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Handelsstreit Mittelstand in Bayern warnt vor weiteren US-Zöllen

Der Präsident des Verbandes "mib - Mittelstand in Bayern", Ingolf Brauner, hat nach den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium Sorgen vor weiteren Maßnahmen aus Washington. Die nächste "Eskalationsstufe" könne die Autoindustrie und damit auch viele kleine Zulieferbetriebe treffen.

Stand: 04.06.2018

Im Interview mit der Bayern 2 radioWelt am Morgen sagte Brauner: "In der nächsten Eskalationsstufe, die wir erwarten - wenn es also gegen die Automobilindustrie geht - ich denke, da wird es schon die mittelständischen Betriebe treffen. Vor allem auch die kleineren, die in der zweiten und dritten Reihe in der Zulieferkette hängen, die eigentlich den politischen Geschehnissen ausgeliefert sind."

Laut Brauner schadet Trump sich mit den Zöllen selbst

Der Verbandspräsident machte weiter klar: "Wir betrachten das auf der einen Seite schon mit großer Sorge. Auf der anderen Seite ist es so, dass der deutsche und insbesondere der bayerische Mittelstand sich in schwierigen Situationen ja immer flexibel und innovativ gezeigt hat. Und langfristig betrachtet, wird sich Trump vielleicht selbst schaden, weil er seiner Wirtschaft den Innovationsdruck nimmt. Man könnte darin auch eine Chance sehen."

Europa müsse "gemeinschaftlich Kante zeigen"

Geplante Gegenmaßnahmen schätzte Brauner zurückhaltend ein.

"Alleine wird das, glaube ich, nicht funktionieren. Man muss sehen, dass Volumen dieser Gegenmaßnahmen ist gerade mal die Hälfte des Volumens, was Trump an Strafzöllen ausgesprochen hat. Ich denke, was wichtig ist, ist, dass wir gemeinschaftlich Kante zeigen - und zwar sowohl in Europa als auch mit den anderen betroffenen Staaten. Also wir müssen in irgendeiner Form etwas dagegen stellen. Was uns langfristig am besten helfen wird, ist Geschlossenheit."

Ingolf Brauner, Präsident des Verbands Mittelstand in Bayern

Der Präsident des Verbandes "mib - Mittelstand in Bayern" sagte mit Blick auf den US-Markt: "Da wirklich auszuweichen, ist sehr schwierig. Wir können uns natürlich zur Politik hin klar positionieren und auch erwarten, dass die Politik entsprechend handelt. Aber im Grund gibt es das Ausweichen nur auf andere Märkte und auch das geht nicht von heute auf morgen."


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