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Amtsgericht Hersbruck Mittelfrankens Bauernpräsident Felßner wegen Umweltdelikt vor Gericht

Der Präsident des mittelfränkischen Bauernverbands, Günther Felßner, muss sich ab heute vor dem Amtsgericht Hersbruck verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Sickerwasser aus seinen Silos unerlaubterweise in den Boden geleitet zu haben.

Von: Martin Hähnlein

Stand: 16.04.2018

Mittelfränkische Bauernpräsident Günther Felßner | Bild: Bayerischer Rundfunk 2018

Zu dem Prozess kommt es, weil Felßner einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft nicht akzeptiert hat. Demnach sollte er eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zahlen. Nun muss das Gericht über den Fall entscheiden.

Grundwasser in Günterhesbühl verunreinigt

Der Staatsanwaltschaft zufolge ist Felßner dafür verantwortlich, dass in Günthersbühl im Landkreis Nürnberger Land der Boden und teilweise auch das obere Grundwasser verunreinigt wurden. Er habe Sickerwasser aus seinen Silos illegal in den Boden geleitet. Felßner, der auch Vize-Präsident des Bayerischen Bauernverbands und Mitglied im Naturschutzbeirat der Regierung von Mittelfranken ist, hat dem widersprochen.

Gegengutachten sei nicht berücksichtigt worden

Felßner ist der Meinung, ein von ihm in Auftrag gegebenes Gegengutachten sei von der Justiz nicht berücksichtigt worden. Das stimme so nicht, sagte Antje Gabriels-Gorsolke von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Die Sachverständigen hätten das Gegengutachten geprüft und auch dazu Stellung genommen. Sie seien aber im Anschluss nicht von ihren ursprünglichen Feststellungen abgewichen.

Strafmaß noch völlig offen

Der Strafbefehl hat nun die Wirkung einer Anklageschrift und der Ausgang des Verfahrens ist offen. Wie Antje Gabriels-Gorsolke dem Bayerischen Rundfunk erklärte, sei das Gericht nicht an die Höhe des Strafbefehls gebunden, die Strafe könne auch höher ausfallen, so Gabriels-Gorsolke.


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