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Nürnberg Tauziehen um Quelle-Areal

Wie soll es weitergehen mit dem ehemaligen Quelle-Gebäude im Nürnberger Westen? Während die Stadt die Uni in dem Gebäude einquartieren will, bevorzugt der Freistaat einen Teilabriss. Nun meldet sich der Uni-Präsident zu Wort.

Stand: 16.11.2013 | Archiv

Ehemaliges Quelle-Gelände in Nürnberg | Bild: News5

Die Hochschule würde sich gerne auf Teilen des früheren Quelle-Areals ansiedeln. Präsident Karl-Dieter Grüske bevorzugt einen vollständigen oder teilweisen Abriss des Gebäudes. Das sei "die bessere Lösung", sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR).

"Wir haben keinen zeitlichen Druck"

Ein Umbau und die damit verbundene Sanierung des Gebäudes sei untauglich, so Grüske weiter. Bestimmte technische Einrichtungen aus dem Bereich des Maschinenbaus könnten nicht in dem Gebäude untergebracht werden. Dass Abriss und Neubau des Gebäudes womöglich länger dauern würden als eine Sanierung sieht Uni-Präsident Grüske nicht als Problem. "Wir haben keinen zeitlichen Druck", sagte er.

Das Quelle-Areal - Lage und Größe der Teilflächen

Uni soll einen Euro zahlen

Ehemaliges Quelle-Versandzentrum in Nürnberg

Um die Zukunft des 250.000 Quadratmeter großen Gebäudes im Nürnberger Westen wird derzeit heftig gestritten. Nach der Quelle-Insolvenz hat der portugiesische Investor Sonae Sierra das Gelände übernommen. Für einen Euro hat Sonae Sierra dem Freistaat Bayern nun einen Teil des Gebäudes zum Kauf angeboten. Voraussetzung damals: Die Uni siedelt sich dort an. Das lehnt Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) ab. Als Begründung nennt er die hohen Sanierungskosten, die er auf rund eine Milliarde Euro schätzt. Stattdessen befürwortet er einen Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes. Inzwischen hat sich Sonae Sierra geäußert, das Areal auch ohne Hochschul-Nutzung wiederbeleben zu wollen.

"Es geht nicht an, dass die bayerischen Steuerzahler die Risiken für einen portugiesischen Investor übernehmen."

Markus Söder (CSU) Bayerischer Finanzminister

Maly fordert: Gebäude erhalten und umbauen

Nürnberger Westen mit Quelle-Turm

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) verweist dagegen auf die gute Bausubstanz des Gebäudes und plädiert dafür, das Gebäude zu erhalten und zur Hochschule umzubauen. Für den Nürnberger Westen sei das eine große Entwicklungschance, sagte Maly. Außerdem könne das denkmalgeschützte Gebäude nicht einfach abgerissen werden. Das Angebot des Investors an den Freistaat wertet er als gute Basis für weitere Gespräche mit Sonae Sierra.

Söder: "Dazu brauchen sie uns nicht"

Das ehemalige Quelle-Areal an der Fürther Straße

Minister Söder sieht keine Basis für weitere Gespräche mit der Geschäftsleitung von Sonae Sierra. Die hätten nämlich erklärt, dass sie das Gebäude auch ohne die Ansiedlung der Uni vermarkten wollen. "Dann sollen sie das machen. Dazu brauchen sie uns nicht", sagte Söder dem BR.


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Thomas, Samstag, 16.November 2013, 09:36 Uhr

1.

Hat OB Maly die Partei gewechselt?