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Stellungnahme Merkel: Freilassung Tolus noch "keine komplett gute Nachricht"

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt die Freilassung von Mesale Tolu, weist aber darauf hin, dass dies noch "keine komplett gute Nachricht" sei, da Tolu nicht ausreisen darf und der Prozess fortgesetzt wird.

Stand: 18.12.2017

Mesale Tolu und Ehemann Suat Corlu | Bild: BR

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Freilassung der deutschen Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu in der Türkei nur eine bedingt gute Nachricht. "Das ist eine einerseits gute Nachricht im Blick auf die Tatsache, dass sie wohl freikommen wird", sagte Merkel am Montag in Berlin. "Es ist auf der anderen Seite natürlich noch keine komplett gute Nachricht, weil sie das Land nicht verlassen darf und auf der anderen Seite auch der Prozess weitergeführt wird."

Entlassung aus Untersuchungshaft

Ein Gericht in Istanbul hatte nach Angaben der Anwälte Tolus sowie des Auswärtigen Amts in Berlin die Entlassung der 33-jährigen deutschen Staatsbürgerin mit türkischen Wurzeln aus der Untersuchungshaft am Mittag angeordnet. Es folgte damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft. Tolu war "Terrorpropaganda" vorgeworfen worden. Auch fünf weitere Beschuldigte in demselben Verfahren kamen frei. Allerdings hat das Gericht in Istanbul eine Ausreisesperre erlassen. Tolu wird damit bis zu einem Urteil in dem Verfahren auf freien Fuß gesetzt, muss aber in der Türkei bleiben.

Ehemann Corlu darf die Türkei auch nicht verlassen

Auch Tolus Ehemann, Suat Corlu, war verhaftet worden. Er wurde an seinem ersten Verhandlungstag Ende November auf freien Fuß gesetzt. Wie seine Ehefrau darf er die Türkei nicht verlassen.


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