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Bayerwald Luchstötungen - Umweltstiftung macht Druck bei Ermittlungen

In den vergangenen Jahren sind im Bayerischen Wald mehrere Luchse illegal getötet worden. In keinem der Fälle konnte ein Täter dingfest gemacht werden. Die Gregor Louisoder Umweltstiftung in München macht Druck bei den Ermittlungen.

Von: Renate Rossberger

Stand: 09.11.2017

Luchs im Wald | Bild: pa/dpa

Die Gregor Louisoder Umweltstiftung in München macht Druck bei den Ermittlungen im Fall der Luchstötungen im Bayerischen Wald. Sie kritisiert heute in einer Pressemitteilung, dass die Öffentlichkeit nicht über die "spektakulären Funde" informiert wird, die die Polizei bei der Hausdurchsuchung vor rund einem Jahr in Lohberg gefunden hatte.

Makabere Luchstrophäen

Damals seien bei einem Jäger Luchstrophäen, zum Beispiel 2 Ohren und 5 Luchskrallen, entdeckt worden, außerdem Luchsfallen und möglicherweise auch illegale Jagdausrüstrung, nämlich ein Nachtsichtgerät mit Aufsetzvorrichtung auf das Zielfernrohr. Die Stiftung habe das aus dem Umfeld des Bayerischen Landtags erfahren, spricht allerdings selbst von "unbestätigten Informationen."

Keine Details

Die Staatsanwaltschaft Regensburg wollte die Funde heute auf BR-Anfrage nicht bestätigen. "Wir wollen aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details bekannt geben," sagte Oberstaatsanwalt Theo Ziegler. Die Ermittlungen laufen noch immer. Man habe Luchsteile gefunden, aber es habe sich bei den DNA-Untersuchungen herausgestellt, dass sie nicht zu den beiden getöteten Luchsen im Lamer Winkel passen, die von einem Unbekannten erschossen worden waren. Danach hatte er den Tieren die Beine abgetrennt und in der Nähe eines Luchsforschungsprojekts ausgelegt.

Staatsanwaltschaft arbeitet an Gutachten

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft arbeitet das LKA momentan noch an einem Gutachten, in dem untersucht wird, ob die bei der Hausdurchsuchung gefundenen Waffen und Munitionen zu den Geschossresten passen, die in den abgetrennten Luchsbeinen nachgewiesen worden sind. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Ebenfalls noch offen ist eine Anfrage an die tschechischen Behörden, so die Staatsanwaltschaft. Hier sollen genetische Luchsspuren mit den dortigen Aufzeichnungen abgeklärt werden. Die Antwort der Tschechen fehlt noch. Die Luchstötung mit den abgetrennten Beinen im Mai 2015 hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Täter ist noch immer unbekannt.

Ermittlungen laufen noch

Anfang Dezember 2016 hatte es eine aufwendige Hausdurchsuchung bei einem Jäger im Raum Lohberg, also nahe der Fundstelle, gegeben. Die Hoffnung, hier den Täter zu finden, hat sich bisher aber nicht erfüllt. Die Ermittlungen laufen noch, gestalten sich aber schwierig.

Der LBV verurteilt Luchstötungen

Die Umweltschützer des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) aus Hilpoltstein kritisieren die steigende Zahl an Luchs-Tötungen im Freistaat. "Es ist beschämend für eine Kulturnation, dass wir den frevelhaften Umgang mit dieser wunderbaren Tierart nicht in den Griff bekommen", sagte Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV.

Nach Angaben des LBV sind in den vergangenen Jahren im Bayerischen Wald mehrere Luchse illegal getötet worden. In keinem der Fälle konnte ein Täter dingfest gemacht werden. Wie nun bekanntgeworden war, ist der im September im Berchtesgadener Land ohne Kopf und Vorderläufe aufgefundene Luchs absichtlich getötet worden. Die Polizei Oberbayern konnte Geschosspartikel im Tier nachgewiesen.


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