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Vermisste Heidi D. Suchaktion in Fischbach wird fortgesetzt

Heute wird die Suche nach der vermissten Postbotin Heidi D. aus Nürnberg-Fischbach fortgesetzt. Die Polizei untersucht weiter das Haus, anliegende Gebäude und das Grundstück nach Hinweisen. Unter Verdacht steht der damalige Lebensgefährte der Frau.

Von: Claudia Grimmer

Stand: 15.05.2018

Suchaktion der Polizei in Fischbach | Bild: BR

Bei dem Großeinsatz der Polizei kommen weiterhin Leichenspürhunde zum Einsatz. Sie schlugen gestern bereits mehrmals in einer Laube an. Daraufhin wurden die Nebengebäude ausgeräumt, der Inhalt auf LKWs verladen. Heute sollen die ersten Grabungsarbeiten beginnen. Noch immer vor Ort sind auch Teams der TU München und des Landeskriminalamtes, bestehend aus Biologen für Bodenuntersuchungen und Experten, die Wände auf Hohlräume untersuchen können. Der Zeitraum der Durchsuchungsaktion wurde, laut dem Polizeisprecher Bert Rauenbusch, mit insgesamt drei Tage angesetzt.

Lebensgefährte unter Verdacht

Bereits im Vorfeld hätten sich neue Verdachtsmomente gegen den heute 53 Jährigen ergeben. Er hätte sich auffällig verhalten, hieß es. Nähere Einzelheiten will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Daraufhin erließ die Staatsanwaltschaft einen erneuten Durchsuchungsbeschluss. Bereits im Jahr 2015 wurde das Anwesen in Nürnberg-Fischbach untersucht. Der Lebensgefährte wurde gestern auf dem Polizeipräsidium Mittelfranken wiederholt vernommen. Er ist nach wie vor auf freiem Fuss. Am gestrigen Montag konzentrierte sich die Untersuchung auf den Außenbereich des Anwesens in Fischbach. Heute sollen dort wiederholt die sogenannten Archäologiehunde zum Einsatz kommen, nachdem auch die Garage komplett ausgeräumt ist. Anschließend führt das LKA einen Luminoltest durch. Die chemische Verbindung ist in der Lage, unter bläulichem Licht kleinste Mengen Blut nachzuweisen.

"Nachdem der Lattenverschlag leer geräumt war und auch die Gartenhäuser weggetragen worden waren, haben die Hunde nicht mehr angeschlagen. Also, möglicherweise war es auch nur Tierleichengeruch."
Bert Rauenbusch, Sprecher der Polizei Mittelfranken

Polizei untersucht Hauptgebäude

Heute wird sich die Arbeit der Polizei vor allem auch auf das Haus konzentrieren. Durchsucht wird vom Dachboden bis zum Keller. Auch die Wände werden mit Ultraschall von einem Spezialteam untersucht. So können Hohlräume oder Gegenstände aufgefunden werden.

Der Fall Heidi D.

Die damals 49-Jährige verließ im November 2013 das Haus in Nürnberg-Fischbach um zu joggen. Danach verliert sich die Spur. Erst Tage danach meldete der Lebensfährte Heidi D. als vermisst. Die Polizei ermittelte seitdem in alle Richtungen. Einsatzkräfte suchten mehrfach nach der Postbotin, inbesondere in dem Gebiet rund um den Eisweiher bei Fischbach, an dem Heidi D. gerne joggen ging. Unter anderem durchkämmten 130 Polizeibeamte ein Waldstück in der Nähe. Die Beziehung der beiden sei brüchig gewesen. Die Postbotin wollte sich anscheinend von dem heute 53-Jährigen trennen und suchte bereits nach einer neuen Wohnung. Das Haus in Fischbach war im Eigentum von beiden. Bis heute wohnt der Lebensgefährte dort. Im März 2018 wurde das Anwesen versteigert. Eine Baufirma aus München erhielt den Zuschlag.


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