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Schwächelnde Landmaschinen-Branche Wie der Getreidepreis den Traktorabsatz beeinflusst

Sinkt der Weizenpreis, geht es auch den Landwirten schlechter - und damit kaufen die auch weniger Traktoren, Mähdrescher oder andere Landmaschinen. Derzeit ist in dieser Branche die Stimmung so schlecht wie lange nicht mehr. Heute informiert die Traditionsmarke Fendt aus dem Allgäu übers aktuelle Geschäft.

Von: Margit Siller

Stand: 01.09.2016

Traktor der Marke Fendt | Bild: picture-alliance/dpa

Der Milchpreis ist im Keller. Sollten sich auch die weltweit guten Ernteprognosen erfüllen, dann bleiben die Getreidepreise weiter niedrig. Kürzlich fiel der Weizenpreis an der Terminbörse von Chicago auf ein Zehnjahrestief. Nirgendwo in Europa müssen die Landwirte so hohe Einkommenseinbußen verkraften wie in Deutschland.

Angewiesen auf Export

Die Folge: Die wenigsten deutschen Landwirte wollen derzeit in ihren Maschinenpark investieren. Im Juli wurden zwanzig Prozent weniger Traktoren neu zugelassen als vor einem Jahr. Bei den Landmaschinen-Herstellern ist die Stimmung so schlecht wie zuletzt während der Finanzkrise vor sieben Jahren.

Der Löwenanteil in dieser Branche macht der Export aus. Der wichtigste Auslandsmarkt für deutsche Agrartechnik ist Frankreich. Nach zwei Jahren Rezession geht es dort wieder aufwärts. Schwierig bleiben die Geschäfte in Russland. Und nach dem Brexit-Votum bereitet nun auch der britische Markt Probleme.

Landmaschinen-Branche in Deutschland

30.000 Beschäftigte produzieren in Deutschland Traktoren, Mähdrescher und andere Landmaschinen. Zum Einsatz kommen die PS-starken Erntehelfer dann aber vor allem im Ausland. Mehr als 70 Prozent des Branchenumsatzes entfällt auf den Export.

Der Hersteller Fendt aus Marktoberdorf im Allgäu gehört seit fast zwanzig Jahren dem US-Konzern AGCO. Ebenfalls in Schwaben produziert Konkurrent Deutz-Fahr. Die Bayern teilen sich den Markt mit Claas aus Ostwestfalen, Case New Holland und John Deere.


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