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Kameras - aber keine Blitzer LKW-Maut auch bald auf allen Bundesstraßen

Sie sind dunkelblau – und vier Meter hoch: Die neuen Kamerasäulen an den Bundesstraßen. Viele halten diese für Blitzer. Allerdings sollen mit ihnen keine Raser kontrolliert werden.

Von: Christina Schmitt

Stand: 31.03.2018

Toll Collect Mautsäule bei Ebersberg | Bild: BR / Christina Schmitt

Auf der B12 im Landkreis Ebersberg treten Autofahrer zurzeit öfters auf die Bremse. Grund ist offenbar die neue Kamerasäule, die dort seit einigen Wochen steht. Doch ist diese kein Blitzer. Sondern eine Kontrollsäule für die LKW-Maut. Zurzeit ist sie noch nicht in Betrieb. Aber ab dem 1. Juli werden ihre Kameras scharf geschaltet. Denn dann müssen Lastwagen über 7,5 Tonnen auf allen Bundesstraßen Maut bezahlen.

"Wir wollen natürlich darüber informieren, dass das keine Geschwindigkeitsblitzer sind", sagt Claudia Stehen von der Firma "Toll Collect", die für den Bund die Maut einzieht. Bis zum Sommer sollen 100 Kontrollsäulen in ganz Bayern aufgestellt werden.

So funktioniert die Technik in der Säule

Die Kontrollsäule fotografiert die vorbeifahrenden Fahrzeuge. Fährt ein Auto vorbei, so erkennt die Technik das – und löscht die Fotos sofort, wie Claudia Steen von Toll Collect verspricht. Identifiziert die Säule einen Lastwagen, so wird abgeglichen, ob die Maut bereits bezahlt ist, zum Beispiel über das Kennzeichen oder per Funk über die sogenannte On-Board-Unit, die in vielen LKWs eingebaut ist und die Maut automatisch verbucht.

"In dieser Kontrollsäule bleiben praktisch nur die Daten von Fahrzeugen, die mautpflichtig sind und bei denen der Verdacht besteht, dass die Maut nicht korrekt bezahlt wurde", sagt Claudia Steen. Ist dies der Fall, so gibt’s ein Bußgeld, das bis zu 20.000 Euro betragen kann.

Mehr Geld für den Straßenbau – auch in Bayern

Bislang hat der Bund hauptsächlich auf der Autobahn und wenigen Bundesstraßen Maut kassiert. Letztes Jahr hat er damit rund 4,6 Milliarden erwirtschaftet. Durch die neue Bundesstraßen-Maut erhofft man sich Mehreinnahmen von zwei Milliarden Euro pro Jahr. Davon könnte auch Bayern profitieren, das dann mehr Geld für den Erhalt der Straßen bekommen soll.

Wer trägt tatsächlich die Kosten für die Maut?

Zwar führen die Spediteure erst einmal die Kosten für die Maut an Toll Collect ab. Doch auch die werden diese weitergeben. So wie Spediteur Georg Reischl aus Ebersberg. Er wird die Mautgebühr an seine Auftraggeber weitergeben.

"Und da zahlt es die Industrie, für die wir unsere Güter transportieren. Aber wenn jetzt einer für Lidl oder Aldi fährt, dann werden die Kosten auf das Produkt im Verkaufsregal umgelegt."

Georg Reischl, Spediteur

Es könnte also sein, dass manche Produkte, wenn auch minimal, teurer werden und am Ende die Verbraucher die Mehrkosten für die Maut bezahlen.


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