120

Söder stoppt umstrittenes Projekt Nationalpark-Pläne auf Eis

Statt einen dritten Nationalpark auszuweisen, will Markus Söder eine "Naturoffensive Bayern" starten. Er will vor allem die bayerischen Naturparks stärken und dort unter anderem Ranger einsetzen.

Von: Nikoilaus Neumaier und Eva Huber

Stand: 18.04.2018

Donau-Auen | Bild: picture-alliance/dpa

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) legt die Pläne für den dritten Nationalpark auf Eis. "Ein dritter Nationalpark wird nicht helfen, die Schöpfung zu bewahren. Wir wollen sie in der Fläche haben, in ganz Bayern," sagte Söder in seiner Regierungserklärung. Stattdessen will er eine "Naturoffensive" für den Freistaat starten - mit Rangern in den Naturparks.

Der neue Ministerpräsident hatte bereits vor Beginn seiner Regierungserklärung bestätigt, dass er die Pläne seines Vorgängers Horst Seehofers mit einem dritten Nationalpark nicht weiterverfolgt. Gegen das Projekt hatte es erhebliche Widerstände gegeben.

Neue Umweltbegegnungsstätten

Stattdessen sollen mehrere Zentren für Umweltbildung und Naturerlebnis in den zuletzt diskutierten Regionen für einen dritten Nationalpark entstehen, in der Rhön, im Spessart und an der Donau. "Wir verbieten nicht die Nutzung der Natur, wir laden ein, die Natur zu erleben", so Söder. Außerdem will er den Artenschutz stärken, durch ein Bayerisches Artenschutzzentrum in Augsburg.

Seit Jahren wurde über einen weiteren Nationalpark im Freistaat diskutiert. Deutschlands ältester Nationalpark liegt im Bayerischen Wald, das zweite bestehende Schutzgebiet in Bayern ist der Alpennationalpark Berchtesgaden.


120

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Waldgott Gottwald, Donnerstag, 19.April, 23:06 Uhr

16. Sehr schwache Entscheidung, Herr Ministerpräsident!

Der Erfolg des Steigerwald-Projektes ist durch massive unwirtschaftliche Werbung der BaySF mit unser aller Steuergeld, Mehrfachbesucher und Gratiskarten künstlich aufgebläht und die Entscheidung der Staatsregierung folglich falsch. Der Baumwipfelpfad und das Steigerwaldzentrum sind schwache Fehlleistungen und der Wirtschaftswald stinklangweilig. Hier wird der Wald kurzfristig renditeorientiert durch eine kleine Interessengruppe gefährdet! Wir brauchen die fantastische Nationalparkidee! So wie im Bayerischen Wald: in diesem Nationalpark hat man, indem man quasi der Natur die Waldgestaltung überließ, einen gesunden, widerstandsfähigen Bergmischwald entstehen lassen, der dem Borkenkäfer keinen großen Spielraum mehr lässt. Diese Versuchsfläche müssen wir sofort für die Staatswälder im Spessart und im Steigerwald übernehmen!

  • Antwort von Holger Lenz, Freitag, 20.April, 08:25 Uhr

    und die Erde ist eine Scheibe ...
    Also, bitte packen sie eine Brotzeit ein und fahren einfach mal hin! Vom Baumwipfelpfad im Steigerwald sieht man einen strukturreichen, stabilen Wald. Im Bayerischen Wald finden Sie auf großer Fläche keinen älteren Baum, keine Baumhöhlen, keinen Schwarzspecht oder und wenn das Totholz demnächst verrottet ist auch keine Totholzbewohner mehr. Die sind dann ausgestorben - genauso wie die Urlauber!

  • Antwort von Waldgott Gottwald, Freitag, 20.April, 11:27 Uhr

    Na klar, mein Freund! Am Sonntag gehts mit dem BN in den Bayerwald. Intakte Natur gucken! :-)

  • Antwort von Holger Lenz, Freitag, 20.April, 15:50 Uhr

    Viel Vergnügen! Denken Sie an den Hut und die Sonnencreme, denn auf den meisten Flächen dort gibt es keinen Schatten. Die BN-Leute können ihnen sicher den Eingriff in den Stoffhaushalt des Waldbodens und des Ökosystems genau erklären. Die Stichworte für die Schäden, die diese Misswirtschaft angerichtet hat, sind erhöhte Mineralisation, Nährstoffaustrag, Bodenwasserverluste, Gebietswasserhaushalt, ... Im nachhaltig bewirtschafteten Wald achtet man seit 200 Jahren schon darauf, dass die Bewirtschaftung diese negativen Folgen gerade nicht verursacht. Für einen Blick in intakte Natur hilft es auch während der Fahrt in den NP aus dem Fenster zu gucken! Und, Ihr Freund werde ich sicher nicht, denn ich habe Vorurteile.

Werner, Donnerstag, 19.April, 21:20 Uhr

15. Schwachsinn!

Erstmal Glyphosat abschaffen und die Massentierhandlung eindämmen, das währe mal ne "Umwelt-Offensive"!
Was für erbärmliche Versuche der Politiker, Deutschland halt! ;-)

Holger Lenz, Donnerstag, 19.April, 10:13 Uhr

14. Sehr gute Entscheidung, Herr Ministerpräsident!

Der Erfolg des Steigerwald-Projektes ist richtungsweisend und die Entscheidung der Staatsregierung folgerichtig. Der Baumwipfelpfad und das Nachhaltigkeitszentrum sind tolle Erfolge und der Wirtschaftswald ist eindrucksvoll. Hier wird der Wald langfristig durch die Menschen geschützt! Den Nationalpark-Unsinn braucht es nicht. Im Gegenteil: Im Nationalpark Bayerischer Wald hat man durch Nichtstun den Wald kaputtgemacht. Diese eine Versuchsfläche reicht für ganz Europa.

Waldgott Gottwald, Donnerstag, 19.April, 01:27 Uhr

13. Was spricht noch für neue Nationalparke.

Es gibt also keinen sachlichen Zusammenhang zwischen dem Raubbau in anderen Ländern (der ohne Zweifel furchtbare Ausmaße angenommen hat) und der längst überfälligen Erhebung zweier neuer bayerischer, fränkischer Nationalparke in den Staatswäldern von Spessart und Steigerwald.

Nationalparke sind hervorragende Naturschutzinstrumente, um einen natürlichen Vegetationszustand mit Flora und Fauna mitten im hochzivilisierten Deutschland zu initiieren.

Die Menschen werden die neuen Nationalparke lieben! Denn es sind gewichtige Aushängeschilder für die jeweilige Region. Sie verleihen Prestige. Ein UNESCO-Weltnaturerbe ist im Steigerwald immer noch möglich. Der Unterhalt touristischer Infrastruktur bietet bessere Erwerbsmöglichkeiten für die Ortsansässigen als die Fokussierung auf Forstwirtschaft.

So können unsere heimischen Laubwälder noch viel besser zum heimatlichen Identifikationsobjekt werden als bisher.

Waldgott Gottwald, Donnerstag, 19.April, 01:10 Uhr

12. Eine längst überfällige Entscheidung, aber leider die falsche - 2

Es geht auch nicht darum, möglichst viele Arten in einen Wald zu packen. Es geht darum, den Wald in Ruhe zu lassen, damit sich das natürliche Artenspektrum einstellt. Alte Buchenwälder mit ihren Lichtinseln und Biotopholz in allen denkbaren Zerfallsphasen beherbergen eine enorme Artenvielfalt.

Aber wo gibt es sie bei uns denn noch? Wer weiß denn schon, wie ein mitteleuropäischer Buchenurwald aussieht? Im Steigerwald kann man es noch erahnen. Aber nicht vom Baumwipfelpfad der BaySF aus! Dort ist die Helmut-Brunner-Buche schon lange abgestorben, weil zu viele politische Schwergewichte auf ihren Wurzeln herumgetrampelt sind!

Wenn Sie die borealen Wälder in Karelien schützen wollen, dann kaufen Sie lieber mal nicht so viel beim schwedischen Möbelhaus mit den vier gelben Buchstaben ein: Nej tack! Oder sie schreiben mal einen Brief an das Management, dass deutsche Kunden nicht wollen, dass in den karelischen und auch in den schwedischen Wäldern der enorme Raubbau fortgesetzt wird.