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Quelle-Gelände Nürnberg Denkmalschutz kontra Abriss

In der Diskussion um das frühere Quelle-Areal in Nürnberg sind die Fronten verhärtet. Während Finanzminister Markus Söder (CSU) einen Teilabriss bevorzugt, sieht das ebenfalls CSU-geführte Wissenschaftsministerium Klärungsbedarf.

Stand: 03.12.2013 | Archiv

Ehemaliges Quelle-Gelände in Nürnberg | Bild: News5

Das 250.000 Quadratmeter große Gebäude sei "ein Baudenkmal von höchster Qualität und europäischem Rang", sagte der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Rafael Freckmann, dem Bayerischen Rundfunk. Grundsätzlich dürften denkmalgeschütze Gebäude schon rein rechtlich nur unter ganz besonderen Umständen und unter strikten Auflagen abgerissen oder teilabgerissen werden. Etwa wenn Gefahr für Leib und Leben bestehe, erklärte der Sprecher. Der von Finanzminister Markus Söder (CSU) öffentlich ins Gespräch gebrachte Abriss sei zumindest "momentan nicht machbar".

Teure Sanierung

Söder hatte sich für einen Neubau stark gemacht. Begründung: Die zu erwartenden Sanierungskosten belaufen sich auf bis zu eine Milliarde Euro. Für einen Abriss müsste aber zunächst ein entsprechender Antrag bei der oberen Denkmalschutzbehörde eingehen, mit dem Ziel den Denkmalschutz zu kippen. Das sei bisher aber nicht der Fall gewesen, so Freckmann.

Veto-Recht: Nürnberg hat das letzte Wort

Blick auf das ehemalige Quelle-Versandzentrum und den Quelle-Turm

Im Gespräch mit dem BR sagte Söder, dass er im Denkmalschutz des Gebäudes kein K.O.-Kriterium für einen Abriss sehe. Denn Nürnberg als untere Denkmalschutzbehörde hat in der Frage Abriss oder Nicht-Abriss das letzte Wort. Doch gerade das scheint der Knackpunkt zu sein: Vor dem Hintergrund, dass Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) klar gegen einen Abriss ist, scheint es höchst unwahrscheinlich, dass die Stadt einem Abriss zustimmen würde, sollte der Denkmalschutz des Quelle-Gebäudes tatsächlich aufgehoben werden.

"Über einen Abriss sprechen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch überhaupt nicht."

Rafael Freckmann, Pressesprecher im Bayerischen Wissenschaftsministerium

Interaktive Karte

Das Quelle-Areal - Lage und Größe der Teilflächen

Marchbarkeitsstudie ja oder nein

Personaleingang des ehemaligen Quelle-Versandzentrums in Nürnberg

Knackpunkt in dem Konflikt um das Quelle-Areal ist die Frage, ob die riesigen Flächen des ehemaligen Versandzentrums für die Universität Erlangen-Nürnberg genutzt werden können. In welcher Weise das geschehen könnte, soll nach den Plänen der Stadt Nürnberg eine Machbarkeitsstudie klären. 80.000 Euro würde die Untersuchung kosten. Die Stadt Nürnberg möchte, dass sich der Freistaat mit 20.000 Euro daran beteiligt. Doch der lehnt ab. Nach Söders Worten ist die Staatsregierung der Meinung, dass das Gebäude für eine Hochschulnutzung nicht geeignet ist, weil die Räume nicht erschütterungsfrei sind. Stattdessen sollte der Komplex zum Teil abgerissen und für den Wohnungsbau genutzt werden. Eine Studie "mache überhaupt keinen Sinn", sagte Söder. Aus dem Wirtschaftsministerium heißt es, man brauche mehr Informationen über eine mögliche universitäre Nutzung.

"In unserem Haus wird geprüft, inwieweit eine Machbarkeitsstudie Sinn macht."

Rafael Freckmann, Pressesprecher im Bayerischen Wissenschaftsministerium

"Für was soll man eine Machbarkeitsstudie machen, wenn man schon weiß, dass das Ganze nicht funktioniert."

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU)

Maly: Studie muss sein

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) zeigte sich dagegen in einem Interview mit dem BR von Söders Argumentation nicht überzeugt. Verlässliche Daten würde erst die geforderte Machbarkeitsstudie liefern. "Erst wenn wir die haben, dann wissen wir, was geht und was nicht", sagte er im Interview mit dem BR. Seit Wochen wird in Nürnberg über die künftige dauerhafte Nutzung des Quelle-Gebäudes gestritten.


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j.schwenk, Mittwoch, 04.Dezember 2013, 10:34 Uhr

3. Quelle Gebäude

ich denke, man sollte die Denkmalschutzbehörde in dieses Gebäude, so wie es ist, einziehen lassen. Mal sehen, ob ein umdenken erfolgt.

JohannRoth, Dienstag, 03.Dezember 2013, 21:47 Uhr

2. Dankmalschutz Großmarkthalle Frankfurt

Die Großmarkthalle Frankfurt wurde abgerissen und durch den Neubau der "Europäischen Zentralbank" ersetzt. Der Zugang von zwei Seiten zur EZB ist noch in der Baustil erhalten. Das finde ich, ist ein vernünftiger Denkmalschutz. Nicht so wie beim Augustinerhof. Man kann nicht den Pleitegeier unter Denkmalschutz stellen oder das denkmalgeschützte Areal zum Pleitegeier machen.

krit.steuerzahlere, Freitag, 29.November 2013, 04:31 Uhr

1. Ist Nürnberg - SchuldenFREI ?

als fast immer wieder Nürnberger EU-nomade beobachte ich in dieser MetroPol-Region wie hier doch sehr leichtfertig mit Steuermitteln "gehaust" wird. Wo H.Söder nun mal recht hat - .... es geht nicht und braucht auch keiner ...- sollte man auch seitens einer SPD dringend die WICHTIGSTEN Dinge in Nbg angehen ! BILDUNG + alles drum rum... Da gibt es ja Viertel und "sozial-structures" die sehr DRINGEND einer ENTWICKLUNG + FÖRDERUNG bedürfen!!! H.Söder kennt ja vielleicht heute noch - wenn er wirklich noch hingeht , St.Leonhardt od. andere in der Süd-Stadt ...! H.Maly u.a. müßten DRINGEND da investieren +..... Das besagte Quelle - Gebäude wird immer ein kompromiss... energisch- gestaltungsm.- u.a. DENN gegenüber gibt es ja schon viel KOMPROMISS .. AUF AEG ... WEITER zu TA... ua. aber wer lebt und wohnt da und was spielt sich da noch vielleicht an PARALLEL-Welt ab ????? H.Söder , BITTE bleiben Sie da stark + konstruktiv und fangen Sie mit den SPDlern in N + ER ua. orts an... in step-by-step zu entwickeln... damit wieder "steuerzahlende Arbeit" kommt oder nicht gefährdet wird... UND stoppen allen UNSINN um schienengebundene Verkehrs-Technik StUB ...( 0,5 Mrd. Euro invest !!!???) die Region war nach dem Krieg + schon viel früher... die Region der Entwickler GRUNDIG & Co. , der Versandhaus-Gründer Quelle etc., aber auch der Spiel-Waren-Technik... insofern mal grundsätzlich über alles nachdenken wo Qualification for future angesiedelt + gefördert werden kann!!!! DENN auch wir werden je nach einigen Vorzeichen f. Pädag. Bedienstete z.Pr. diese Region als family-clan und gute Steuerzahler wieder verlassen.... und das tun noch andere!!!