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Nürnberger Bardentreffen 2018 Trotz Hitze - 200.000 Besucher beim Kultfestival

Trotz der sommerlichen Hitze sind am Wochenende rund 200.000 Besucher zum Nürnberger Bardentreffen gekommen. Organisator Rainer Pirzkall zeigte sich im Gespräch mit dem BR "sehr zufrieden".

Von: Andreas Schuster

Stand: 30.07.2018

Die Zahl der Besucher des Nürnberger Kultfestivals entspräche der aus dem Vorjahr, so der künstlerische Leiter des Nürnberger Bardentreffens, Rainer Prizkall. Wegen der hohen Temperaturen seien viele Gäste allerdings erst etwas später gekommen als üblich. Insgesamt standen rund 100 Konzerte auf den neun Bühnen in der Nürnberger Altstadt auf dem Programm.

Fiva verzaubert Hauptmarkt

Als einen der Höhepunkte bezeichnete Pirzkall den Auftritt von "Fiva X JRBB" auf dem Hauptmarkt. Die Sängerin brachte gemeinsam mit der Jazzrausch Bigband den vollen Platz vor der Frauenkirche am Freitagabend wortreich und klanggewaltig zum Beben. Gemeinsam mit DJ Randrum und 20 Musikerinnen und Musikern sorgte Fiva für begeisternde Stimmung.

Rap regierte

Daneben bevölkerten und bereicherten auch wieder zahlreiche Straßenmusiker die 43. Ausgabe des Festivals. Das Bardentreffen hatte sich in diesem Jahr vorgenommen, drei Tage lang ein Plädoyer für die "explizit exquisiten Lyriker im Rap" zu halten, so Pirzkall im Vorfeld der Musikveranstaltung. Und so regierte auch der Rap das Festival unter dem Motto "Rythm and Poetry - RAP".

Weltmusik und Lokales

Rappern komme heute die Funktion zu, die Liedermacher in früheren Zeiten innehatten. "Sie hinterfragen gesellschaftliche Zustände geistreich und kommentieren sie kritisch", so Pirzkall. Diese Vielfalt wollte das Bardentreffen erlebbar machen. Das Festival präsentierte sich wieder als Spielstätte der Weltmusik mit Bands aus aller Welt, u.a. aus Jordanien oder Palästina. Einer der Highlights in St. Katharina war unter anderen Cristina Branco mit ihrer Fado-Interpretation mit Jazz gepaart. Aber auch lokale Größen waren wieder mit von der Partie, so zum Beispiel die Bamberger Band "Kellerkommando".

Auch Barden von Flughafen-Chaos betroffen

Wegen des Chaos am Münchner Flughafen fielen allerdings zwei Konzerte beim Bardentreffen aus. Die Künstler hätten eigentlich am Münchner Flughafen landen sollen und kamen nicht mehr rechtzeitig zu ihren Auftritten.


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Nürnberger, Montag, 30.Juli, 10:56 Uhr

2. Nachtrag

Und noch ein Nachtrag zu meinem Kommentar: Auf dem Weg zur Arbeit hab ich heute die Herrschaften der Parküberwachung gesehen. Wehe, wenn einer keinen Parkschein gelöst hat. Am Wochenende hatten die wohl frei. Absolutes Halteverbot mit Zusatz "Feuerwehrzufahrt" - selbstverständlich zugeparkt. Autos und auch Fahrräder standen in großer Anzahl dort, wo sie nicht hingehören. Aber den Feiernden darf man natürlich nicht zu nahe treten und einen Strafzettel dranhängen. Das würde dem Eventteam von OB Maly nicht gefallen.
Den Hauptmarkt kann man auch umbenennen. Die Obst- und Gemüsehändler sind da eher selten anzutreffen, da nahezu jedes Wochenende was anderes in der Stadt ist. Ob man in München auch die Händler 20-30 Wochen vom Viltualienmarkt verjagen könnte?

Die Stadtspitze sollte sich auch Gedanken zu den einfachen Dingen des Lebens machen. Oder freut sich Herr OB Maly, wenn die "Gäste" ihm permanent an den Hauseingang pinkeln oder alles vollkotzen?

Nürnberger, Montag, 30.Juli, 08:09 Uhr

1. schön - das war einmal

Vor 15-20 Jahren war das Bardentreffen noch schön, heute ist es zur Zumutung der Spaßgesellschaft geworden.

Jede Ecke der Altstadt wird genutzt, jedes Jahr muss es noch mehr werden. Am Trödelmarkt stand eine große Bühne, davor dicht gedrängt die Menschenmassen. Teile dieses Gebietes (in den Häusern wohnen auch Menschen) sind im Fall des Falles für Einsatzkräfte nicht mehr erreichbar. Durch die Albrecht-Dürer-Str. bahnte sich am Samstag Abend ein Rettungswagen mit Blaulicht den Weg zum Einsatzort. Nicht zum offiziellen Programm gehörende Musikanten haben sich auf der Straße niedergelassen und beschallten die Leute, welche den Rettungswagen schlichtweg ignorierten.
Ich selbst musste mir auch den Weg nach Hause - wohne leider in der Altstadt - durch die Menschenmassen bahnen. Feierwütige fühlen sich durch vorbeilaufende Menschen gestört und drohen einem sogar Prügel an. Diese Seiten des Bardentreffens muss man auch ansprechen.

  • Antwort von UH, Montag, 30.Juli, 09:46 Uhr

    Dass Krankenwagen oder Feuerwehr nicht mehr durchkommen, geht nicht.
    Auch ich hörte einer Musikerin zu, die dann ihr Spiel unterbrach, um die Menschen aufzufordern, die Feuerwehr durchzulassen. Bei dem Lärm kriegt vielleicht nicht jeder gleich mit, dass sich ein Fahrzeug nähert. Ich fands aber ok und die Leute haben dann auch Platz gemacht.
    Ich finde das Vermüllen der Stadt schrecklich, der Kommerz, der überhand nimmt.
    Es sind halt auch immer mehr Touristen generell in der Stadt, was aber ja heute gewünscht ist, wenn man die Hotelstrasse am Bahnhof betrachtet.
    Trotzdem hat es mir und meiner Familie gut gefallen.
    Was sicher zum Problem wird, dass Einheimische unter dem Lärm und den Dreck leiden. Das ist die heutige Spaßgesellschaft, die ja das ganze Jahr in aller Welt zu finden ist. Es wird überall alles dran gesetzt, dass das so ist und bleibt, der Rubel muß rollen. Leider......