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Nürnberg Keine Uni auf dem Quelle-Gelände

Der Freistaat Bayern stellt sich gegen Pläne einer Uni-Nutzung auf dem früheren Quelle-Areal in Nürnberg. Die Nutzung durch eine Hochschule "komme nicht infrage", so Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU).

Stand: 06.12.2013

Am Freitag (06.12.13) positionierten sich in Nürnberg gleich drei Minister gegen einen Uni-Standort auf dem Quelle-Areal. Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle, Finanzminster Markus Söder und Bauminister Joachim Herrmann (alle CSU) wollen die Uni Erlangen und die Nürnberger Ohm-Hochschule auf dem AEG-Gelände unterbringen. Söder erklärte die wochenlange Debatte umd die Ansiedlung der beiden Unis im früheren Quelle-Versandzentrums für beendet.

"Das ehemalige AEG-Gelände hat sich im Gegensatz zum Quelle-Areal als bestens geeignet erwiesen für die Ansiedlung technologischer Spitzenforschung."

Bauminister Joachim Herrmann (CSU)

Eine Prüfung durch das Bayerische Wissenschaftsministerium hatte ergeben, dass das Quelle-Areal nicht von einer Hochschule genutzt werden könne. Das sei ein klares Ergebnis, erklärte Spaenle. Das denkmalgeschützte Gebäude auf dem Quelle-Gelände sei für eine Hochschulnutzung nicht geeignet, da die Räume nicht erschütterungsfrei seien. Nach Ansicht von Söder sollte der Komplex zum Teil abgerissen und für den Wohnungsbau genutzt werden. Die Entscheidung darüber liege jedoch bei der Stadt Nürnberg, so das Wissenschaftsministerium.

Zukunft des Quelle-Geländes offen

Nachdem sich die bayerische Staatsregierung bei der Suche nach neuen Flächen für die Hochschulen für das frühere AEG-Gelände entschieden hat, sind bei der Zukunft des ehemaligen Quelle-Versandzentrums wieder viele Fragen offen. Wirtschaftsreferent Michael Fraas sieht dabei vor allem den portugiesischen Käufer Sonae Sierra in der Pflicht, der sich auf Einkaufszentren spezialisiert hat. "Der Investor wird jetzt weitere Partner suchen müssen", so Fraas.

Das Quelle-Areal - Lage und Größe der Teilflächen

"Langer Atem" bei der Suche

Michael Fraas (CSU), Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg

Hintergrund ist, dass laut Bebauungsplan nur knapp 19.000 von 250.000 Quadratmetern Fläche für ein Einkaufszentrum genutzt werden dürfen. Für die restliche Fläche wird eine weitere Verwendung gesucht, wobei die Stadt Nürnberg die Universität Erlangen-Nürnberg und die Nürnberger Ohm-Hochschule als Mieter ins Gespräch gebracht hatte.

"Ein Baustein, den wir als Stadt ins Gespräch gebracht hatten, ist jetzt nicht mehr vorhanden. Aber es gibt noch viele weitere Bausteine."

Michael Fraas (CSU), Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg

Wirtschaftsreferent Fraas rechnet bei der Frage, wie das ehemalige Quelle-Versandzentrum künftig genutzt wird, mit einem längeren Prozess. "Wir brauchen bei einem so großen Gebäude-Areal einen langen Atem", so Fraas.

Maly: Zukunftspotenzial auch ohne Uni

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) erklärte, das Areal habe auch ohne eine Hochschulansiedlung Entwicklungspotenzial. Der potenzielle Investor Sonae Sierra habe sich schon für das Areal interessiert, bevor das Universitätsthema diskutiert wurde. Wenn sich das Unternehmen nun zurückziehe, müsse die Stadt weiter suchen.

"Ich glaube, dass das Areal Entwicklungspotenzial hat und auf jeden Fall attraktive Partner finden wird. Das Quelle-Areal ist ein Möglichkeiten-Überschuss und kein Problem-Überschuss."

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD)

Ehemaliges Quelle-Areal im Nürnberger Westen

Maly kritisierte im Bayerischen Rundfunk, dass den Plänen bereits eine Absage erteilt wurde, bevor sie durch eine Machbarkeitsstudie gründlich geprüft seien. Nürnbergs Oberbürgermeister sagte, "rationale Entscheidungsgrundlagen sind bei solchen Projekten eigentlich die Grundvoraussetzung, dass man am Ende auch etwas Vernünftiges tut".


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Privileg-Käufer, Mittwoch, 04.Dezember 2013, 14:09 Uhr

1. Maly verrennt sich

Wenn man die Sache ohne "parteipolitische Brille" betrachtet und auch die Quelle-Nostalgie mal beiseite lässt, dann müsste man aus meiner Sicht tatsächlich zu dem Ergebnis kommen, dass ein Abriss des gesamten Komplexes oder zumindest der meisten Baumasse (die Fassade an der Fürther Strasse könnte man zur Not als Nostalgie-"Klagemauer" stehen lassen) und eine anschließende kompletter Neu-Bebauung das sinnvollste wäre, was passieren kann.
Man hat ein riesiges Gebäude, das so speziell als Logistikzentrum gebaut wurde und das heute - auch und gerade an diesem Standort - keiner mehr braucht. Jeder Umbau wäre aber aberwitzig teuer und würde doch keine optimale Nutzung bringen.
Es ist gut, wenn der Freistaat (und damit die Steuerzahler) hier mal nicht einsteigt und viel zu viele Millionen für den Umbau dieses Objekt ausgibt. Dieses Geld sollte lieber in die Sanierung der Uni-Gebäude in Erlangen gesteckt werden - die haben's dringend nötig!