51

Landtag debattiert Söders Vorstoß Kreuz-Beschluss: Opposition kritisiert Missbrauch eines Glaubenssymbols

Der Kreuz-Erlass der CSU-Regierung sorgt weiter für kontroverse Debatten - so auch am Donnerstag im Landtag. Die Opposition kritisiert die Anweisung, dass künftig in allen bayerischen Staatsbehörden Kreuze hängen sollen, als Missbrauch eines Glaubenssymbols. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verteidigt die Idee als "Bekenntnis zur Identität".

Von: Nikolaus Neumaier

Stand: 26.04.2018

ARCHIV - 14.05.2013, Bayern, München: Polizisten stehen im Verhandlungssaal im Oberlandesgericht unter einem Kruzifix.  (zu dpa "CSU sieht Kritiker der Kruzifix-Pläne als Religionsfeinde" vom 26.04.2018) Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Die Debatte, die auf Antrag der Grünen geführt wurde, war sehr emotional. Die Grünen, aber auch SPD und Freie Wähler unterstellten der CSU und dem Ministerpräsidenten, das christliche Kreuz für wahltaktische Ziele zu instrumentalisieren.

Grüne: CSU missbraucht Kreuz für Hoffnung auf Mehrheiten

Die Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze zitierte Martin Luthers Spruch: "Ich stehe hier und kann nicht anders." Doch anders als Luther gehe es der CSU nicht um Hoffnung und Erlösung. Die CSU missbrauche das zentrale Glaubenssymbol des Christentums, meinte Schulze.

"Das Kreuz ist das Symbol des gekreuzigten und wieder auferstandenen Jesus und als solches das zentrale Symbol des Christentums. Dort steht das Kreuz für die Hoffnung auf Erlösung. Bei Ihnen steht das Kreuz für die Hoffnung auf Mehrheiten."

Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze

Freie Wähler: Kein Akt der Nächstenliebe

Ähnlich argumentierten auch die Freien Wähler. Söders Aktion sei kein Akt der Nächstenliebe, meinte Florian Streibl. Der Abgeordnete aus dem Passionsspielort Oberammergau ist der Auffassung, dass das Kreuz für den Wahlkampf von der CSU instrumentalisiert werden soll.

"Dass die CSU sagen kann: Mia san mia, mia san guat, de andern alle nicht. Aber das ist nicht christlich, überhaupt nicht christlich."

Landtagsabgeordneter Florian Streibl

Söder: Kreuz ist Identitätsbekenntnis

Die CSU stand erwartungsgemäß hinter dem Kurs von Markus Söder. Generalsekretär Markus Blume verteidigte den Kreuzbeschluss.

"Wir führen doch hier keinen Kulturkampf. Wir sind doch auch nicht auf einem neuen Kreuzzug aus Bayern heraus. Wir versuchen doch nur, uns der gemeinsamen Grundlagen unseres Zusammenlebens zu versichern."

CSU-Generalsekretär Markus Blume

Am Rande des Plenums hatte auch Söder seinen Schritt begründet.

"Das Kreuz ist ein religiöses Symbol, aber es ist auch eins unserer Kultur und Wertgeschichte. Es ist ein Bekenntnis zur Identität."

Ministerpräsident Markus Söder


51