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Billigfleisch Klöckner kritisiert Discounter für Fleischpreise

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kritisiert die Werbekampagnen von Discountern für Fleischprodukte. Sie sieht einen Widerspruch zwischen Lockangeboten zu Dumpingpreisen und Tierwohlkampagnen der Lebensmittelketten.

Von: Roana Brogsitter

Stand: 28.05.2018

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) | Bild: picture-alliance/dpa

Gerade zur Grillsaison locken die Discounter ihre Kunden mit Angeboten von weniger als vier Euro für ein Kilo Fleisch. Gleichzeitig verprechen sie durch verschiedene Tierwohlkampagnen und -marken, sich für eine verbesserte Tierhaltung einzusetzen. Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ein Widerspruch:

"Da bewerben Discounter in der Grillsaison Fleisch zu Dumpingpreisen und wollen uns dann erzählen, ihnen ginge es um das Tierwohl?"

Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin

"Unanständige" Lockangebote

Sie findet im Interview mit der Koblenzer "Rhein-Zeitung" Lockangebote mit Dumpingpreisen für Fleisch "nicht anständig" und fordert einen respektvolleren Umgang mit Tieren.

"Tierwohl ist eine ethische Frage, weil Tiere keine Wegwerfware sind, wir müssen mit ihnen respektvoll umgehen."

Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin

Es sei außerdem auch nicht vertretbar, Tiere zu töten, nur weil sie das falsche Geschlecht hätten. Deswegen erneuert Klöckner ihre Forderung an die Geflügelbetriebe, das millionenfache Töten von männlichen Küken zu beenden. Mittlerweile gebe es zwei Verfahren, das Geschlecht eines Kükens vor dem Ausbrüten festzustellen. Diese Alternativen kämen nun in die Praxisanwendung, betonte Klöckner.

50 Millionen geschredderte Küken pro Jahr

Dem Kükentöten fallen jährlich fast 50 Millionen frisch geschlüpfte männliche Küken zum Opfer. Sie werden geschreddert oder vergast, weil sie keine Eier legen und wenig Fleisch ansetzen.

In der vergangenen Wahlperiode hatte der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ein Ende dieser Praxis bereits für 2017 angekündigt.


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Astrid Burmester, Mittwoch, 30.Mai, 01:11 Uhr

15. Tierhaltung

Es ist immer wieder eine Freude,wenn Minister/innen das Tierwohl ansprechen. Leider bleibt es zu oft nur bei einer Ansprach und dann ist das Leid von Millionen Tieren wieder aus dem Blickfeld der Volksvertreter verschwunden. Vernünftige Ernährung wie zu Zeiten Mitte des vergangenen Jahrhunderts,würde vielen Tieren Leid ersparen, wieder vernünftige Aufzucht von Tieren mit verbleib von Jungtieren bei ihren Muttertieren gestatten und Menschen mit erworbenem Sachverstand fordern,die nicht auf Masse sondern auf Qualität der Unterbringung ( keine Verstümmelungen von Tieren,Käfighaltung,Spaltböden, Anbindung im Stall und so weiter, sondern auf Einstreu, Auslauf und Herdenverbände) achtet.
Aber der Tierschutz ist nicht nur bei den "Nutztieren " gefordert! Wildtiere zum Abschuß freigeben; millionenTiere die für Tierversuche verstümmelt ,gequält und getötet werden;die Tierschutzverachtenden Transportwege ! Der Tierschutz braucht endlich eine Lobby in der Volksvertretung.

Heinrich, Montag, 28.Mai, 23:22 Uhr

14. Ja, eine Regierung soll regeln

Da hatten viele Landwirtschaftsminister schon die Chance dazu, und auch die aktuelle Ministerin könnte hier aktiv werden. Nur wie alle anderen zuvor hebt sie den Finger, bemängelt die bösen Discounter, die ja nicht alleine dastehen, denn die großen Einzelhändler EDEKA und REWE machen ja auch nichts anderes. Nur hat man die Landwirtschaft jahrzehntelang in die Massenproduktion getrieben. Einer kleinstrukturierte Landwirtschaft, die lokal Metzger versorgt, und die wiederum handwerklich ordentliche Produkte herstellen und kein Gammelfleisch verkaufen, hat man so lange den Gar ausgemacht, das vielerorts ein Einkauf außerhalb des Supermarkts gar nicht mehr möglich ist.

Da frage ich mich schon, wenn denn über ein Drittel der EU-Gelder in die Landwirtschaft fließen, ob die Verteiler da oben, also die Minister, überhaupt eine Ahnung haben? Da wird gemeckert, aber die eigentliche Aufgabe, das ganze zu regeln, bringen die nicht auf die Reihe.

michi, Montag, 28.Mai, 22:41 Uhr

13. Sau

Der Mensch ist a Sau, das Schwein ist ihm nichts wert.

forist, Montag, 28.Mai, 20:31 Uhr

12. Klöckner kritisiert ......

Anregung zum Nachdenken: ohne "Billigheimer" kann sich die gebeutelte untere Einkommensschicht sogar gelegentliches Grillvergnügen kaum leisten.

  • Antwort von Negan, Montag, 28.Mai, 22:37 Uhr

    Müssen es vier Euro für ein Kilo Fleisch sein? Ab wann finden Sie jetzt sowas pervers?

Tom, Montag, 28.Mai, 16:53 Uhr

11.

Mit ihrem Ministergehalt kann sie sich natürlich hochwertiges und teures Fleisch leisten.

  • Antwort von weniger ist ...., Montag, 28.Mai, 17:27 Uhr

    Ich habe keinen Ministergehalt und kann mir trotzdem
    hochwertiges Fleisch leisten. Weniger ist halt mehr.

  • Antwort von Negan, Montag, 28.Mai, 18:12 Uhr

    Einfach nur 1-2 mal die Woche was Gescheites! Kann sich fast jeder leisten!

  • Antwort von forist, Montag, 28.Mai, 19:39 Uhr

    @Tom

    Mit den Diäten kann sich die Ex-Weinkönigin zum teuren Fleisch guten Vino leisten,ich meine nicht den Wein aus der Tetra-Pck. zum DUMPINGPREIS!

  • Antwort von Alfred Haas, Montag, 28.Mai, 21:14 Uhr

    @weniger ist ....,
    Wieviel €uronen haben Sie (pro Person) im Monat für Lebensmittel zur Verfügung?
    100 €uronen, 150 €uronen, 200 €uronen oder mehr?

  • Antwort von Negan, Montag, 28.Mai, 22:34 Uhr

    @Alfred Haas: Ich hab das 20-fache und gebe trotzdem nicht mehr als 20 Euro die Woche für Fleisch aus! Ist nämlich gar nicht soo gesund!

  • Antwort von Alfred Haas, Montag, 28.Mai, 23:41 Uhr

    @Negan
    Also, Sie können pro Monat und Person zumindest 2.000 €uronen für Lebensmittel ausgeben.
    Schön für Sie. Wenn es reicht, 1% für gesunde Lebensmittel (Fleisch - und das ist sehr wohl für Allesesser wie dem Menschen gesund) auszugeben, dann haben Sie genügend "Kohle", sich den Rest über Chemie (Nahrungsergänzungsmittel) zu beschaffen.
    Haben Sie schon mal an die Menschen gedacht, die irgendwo um 400 €uronen pro Monat zum Leben zur Verfügung haben?

  • Antwort von Blechmann13, Dienstag, 29.Mai, 10:11 Uhr

    @Alfred Haas

    Viele haben weniger als sie vielleicht denken, angefangen bei den Harzern, bis hin zu Rentnern die 45 Jahre lang gearbeitet haben, aber dennoch weniger als 800€ im Monat zur Verfügung haben, gar nicht zu reden von den verwitweten "Hausfrauen", die Kinder aufgezogen haben, und heute am Existenzminimum knappern.
    Das ganze natürlich abzgl. Miete, Wasser, Strom, Heizung, Müllabfuhr, ect., versteht sich...und nicht vergessen, diese Menschen werden immer mehr!

    mfg

  • Antwort von BR Leser, Donnerstag, 07.Juni, 07:16 Uhr

    @Negan: Offensichtlich sind Sie sehr schlecht informiert, wie es einem nicht geringen Teil der Bevölkerung geht.
    Hauptsache mal ein paar Sprüche in die Gegend geworfen gell.
    Gute Zeit