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Rosbach Meninigitis: Achjährige Schülerin an Hirnhautentzündung verstorben - Kontaktpersonen gesucht

Ein achtjähriges Mädchen aus Rosbach ist an einer Hirnhautentzündung gestorben. Nun werden Kontaktpersonen wie Mitschüler aus der Kapersburgschule aufgefordert, zum Arzt zu gehen, um Vorsorge vor der gefährlichen Meningitis zu treffen.

Stand: 14.03.2018

Mädchen schützt sein Gesicht mit seinen Händen: Symbolbild  | Bild: colourbox.com

Eine achtjährige Schülerin aus Rosbach ist an den Folgen einer Hirnhautentzündung (bakterielle Meningitis) gestorben. Der Wetteraukreis forderte die Eltern ihrer Mitschüler am Mittwoch auf, sich an einen Kinderarzt zu wenden. Es werde eine medikamentöse Vorsorge für alle Menschen empfohlen, die zu der Schülerin der Kapersburgschule Kontakt hatten. Alle engen Kontaktpersonen würden derzeit ermittelt.

Die Schülerin starb den Angaben zufolge am Dienstag, nachdem sie sich am Donnerstag krank gemeldet hatte. Die Krankheit Meningitis wird laut dem Gesundheitsamt des Kreises durch Bakterien verursacht und ist meldepflichtig.

Tückische Erkrankung

Die sogenannten Meningokokken können schwere Infektionen auslösen, zum Beispiel Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen. Meningokokken sind Bakterien, die zu zwei Dritteln aller Fälle eine Meningitis (Hirnhautentzündung,) und zu einem Drittel aller Fälle eine Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen können. Sie kommen weltweit vor. Trotz ihrer Gefährlichkeit werden die Krankheitserreger unterschätzt, warnt die Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen und rät dringend zur Impfung.

Zwar sind Infektionen in Deutschland selten. Nur rund 700 Mengingokokken-Erkrankungen werden pro Jahr gemeldet. Die Folgen einer Infektion sind jedoch erheblich: Etwa jeder zehnte Patient stirbt, bei rund der Hälfte bleiben dauerhafte Schäden zurück, zum Beispiel Lähmungen oder Krampfleiden, der Verlust des Gehörs oder Gehirnschäden.

Meningokokken kann man nicht aus dem Weg gehen

Bei etwa zehn Prozent aller Deutschen sind die Bakterien im Nasen- und Rachenraum zu finden. Sie erkranken nicht, können die Bakterien aber durch Tröpcheninfektion übertragen. Der einzige wirkungsvolle Schutz ist daher eine Impfung. Allerdings gibt es zwölf verschiedene Arten von Meningokokken, die Erkrankungen auslösen. In Deutschland sind Typ B und C am weitesten verbreitet.

Kleinkinder (Alter: ein bis zwei Jahre) und Jugendliche (Alter: 15-19 Jahre) infizieren sich am häufigsten. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt daher die Impfung gegen Meningokokken für Kinder ab einem Jahr. Bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre sollte die Impfung nachgeholt werden. Auch wer in Länder reist, in denen Meningokokken-Infektionen häufiger auftreten, zum Beispiel Indien oder Afrika südlich der Sahara, sollte sich impfen lassen. Gleiches gilt für Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems.

Symptome einer Meningokokken-Erkrankung

hohes Fieber
Schüttelfrost
Kopfschmerzen
Schwindel
Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsstörungen
plötzlich schweres Krankheitsgefühl
Lichtempfindlichkeit
Gelenk- und Muskelschmerzen
Erbrechen und Nackensteifigkeit (bei Hirnhautentzündung)
großflächige Hauteinblutungen (bei Sepsis)
Beinschmerz
kalte Hände und Füße
sehr blasse Haut

Eine wichtiges Warnsignal sind rot-violette Hautflecken. Diese Hautblutungen verschwinden nicht, wenn man mit einem Trinkglas dagegen drückt. Sie sind Zeichen einer Blutvergiftung. Diese Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten, sie können sich auch innerhalb weniger Stunden oder Tage entwickeln oder gar nicht.

Beim geringsten Verdacht auf eine Infektion mit Meningokokken sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus! Innerhalb weniger Stunden kann sich eine lebensbedrohliche Erkrankung entwickeln.


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