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Einweihung Ludwig-Erhard-Zentrum Fürth Bundespräsident würdigt Vater des Wirtschaftswunders

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Ludwig-Erhard-Zentrum in Fürth eingeweiht. Dabei würdigte er Erhard in dessen Geburtsstadt als Begründer einer "auf Freiheit und Rechtssicherheit gebauten Wirtschaftsordnung."

Von: Tina Wenzel

Stand: 18.05.2018

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (sitzend) trägt sich zur Eröffnung des Ludwig-Erhard-Zentrums in das Goldenen Buch der Stadt Fürth ein. Hinter ihm stehen (von lnks nach rechts) seine Frau Elke Büdenbender, Markus Söder (CSU), bayerischer Ministerpräsident, Thomas Jung (SPD), Fürther Oberbürgermeister, und Evi Kurz, Vorstandsvorsitzende der Ludwig-Erhard-Haus-Stiftung | Bild: Daniel Karmann/dpa

Steinmeier zeigte sich sicher, dass Erhard stolz auf sein Museum und seine Fürther gewesen wäre – darauf, dass sie ihm keine goldene Statue, sondern einen Ort für Aufklärung und Dialog gesetzt haben. Das Zentrum will mehr als nur ein Museum sein, sondern auch eine Begegnungsstätte und Forschungszentrum. Im Mittelpunkt steht das Leben und Wirken Ludwig Erhards, der nach dem Zweiten Weltkrieg Bundeswirtschaftsminister und später Bundeskanzler war. Eine multimediale Ausstellung zeigt abwechslungsreich die Stationen seines Lebens.

"Wir verdanken Erhard eine auf Freiheit und Rechtssicherheit gebaute Wirtschaftsordnung. Das war für ihn eine zentrale Lehre aus den Zerrüttungen der Währungs- und Wirtschaftskrisen, der Massenarbeitslosigkeit und des Massenelends der Weimarer Zeit, und es war eine Lehre aus der Willkür der Naziherrschaft."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Fürth

Mit Erhards Namen wird das deutsche Wirtschaftswunder in der Nachkriegszeit und die soziale Marktwirtschaft verknüpft. Die Besucher erwartet ein deutschlandweit einmaliges Konzept, sagte Initiatorin und Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises Fürth, Evi Kurz. Die Ausstellung erstreckt sich über das Geburtshaus Erhards und den Neubau direkt gegenüber. Viele Raritäten, die noch nie zuvor ausgestellt wurden, sind im Zentrum zu sehen, zum Beispiel die Eheringe Ludwig Erhards oder seine Militärakte.

Ein Höhepunkt des neuen Museums ist der sogenannte Zukunftsraum im Neubau, der Erhards Denken in die heutige Zeit übertragen will. Erhard konnte zwar die technischen Umbrüche unserer Zeit nicht erahnen, so Steinmeier, aber dennoch seien seine Vorstellungen der sozialen Marktwirtschaft aktuell. "Das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft vom Aufstieg und sozialer Sicherheit ist seit Jahrzehnten Garant für politische Stabilität. Ohne dieses Versprechen gerät in unserer Gesellschaft möglicherweise etwas ins Rutschen", sagte der Bundespräsident bei der Eröffnung. Es gelte, die Herausforderung der Globalisierung und Digitalisierung zu meistern. Das Ludwig-Erhard-Zentrum will da Denkanstöße liefern.

Noch steht das Zentrum nicht für das Publikum offen, denn das 18-Millionen-Projekt ist noch nicht ganz fertiggestellt. Erst ab dem 20. Juni können Besucher in die Ausstellung kommen. Einige Fürther haben zur offiziellen Eröffnung gegen das Ludwig-Erhard-Zentrum demonstriert. Die Kritik kommt von links und von den Grünen: Sie bemängeln unter anderem die gestiegenen Baukosten. Und auch die Architektur des Neubaus – der "Betonklotz" – erregt den Unmut vieler Fürther.

Das Leben Ludwig Erhards


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Wirtschaftswunderkind ohne Scheuklappen, Freitag, 25.Mai, 14:04 Uhr

2. Nun muss man wohl ...

...mit diesem Bau und der dazugehörigen Lobhudelei in Fürth leben. Schade um das schöne Geld, das hier in alles andere als in "Wohlstand für alle" gesteckt wurde.
Was man noch verhindern kann: Dass irgendein Sträßlein in Fürth nach einem Mitglied der Familie Kurz benannt wird oder diesen Leuten ein Denkmal gesetzt wird. Dieses Monstrum hinterm Rathaus ist "Denk-mal" genug. Schluss jetzt!

Barbara, Freitag, 18.Mai, 13:16 Uhr

1. Die Zeiten unter Ludwig Ehrhard sind mit heute nicht zu vergleichen.

Damals ging es in der Nachkriegszeit wirtschaftlich steil nach oben. Die Bevölkerung von Deutschland betrug etwa 60 Mio; heute haben wir über 80 Mio und viele Gering-Verdiener, die von ihrem Einkommen und ihrer Mini-Rente nicht leben können. Solche Probleme gab es unter Ehrhard nicht.

  • Antwort von forist, Freitag, 18.Mai, 15:38 Uhr

    In den entbehrungsvollen Nachkriegsjahren widmeten die Regierenden ihre Kraft pflichtbewusst dem Wohlergehen des deutschen Volkes.
    Heute regieren die Regierenden eher zum Schaden des deutschen Volkes,im Übrigen für den eigenen Machterhalt!

  • Antwort von Bernhard, Freitag, 18.Mai, 19:54 Uhr

    Frau Barbara, vielleicht kennen Sie diese Zeit nicht richtig.
    Die 20 Millionen mehr sind in der Mehrheit aus der ehemaligen DDR.
    Wenn ich daran denke, wie die Menschen ab 1950 bis Ende 1970 gelebt haben, dann war das nicht wirklich viel besser als heute mit Hartz iV.
    Die meisten Frauen durften nicht arbeiten und fast alle Familien hatten mehr Kinder als heute.
    Zusätzlich musste man viele Bürger aus Italien, Griechenland und der Türkei bitten, dass sie bei uns für unseren Wohlstand arbeiten.
    In der Krankenpflege kamen viele Frauen aus den Philippinen um unsere Krankenpflege abzusichern.
    Und wenn ich heute sehe, wieviele Hartz IV Empfänger schlicht unwillig sind, zu arbeiten, dann haben sie am Ende auch nicht wirklich eine bessere Rente verdient.

  • Antwort von Barbara, Freitag, 18.Mai, 20:48 Uhr

    Bernhard, Ihre Meinung kann ich ganz und gar nicht teilen.