Deutschland bin ich sicher - und wo weniger? Geht man nach den Zahlen, dann liegt die Antwort auf der Hand: Pro 100.000 Einwohner hat die Polizei im vergangenen Jahr in München 6.627 Straftaten gezählt. In Augsburg waren es nur etwas mehr - mit 7.217. Nürnberg liegt auf Platz sieben (8.551 Straftaten). Den Negativrekord führt dagegen weiter Frankfurt am Main an - mit knapp 15.000 Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner.

Auf Frankfurt folgen Hannover, Berlin und Dresden. Ausgewertet wurden alle deutschen Städte, die mehr als 200.000 Einwohner haben. In ihnen lebt mittlerweile ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland.

Kriminalität insgesamt rückläufig

Insgesamt sind in Deutschland 2017 deutlich weniger Straftaten erfasst worden. Und der Rückgang ist beachtlich: Er liegt bei knapp zehn Prozent. Laut "Welt am Sonntag", der die jüngste Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) vorliegt, hat es einen derart starken Rückgang seit fast 25 Jahren nicht mehr gegeben.

Traurige Ausnahme ist allerdings Dresden. In der sächsischen Landeshaupstadt ist die Zahl der Delikte regelrecht explodiert. Der Zuwachs wird auf knapp 34 Prozent beziffert. Der Dresdener Polizeipräsident Horst Kretzschmar macht dafür aber einen Sondereffekt verantwortlich: Die Pleite der Infinus AG, die mit einem der größten Finanzskandale hierzulande einhergegangen ist. Mehr als 40.000 Anleger sollen betrogen worden sein.

"Aufgrund des Firmensitzes in Dresden werden damit 23.626 Fälle statistisch der Polizeidirektion Dresden zugeschrieben."

Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar im Interview mit der 'Welt am Sonntag'

Weniger Einbrüche, weniger Taschendiebstähle

Gerade in Großstädten haben zum Beispiel Taschendiebe oft leichtes Spiel: Im Gedränge ist schnell mal ein Geldbeutel oder ein Handy aus der Hosentasche gezogen. Auch Wohnungseinbrüche verüben sich leichter, wenn die Nachbarschaft nicht so genau hinschaut. Allerdings hat die Polizei ihre Ermittlungsmethoden verfeinert und sich besser vernetzt. Wohl auch deshalb sind Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle in den großen Städten um mehr als 20 Prozent zurückgegangen.

Offizielle Zahlen erst im Mai

Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Zahlen offiziell am 8. Mai in Berlin vorstellen. Spannend wird sein, wie sein Ministerium die Zahlen insgesamt erklärt.


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Peter , Sonntag, 22.April, 17:40 Uhr

19. Ein Teil dieser Antworten

würde die Bevölkerung verunsichern.

Dieter, Sonntag, 22.April, 16:21 Uhr

18. München Teil2

Erinnerung an „früher“, als es noch keine U-Bahn gab sondern nur Bus und Straßenbahn und die Luft in der Leopoldstraße fürchterlich schlecht war.
Meine geht noch weiter in die Vergangenheit - damals konnten wir in einem Arbeiter- und Angestelltenviertel in München -Schwabing / Römerstraße die Wohnungstür bei An- und Abwesenheit der Bewohner unverschlossen lassen. In warmen Sommernächten ließen Etagenbewohner Wohn- und Schlafzimmerfenster wegen des kühlenden Durchzugs offen. Kippen wurden von Rauchern nicht durch Wegschnippen entsorgt - und wenn doch, gab es Zurechtweisungen durch andere Bürger. In den Bahnen hingen Hinweise wie: „Beim Husten, Spucken, Niesen - bediene Dich des Taschentuches“ - und das zu einer Zeit als es kaum Papiertaschentücher gab, die der normalen Bevölkerung zu teuer waren - man nutzte daher ein gebügeltes Baumwolltaschentuch. Junge Menschen machten für Ältere, egal ob im Wartezimmer eines Arztes, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder wo auch immer Platz.

  • Antwort von Es war einmal vor langer, langer Zeit, Sonntag, 22.April, 21:00 Uhr

    @ Dieter
    Wie alt sind Sie ?
    Von sowas haben meine Großeltern geschwärmt.
    Die haben sich aber selbst ihr ganzes leben nichts getraut und waren nur eines,
    angepasst. Traurig !

Dieter, Sonntag, 22.April, 16:21 Uhr

17. München Teil 2

Die deutsche Sprache mit ihren Feinheiten falsch anwendende Zeitgenossen wurden häufig diskret auf ihre Fehler hingewiesen und fanden mit Sicherheit bei öffentlichen Medien wie Presse und Rundfunk mit Publikumskontakten mit Sicherheit keine Anstellung. Radio Luxemburg war damals ein Sender der was die sprachliche Qualität des Personals anging und im vermittelten Zeitgeist weit über dem des heutigen RTL stand. Einen Herrn Pilawa und die Riege der Moderatoren von RTL, Sat1 usw. trennen Welten von den damaligen Herren Kulenkampff, Carell und Rosenthal. So könnte man weiter Vergleiche in vielen Bereichen anstellen. Es bliebe die Feststellung - dass ehemals selbstverständliche Werte bedauerlicherweise entsorgt werden. Bestes Beispiel ist unsere Kanzlerin - in der Zeit vor 1985 wäre sie öfter „freiwillig zurückgetretenen.
M.f.G.

Senior Fellow, Sonntag, 22.April, 15:12 Uhr

16. Wer sagt denn, was eine Großstadt ist ?

Zu dumm für einen Law-and-order Innenminister, Dienstsitz vor kurzem noch München: In der Kriminalstatistik 2017 für Großstädte (seit 1887 international definiert mehr als 100.000 Einwohner) liegt München mit 6.627 Straftaten je 100.000 Einwohner nicht auf Platz 1. Dort liegen bundesweit vorn mit knapp 15% weniger Straftaten als München Großstädte in der fränkischen Provinz: Erlangen und Fürth, leider in den falschen Wahlkreisen für die Bayern-Wahl 2018.
Aber die Mir-san-mir-Lösung liegt auf der Hand: Lassen wir Großstädte einfach mal anfangen bei 200.000 Einwohnern, und schon leuchtet München wieder einmal.
Merke: Amtliche Statistiken darf man unter keinen Umständen verfälschen. Abei ein etwas kreativer Blick auf die goldene BY-Zukunft an der Spitze Deutschlands ist doch ganz natürlich oberste Pflicht für einen ehemaligen wie neuen Ministerpräsidenten des Freistaats - was darf da eine 130 Jahre alte internationale Definition noch kümmern - halt Zukunft Bayern.

Realist, Sonntag, 22.April, 15:08 Uhr

15. München bleibt sicherste deutsche Großstadt

Vor der Wahl kann man ja nichts anderes schreiben.