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Gunzenhausen Heimtückischer Mord: Vater ersticht seine drei Kinder im Schlaf

Die Mutter und ihre drei Kinder, die gestern in Gunzenhausen tot aufgefunden wurden, sind nach Ermittlungen der Polizei von ihrem Vater erstochen worden. Er schlich sich in die Wohnung und überraschte die Kinder im Schlaf. Gegen den 31-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Von: Nora Kaltenbeck

Stand: 27.06.2018

Wie Hermann Lennert, der Leiter der Kriminalpolizei Ansbach, auf einer Pressekonferenz in Gunzenhausen erklärte, hat der Familienvater demzufolge die 29-Jährige und die drei gemeinsamen Kinder mit einem 16 Zentimeter langen Küchenmesser getötet. Bei den Kindern handelte es sich um eine dreijährige Tochter und zwei Söhne im Alter von sieben und neun Jahren. Die Ehefrau hatte erst am 21. Juni 2018 ein Kontaktverbot gegen den Ehemann erwirkt, weil er gewalttätig geworden war.

Familienvater hatte Kontaktverbot

Der Bruder der Frau hatte in der Nacht vor der Tat noch bei der Frau und den Kindern übernachtet. Die 29-Jährige hatte ihn darum gebeten, weil sie Angst vor ihrem Ehemann hatte. Der Familienvater hatte den Bruder jedoch unter dem Vorwand, frische Kleider abholen zu wollen, vor das Haus gelockt und war in dieser Zeit in die frühere gemeinsame Wohnung eingedrungen. Die Getöteten waren am Dienstagmorgen vom Bruder entdeckt worden. Der Familienvater war vom Balkon im dritten Stock gesprungen. Dabei wurde er schwer verletzt. Er liegt nach einer Operation im künstlichen Koma.

Oberstaatsanwalt: "Absoluter Vernichtungswillen" des Vaters

Das Amtsgericht Ansbach hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ansbach Haftbefehl wegen Mordes gegen den Familienvater erlassen. Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger erklärte, der Täter habe die Arg- und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt, indem er sie im Schlaf erstochen habe. Daher sei das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Der 31-Jährige habe die Taten geplant und sie in sehr kurzer Zeit durchgeführt, nämlich in den wenigen Minuten, in denen er den Bruder der getöteten Frau vor das Haus gelockt hatte. Er habe sich auf Strümpfen in die Wohnung geschlichen und auf seine Frau und die drei Kinder eingestochen. Darin zeige sich ein "absoluter Vernichtungswillen", so Oberstaatsanwalt Schrotberger. Es gebe keinen Zweifel, dass er der Täter sei.

Familienvater war vorher schon gewalttätig

Der Familienvater war nach Angaben des Oberstaatsanwalts in der Vergangenheit schon einmal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Bei einem Ausflug mit seinen beiden Söhnen habe er gedroht, sie umzubringen. Daraufhin erhielt er einen Strafbefehl.


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