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Trauer in Nürnberg Verleger Bruno Schnell gestorben

Trauer bei den Nürnberger Zeitungen: Der Verleger der "Nürnberger Nachrichten" (NN) und der "Nürnberger Zeitung" (NZ), Bruno Schnell, ist im Alter von 88 Jahren gestorben, wie die Chefredaktion der NN am Freitagabend mitteilte.

Stand: 03.02.2018

Bruno Schnell, der Verleger der Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung (NZ) ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Wie die Chefredaktion der Nürnberger Nachrichten (NN) am Freitag (02.02.18) mitteilte, verstarb Schnell bereits am 27. Januar. Auf seinen Wunsch hin wurde er im engsten Familienkreis beigesetzt. Die deutsche Medienlandschaft verliere eine ihrer markantesten Persönlichkeiten, heißt es in der Mitteilung. Über 60 Jahre lang habe der Verleger die Entwicklung der beiden Zeitungen und ihrer regionalen Ausgaben geprägt.

Seit 1947 im Verlag Nürnberger Presse

Am 27. Februar 1929 wurde Bruno Schnell in München geboren. 1947 begann er als Direktionsassistent im Verlag Nürnberger Presse. Seit 1950 kooperiert die NN mit kleineren Heimatzeitungs-Verlagen in der Region. Aktuell haben die NN eine Auflage von über 220.000 Exemplaren und zählt damit nach eigenen Angaben zu den größten Regionalzeitungen Deutschlands. Die später dazu gekaufte "Nürnberger Zeitung" hat derzeit eine Auflage von 22.000. Zur Unternehmensgruppe gehört auch der Olympia-Verlag, der die Fußballzeitschrift "kicker" herausbringt.

Bekannt als sozialer Verleger

Der Verleger war auch für sein soziales Engagement bekannt. So habe er immer auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet und sei öffentlich für die Einhaltung von Tarifverträgen eingetreten, hob die Unternehmensgruppe in ihrem Nachruf hervor.

Mäzen und Kunstförderer

Schnell hat sich in Nürnberg und der Region auch als Mäzen und Kunstförderer einen Namen gemacht. So rief der passionierte Maler unter anderem den Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten ins Leben und einen alle zwei Jahre vergebenen internationalen Jazzpreis. Auch die Nürnberger Kunstvilla ist ein Spende Schnells an die Stadt.

Der Verleger hat sich sein Leben lang für die Demokratie eingesetzt. So hat er auch aus Überzeugung das Dokumentationszentrum Reichsparteitage finanziell unterstützt und das Preisgeld des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises gestiftet.

"Verleger mit Haltung"

Seit 2014 war er Ehrenbürger der Stadt Nürnberg. In der Begründung hieß es damals: „Als eine der großen deutschen Verlegerpersönlichkeiten, großherziger Mäzen und Kunstförderer hat sich Bruno Schnell herausragende Verdienste erworben.“ Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) würdigte ihn damals als „Verleger mit Haltung“.  Schnell hinterlässt drei Kinder. Sohn Toni ist Geschäftsführer des Olympia-Verlags, Bärbel Schnell leitet den Vertrieb und Sabine Schnell-Pleyer ist die Justiziarin des Verlags.


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