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Mitgliedschaftszahlen veröffentlicht Kirchen verlieren weiter Mitglieder

Für die Kirchen setzt sich der negative Trend der vergangenen Jahre fort, die Zahl der Kirchenaustritte ist leicht gestiegen. In Bayern zählt die katholische Kirche jetzt 6,45 Millionen, die evangelische Kirche 2,37 Millionen Mitglieder.

Von: Veronika Wawatschek und Tilmann Kleinjung

Stand: 20.07.2018

Karte Kirchenaustritte 2017 in Bayern | Bild: Quelle: Deutsche Bischofskonferenz; Evangelische Kirche in Bayern; Grafik: BR

Das katholische Erzbistum München und Freising ist mit beinahe 1,7 Millionen Mitgliedern das fünftgrößte in Deutschland, bei der Zahl der Austritte liegt es zum wiederholten Mal ganz vorn. Fast 18.000 Menschen haben der katholischen Kirche im Erzbistum im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt.

Aber auch in anderen bayerischen Bistümern ist keine Trendwende zu beobachten: In Passau zum Beispiel liegt die Zahl der Kirchenaustritte mit mehr als 200 über dem Vorjahr. Passaus Bischof Stefan Oster nennt die Zahlen "besorgniserregend hoch". Jeder Mensch, der die Kirche verlasse, setze damit ein Zeichen: "Das nehmen wir ernst", sagt Oster.

Trotz Reformationsjubiläum viele Austritte aus der Evangelischen Kirche

Die evangelische Landeskirche konnte von der Aufmerksamkeit, die ihr das Reformationsjubiläum 2017 beschert hat, nicht profitieren und verlor 23.647 Mitglieder durch Austritt. "Die Pfarrerinnen und Pfarrer engagieren sich nach Kräften, kommen aber an viele Menschen nicht mehr heran", heißt es in einer Mitteilung der Landeskirche.

Helfen soll ein Erneuerungsprozess, den die Kirche vor einem Jahr eingeleitet hat. Man könne sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Menschen zur Kirche kommen. Nun wird geprüft, ob zum Beispiel die Gottesdienstzeiten am Sonntagvormittag überhaupt noch zeitgemäß sind.

"Wenn der erste Gehaltszettel kommt und man sieht, dass da auch Kirchensteuer drauf ist - das sind häufig so Situationen: Hm, ich hab' jetzt mit Kirche kaum mehr was zu tun, da tret' ich doch aus und spar' ich mir Geld."

Sebastian Kühnen, evangelische Kircheneintrittsstelle in München

Soziale Engagement der Kirchen - auch für Flüchtlinge - wird positiv gesehen

Die Kirchensteuer sei oft das letzte i-Tüpfelchen, das die Entscheidung zum Austritt besiegle, beobachtet Pfarrer Sebastian Kühnen von der evangelischen Kircheneintrittsstelle in München. Bis zur Jugend seien noch viele in der Kirche verwurzelt. Dem Kirchenaustritt gehe in der Regel ein langfristiger Entfremdungsprozess voraus, oft gehe es um fehlende Bindung – zu diesem Ergebnis kommt der katholische Theologe Ulrich Riegel von der Universität Siegen.

Er hat für das Bistum Essen rund 3.000 Menschen befragt, warum sie Kirchenmitglied sind oder die Kirche verlassen haben. Interessant ist nach den Worten des Theologieprofessors, dass das soziale Engagement der Kirchen, etwa für Flüchtlinge, durchweg positiv gesehen werde: "Das Problem ist nicht das, was Kirche im sozialen Bereich macht, sondern, wenn es um die eigentlichen Themen des Glaubens geht."

Kirchensteuer, Entfremdung und Glaubenszweifel

Hat die Kirche mit ihrer Botschaft ein Glaubwürdigkeitsproblem? In der evangelischen Kirche setzt man jedenfalls derzeit stark auf das Kerngeschäft: Menschen spirituell begleiten, wie Pfarrer Sebastian Kühnen von der evangelischen Kircheneintrittsstelle in München erläutert: "Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung, das sind die vier Amtshandlungen, die wir haben, wo es eben darum geht, Menschen in besonderen Situationen ihres Lebens zu begleiten." In der Gesamtstatistik bemerkbar macht sich dieses Engagement derzeit aber nicht.


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Reinhold Fritsch, Freitag, 20.Juli, 23:19 Uhr

38. Kirchenaustritte

Die, die aus der Kirche austreten, sind sich dessen bewusst, was sie tun. Sie brauchen keine seelsorgerische Nachhilfe. Sie hätten sich saubere Pfarrer gewünscht und wollen das auch für die Zukunft, hoffentlich!!

Norbert H., Freitag, 20.Juli, 23:00 Uhr

37. Der Islam könnte uns endlich nach 2000 Jahren von diesen Kirchen befreien.

Der Islam könnte uns endlich nach 2000 Jahren von diesen Kirchen befreien. Deswegen dürfen wir den Bau von Moscheen nicht behindern. Ich will schöne große Moscheen, die sehenswert sind. Die man der Touristen mit Stolz zeigen kann.

Nase voll , Freitag, 20.Juli, 22:54 Uhr

36. Die Kirchen sind nur ein Kostenfaktor. Die Gegenleistung nur Kritik, Belehrungen

Die Kirchen sind nur ein Kostenfaktor. Die Gegenleistung für die Steuergelder vom Staat und Kirchensteuer nur Kritik, Belehrungen, Kirchenasyl, Predigten über Menschlichkeit und Solidarität. Wer ist mit uns solidarisch? Niemand! Jeder will uns nur ausnutzen. Seit 2000 Jahren horten die Kirchen Vermögen. Viele Häuslebauer zahlen Erbpacht an die Kirche lebenslang, die Kirchensteuer auch. Ich mag diese geldgierige ständig kritisierende Kirche nicht. Die ewig laufende Restitution für die Säkularisation empfinde ich als unmoralisch. Geld muß her, je mehr, um so besser.

Norbert, Freitag, 20.Juli, 22:50 Uhr

35. Kirchenaustritt jetzt,

Weil die evangelische Kirche ihre Mitglieder nicht mehr wahrnimmt. Gottesdienste für leere Bänke, Seelsorge nur nach politischem Kalkül und gepachtete „Wahrheit“ in der eigenen Blase. Soll ich noch mehr Argumente vorlegen?

Robert , Freitag, 20.Juli, 22:41 Uhr

34. Wir brauchen all diese Kirchen nicht. Bald wird sich hier Islam durchsetzen.

Wir brauchen all diese Kirchen nicht. Bald wird sich hier der Islam durchsetzen. Und das ist gut so!
Der friedliche Islam ist eine bessere Relligion. Eine einzige Religion für alle Menschen wäre das beste.