53

Bund Naturschutz in Bayern Für dritten Nationalpark, gegen Betonflut

Der Bund Naturschutz kämpft für einen dritten Nationalpark – und kritisiert die Haltung des designierten Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Die Naturschützer unterstützen außerdem das Volksbegehren gegen Flächenfraß.

Stand: 05.02.2018

Brunntal-Dreieck, suedlich von Muenchen; Autobahn A995 und A 8 | Bild: picture-alliance/dpa/Luftbild Betram

Kommt in Bayern ein dritter Nationalpark oder nicht? Der designierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat derzeit anscheinend kein Interesse mehr an einem dritten Nationalpark in Bayern – wenigstens vor der Landtagswahl. Diese mögliche Abkehr kritisiert der Bund Naturschutz stark. Der bayerische Vorsitzende Hubert Weiger sieht darin auch Kalkül im Kampf um Wählerstimmen und Beliebtheits-Werte.

"Wenn jetzt der designierte Ministerpräsident nach zwei Jahren intensiver Diskussion zum Schluss kommt, ich habe hier mehr Probleme als Anerkennung, dann können wir nur hoffen, dass es dabei nicht bleibt. Ein dritter Nationalpark in Bayern stößt auf die große Unterstützung eines großen Teils der Bevölkerung."

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz Bayern

"Nicht gegen den Willen der Bevölkerung stellen"

Wenn Söder weiter eine absolute Mehrheit anstrebe, solle er sich jetzt nicht derart gegen den Bürgerwillen stellen, so Weiger weiter. Es gebe in Bayern durchaus viele Gebiete, die durch einen dritten Nationalpark schützenswert seien.

Unterstützung für Volksbegehren gegen Flächenfraß

Der Bund Naturschutz unterstützt außerdem das von Grünen, ÖDP und AG Bäuerliche Landwirtschaft gestartete Volksbegehren zum Flächenschutz. Der Landesvorstand hatte das bereits beschlossen, am Wochenende stimmte auch der Landesbeirat zu, heißt es in einer Mitteilung.

"Zahnlose Ankündigungen statt klarer Vorschriften zur Verringerung des Flächenverbrauchs und Förderprogramme für die Kommunen, wie von Söder angekündigt, können das Problem nicht lösen."

Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz

Nun muss Ende April noch die Delegiertenversammlung des Bund Naturschutz dafür stimmen, das Volksbegehren zu unterstützen. Anschließend erwarten die Naturschützer von den Initiatoren, dass ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis gegründet wird.

Hubert Weiger gibt Vorsitz ab

Vor allem mit Blick auf das möglicherweise anstehende Volksbegehren gegen Flächenfraß in Bayern kündigte Hubert Weiger an, sein Amt als Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern aufzugeben. Er wolle einen Generationenwechsel ermöglichen. Als sein Nachfolger will der bisherige Landesbeauftragte des Bund Naturschutzes in Bayern, Richard Mergner, antreten. Der Vorsitzende wird am 28. April in Eichstätt gewählt.


53

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Florian Tully, Donnerstag, 08.Februar, 23:39 Uhr

2. 3. NLP

Für Söder und die CSU reichen bei der Landtagswahl im Herbst 50 % Zustimmung., um allein zu regieren.

Warum reichen dann 65 % Zustimmung der Bevölkerung in der Steigerwaldregion für einen Nationalpark nicht aus?

Wolfgang, Montag, 05.Februar, 16:13 Uhr

1. Zum Thema Flächenfraß!

Baugebiete nur als Mischgebiete ausweisen. Je mehr Mischung, umsoeher firnden Leute eine arbeit in fußwegnähe, also weniger Parkplatzbedarf. ebneso sind viele wege zu Dienstleistungen dann kürzer.

Bestandsbaugebiete zu Mischgebieten umwidmen und Baurrecht für Geschoßwohnungsbau vergeben, gerne 3 Vollgeschoße und KEINE Dachausbauten zu Wohnzwecken. Aber Pultdach als Kaltdach z.B. auch zum Wäschetrocknen, Bodenkammern usw.

Im freistehenden Einfamilienahus haben die Leute mindestens die halbe Wohnfläche als Nebenräume, oft dazu über der Doppelgarage auch noch Platz. Im Geschoßwohnbau oft nur 4m² Mikrokelleraum! Wohin mit der Hobbyausrüstung, dem Rennrad, Kinderschlitten, Gartentisch, Reservestühle für Familienfeier usw. usw.

Blockrandbebauung wie in der Jugendstilzeit ist flächensparend und bietet die lärmgeschützten kindersicheren Innenhöfe.