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Stunde der Wintervögel LBV nennt München "vogelfeindlichste Stadt"

Mehr Teilnehmer aber weniger Meisen und Finken – so fällt die diesjährige Bilanz der "Stunde der Wintervögel" aus. Demnach sahen die mehr als 27.000 Mitzähler durchschnittlich nur 33 Vögel pro Garten. Besonders vogelunfreundlich ist laut LBV München.

Stand: 31.01.2017

Feldsperling landet an einem Meisenknoedel | Bild: picture-alliance/dpa

Im Schnitt zählten die Teilnehmer bei der Mitmachaktion knapp 20 Prozent weniger Vögel in den bayerischen Gärten als im Vorjahr. Besonders in den Städten zeichnet sich laut LBV ein Abwärtstrend ab: Die Landeshauptstadt München sei mit durchschnittlich nur 20 Vögeln pro Garten gar die "vogelfeindlichste Stadt Deutschlands", so die Experten. Ausschlaggebend dafür seien Bauboom und die ungebremste Nachverdichtung. Dieser Negativtrend zeige sich auch an geringen Sichtungen in Nürnberg (25), Augsburg (26) und Bamberg (26).

Oberbayern am wenigsten Vögel

Insgesamt über dem bayerischen Durchschnitt lagen demnach die Teilnehmer in Niederbayern (43 gefiederte Gästen pro Garten) sowie die Regierungsbezirke Oberfranken (37), Oberpfalz (37) und Schwaben (34). Am wenigsten Tiere waren es der Auswertung zufolge mit 30 Vögeln pro Garten in Oberbayern. Unterfranken war durchschnittlich mit 33 Tieren pro Garten, in Mittelfranken waren es 32.

Feldsperling auf Platz Eins

Auf Platz eins der bayerischen Vogelcharts kam bei der Mitmachaktion der Feldsperling, gefolgt vom Haussperling und der Amsel auf Platz drei. Die Kohlmeise landete bei der aktuellen Zählung nur noch auf Platz vier – in den vergangen sechs Jahren hatte sie meist den Spitzenplatz belegt. Auf den Plätzen fünf bis sieben folgten in der Auswertung Blaumeise, Buchfink und der Grünfink, für den die Vogelschützer weiterhin eine stark abnehmende Tendenz beobachten.

Weniger Wintergäste

Die Tierschützer machen für den Vogelmangel mehrere Faktoren verantwortlich: Hauptgrund sei der geringe Zuzug an Wintergästen aus dem Norden. So seien heuer etwa weniger Kohlmeisen und Erlenzeisige aus Nord- und Nordosteuropa zum Überwintern zu uns in den "warmen Süden" geflogen, erklärte Martina Gehret, die Beauftragte für Citizen Science beim LBV. Als weiterer Faktor für den Rückgang der gezählten Vögel kommt regional auch ein geringerer Bruterfolg 2016 in Frage. So seien in einigen Regionen des Freistaats erhebliche Brutausfälle bei Höhlenbrütern wie Meisen gemeldet worden, so Gehret.

Verantwortlich dafür könnte laut LBV die feucht-nasse Witterung während der Brutzeit im April und Mai sein. Rabenvögel wie etwa Elstern, Krähen oder Eichelhäher trifft dagegen laut LBV keine Schuld: Die Zahlen der LBV-Mitmachaktionen bestätigten seit Jahren, dass die Zahl dieser Vögel in den Gärten nicht zunehme. Studien belegten außerdem dass die Tiere keinen nachteiligen Einfluss auf die Singvogelbestände haben, so die Vogelschützer.

Die Top Ten 2017 in Bayern
PlatzVogelAnzahl
1Feldsperling98.646
2Haussperling (Spatz)93.024
3Amsel91.366
4Kohlmeise74.793
5Blaumeise50.224
6Buchfink37.781
7Grünfink/Grünling23.811
8Elster18.218
9Rotkehlchen15.456
10Rabenkrähe11.963

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Günter Stegner, Mittwoch, 01.Februar 2017, 17:57 Uhr

10. Grünling

Wir haben in diesem Winter nicht einen einzigen Grünling gesichtet. Vor ein paar Jahren war er noch dominierend. Meisen und Spatzen sind die hauptsächlichen Besucher in unserem Garten, aber auch weniger als in früheren Jahren.

Christine, Dienstag, 31.Januar 2017, 19:05 Uhr

9. Vogelzählung

Also ich habe heuer wieder mitgezählt und auch signifikant weniger Vögel als die Jahre früher in meinem Garten gezählt. Allerdings waren am Zähltag sowie die Tage vorher extrem tiefe Temparaturen gegeben. Seitdem jetzt dieTemparaturen gestiegen sind, sind die Vögel in meinem Garten zurück, insbesondere Schwärme von Kohlmeisen. Ich denke, die Vögel hatten sich temperaturbedingt aus der offenen Landschaft in die angrenzenden Wälder zurückgezogen und sind jetzt zurück. Vielleicht ist es um unsere Singvögel nicht so schlecht gestellt, wie die Ergebnisse es nahe legen.

sympathie träger, Dienstag, 31.Januar 2017, 18:55 Uhr

8.

ich lebe seit fast 50 jahren auf den land und muss leider feststellen ,das es anscheinend in den städten mehr vögel geben muss als bei uns auf den land . habe in diesen jahr fast keine spatzen mehr gesehen . früher hat man immer ganze horden durch die noch vorhandenen büsche und bäume toben gesehen . aber dummerweise sind büsche und bäume noch stärker zurückgegangen als der katzen bstand und von diesen sieht man schon in vergleich zuvor 10 jahren fast keine mehr . habe in den letzten monaten nur ein paar amseln , 2 kohlmaisen und 3 spatzen gesehen . und das auf ca. 3000qm hoffläche ! ich schätze die energiewende und die moderne gartenkultur , friedhofsrasen für idioten , zeigen wohl landesweit ihre wirkung !

Hans, Dienstag, 31.Januar 2017, 17:57 Uhr

7.

Das Beobachten von Vögel ist eine sehr schöne Achtsamkeitsübung. Diese Übung gefällt mir noch besser als Meditation, da sie strukturiert ist. Gestern habe ich einen Silberreiher längere Zeit beobachtet, heute einen Graureiher. Vögel beobachten mochte ich schon als Kind sehr gerne, auch wenn mich die Mutter gefragt hatte, ob ich denn schon wieder träumen würde.

lukas, Dienstag, 31.Januar 2017, 16:00 Uhr

6. Schuld ..................

die ungebremste Versiegelung von Flächen im Freistaat Bayern.

Ja,das darf man so sagen,

Bayern pflastert seine Natur zu.

Na ja gut so,dann sparen wir uns bald den Heimatminister,weil wir bald keine heimat mehr haben.

  • Antwort von as, Mittwoch, 01.Februar, 09:09 Uhr

    Sehe ich wie Sie.
    Ein sog. Heimatminister, der unserer Heimat den Gar aus macht: ein Skigebiet nach dem nächsten in ausgewiesenen Schutzzonen, Flächenverbrauch, als wäre Grund und Boden vermehrbar, Ausbau von immer mehr Autobahnen, als gäbe es kein morgen, auch hierfür muß jede Hecke und jeder Baum weichen, usw. (am Erlanger Kreuz steht nix mehr an Bäumen und Hecken!)

    Heimat- und Umweltminister in Bayern? Ich frage mich immer für was?
    Heute stört jeder Baum, weil er ja Blätter abwerfen könnte, Chemie und Gift, weil ja ein Unkraut empor kommen könnte usw......