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Bierzelt-Rede in Töging Nach dem Asylstreit: Seehofer will twittern

Seehofers erstes Bierzelt seit der Regierungskrise. In Töging am Inn gibt er sich kämpferisch und findet die Fehler bei anderen, denen er Angriffe unter der Gürtellinie attestiert. Ende August will Seehofer selber twittern - so wie US-Präsident Trump, aber doch anders.

Von: Johannes Reichart

Stand: 03.08.2018

02.08.2018, Bayern, Töging am Inn: Horst Seehofer, Vorsitzender der CSU und Bundesinnenminister, spricht in einem Bierzelt auf dem Töginger Volksfest. | Bild: dpa-Bildfunk/Armin Weigel

Mit beißender Ironie und markigen Worten teilt Horst Seehofer bei seinem Bierzeltauftritt in Töging am Inn in Oberbayern gegen seine Kritiker aus: "Jetzt steht also der böse Seehofer vor ihnen, der Mörder, Rassist, Terrorist. Genau diejenigen, die jeden Tag dafür eintreten, dass man in der Politik Anstand und Stil zu bewahren hat, überschütten mich mit Wörtern und Eigenschaften, die weit unter der Gürtellinie liegen."

Applaus von CSU-Anhängern für Seehofer

Für seine erste Rede in Bayern nach dem Asylstreit Anfang Juni erntet der Bundesinnenminister von den CSU-Anhängern Applaus. Mehrere Hundert sind ins Bierzelt nach Töging gekommen. Man merkt, dass Seehofer die Kritik der vergangenen Wochen nicht kalt gelassen hat: "Wenn wir als Rechtsstaat ein Verbot aussprechen, es aber in der Praxis nicht durchsetzen können, dann sage ich: Gute Nacht Rechtsstaat."

Seehofer und die 69 abgeschobenen Flüchtlinge

Auch auf seine Äußerung zu den 69 abgeschobenen Flüchtlingen an seinem Geburtstag kommt der CSU-Parteivorsitzende zu sprechen: "Wenn ich unseren vorletzten Afghanistanflug anschaue, das waren zehn Personen, ausschließlich Gefährder und Straftäter, darunter Vergewaltigung. Ich sage jetzt in aller Öffentlichkeit, ich kann als Politiker keine Empathie für einen Vergewaltiger aufbringen."

Seehofer will selber twittern - aber anders als US-Präsident Trump

Auch als Folge des Asylstreits will Seehofer in Zukunft voraussichtlich selbst twittern. "Ich fange wahrscheinlich Ende August selbst das Twittern an", sagte er in seiner Bierzelt-Rede. "Ich sehe mich jetzt gezwungen, weil manche Wahrheiten ich sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme", sagte er zur Erklärung und fügte schmunzelnd hinzu, der Landtagswahlkampf in Bayern werde nun "noch etwas bereichert". Immerhin schränkte der 69-Jährige ein, er werde den Kurznachrichtendienst zwar nutzen, aber vielleicht "in einem anderen Stil" als US-Präsident Donald Trump. Dieser macht über Twitter Politik und ist für seine Twitter-Äußerungen berüchtigt.

Am Rande von Seehofers Wahlkampfbesuch protestierten 40 Demonstranten mit Trillerpfeifen und Plakaten gegen die Asylpolitik des CSU-Chefs.


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Renate E., Freitag, 03.August, 13:36 Uhr

36. Seehofers Auftritt oder "Ali Baba und die 40 Räuber".

Es ist ungeheuerlich, was für eine Hetze gegen Seehofer statt fand. Und dass sie von den Medien mehr als nötig breit gewalzt wurde, möchte ich hier gleich mit anmerken.
Was dieser Politiker aushalten musste, verlangt enormes "Stehvermögen". Ich würde mich nicht wundern, wenn er bald aus gesundheitlichen Gründen abtreten wird. Man kann schon kritisch sein und sich ebenso äußern. Aber immer in einer "normalen" Form. Seehofer war ja Hauptthema in Satiresendungen und löste kurzzeitig sogar Trump ab. Mittlerweile hat es sich eingepegelt, es wird wieder über Trump hergezogen...

Nadine, Freitag, 03.August, 13:26 Uhr

35. RSS wäre besser

als Twitter, Facebook und Co. da dann die Leute zumindest die Quelle kennen würden.

Franz Grenzer, Freitag, 03.August, 13:04 Uhr

34. Seehofer

Seehofer? Wer hat gelacht? Seehofer ist ein Grund mehr, diese CSU nie wieder zu wählen. Diese Partei verhöhnt den Kleinen Mann und will auch noch dafür von im gewählt werden.
Nein Danke.

  • Antwort von Erich, Freitag, 03.August, 13:36 Uhr

    Seehofer steht im Herbst gar nicht zur Wahl. Sondern Söder.
    Und der macht mit Muddi Wahlkampf.

    Jetzt frägt man sich nur, in welche Richtung die CSU maschiert.

    .......alsob das nicht klar ist....

    :D

Rentnerin Maria , Freitag, 03.August, 12:58 Uhr

33. Ich finde unseren Horst Seehofer gut. Was er sagt das stimmt.

Mit dem Asyl ist es wie mit den Medikamenten:

Eine richtige Dosierung mit dem geeigneten Medikament (geplante qualifizierte Einwanderung) macht gesünder (rettet die Renten und das Sozialnetz).

Eine Überdosierung mit einem ungeeigneten Medikament (unqualifizierte Migranten ohne Obergrenze) kann krank machen oder sogar töten (Staatsbankrott, kranke Krankenversicherung).

  • Antwort von Flash Gorden, Freitag, 03.August, 13:20 Uhr

    Sehr guter vergleich Maria.
    Das Problem ist, dass der Horst zwar das richtige sagt aber meist nicht tut.

  • Antwort von Barbara, Freitag, 03.August, 13:22 Uhr

    Wenn Sie den Vergleich mit Medikamenten bringen, dann setzen Sie voraus, daß entweder das Volk krank ist oder der Minister krank ist oder beide sind krank.

ceterum censeo, Freitag, 03.August, 12:26 Uhr

32. Seehofer als Innenminister ist besser als de Maizière

Unter De Maizière wurden gravierende Fehler gemacht.
Dies wieder auszubügeln ist schwierig.
Seehofer ist schon auf dem richtigen Kurs.
Wäre ich Innenminister, dann würde ich einen wesentlich härteren Kurs fahren.
Schotten dicht, basta, NO WAY!

  • Antwort von Zwiesel, Freitag, 03.August, 12:39 Uhr

    @ceterum censeo:
    Frei nach Max Froschhammer: der Konjunktiv, gut dass es ihn gibt.