8

Trotz Smartphone Kinder-Medien-Studie 2018: Kinder sind auch offline glücklich

Kinder hängen nur noch an ihrem Smartphone oder vor der Glotze. Dieses Klischee widerlegt nun die Kinder-Medien-Studie 2018. Der Tenor: Das Handy ist für Kinder nicht mehr weg zu denken. Draußen Spielen, Toben und Lesen ist den Kleinen aber genauso wichtig.

Von: Anita Fünffinger

Stand: 07.08.2018

Ein Kind sitzt an einem Notebook | Bild: picture-alliance/dpa

Jedes zweite Kind im Alter zwischen 6 und 13 Jahren wünscht sich ein Handy oder Smartphone. Jedes Dritte möchte darüber hinaus einen Computer oder ein Tablet. Das ergab die Kinder-Medien-Studie 2018, für die insgesamt 3.300 Kinder repräsentativ befragt wurden. Im Alter von 9 Jahren hat bereits jedes zweite Kind ein Handy oder ein Smartphone, mit 13 Jahren sind es 9 von 10 Kindern. Der Wunsch nach Digitalem hat die analoge Beschäftigung aber noch längst nicht verdrängt.

Die Interessen der Kinder sind nach wie vor vielfältig

"Mit Freunden zusammen sein" und "Im Freien spielen": Wenn Kinder im Alter zwischen 4 und 13 Jahren nach ihrer Freizeitgestaltung gefragt werden, sind diese Aktivitäten für mehr als 80 Prozent die wichtigsten. Für die ganz Kleinen stehen Malen und Basteln noch hoch im Kurs: 70 Prozent der 4- und 5-Jährigen machen das gerne mehrmals die Woche. Auch klassische Brettspiele, mit Puppen oder Puzzles spielen die Jüngeren nach wie vor sehr gern.

Social Media greift ab 10 Jahren

Das Smartphone nimmt erst später eine wichtigere Rolle ein. Ab 11 Jahren gehören Spiele auf dem Tablet, dem Smartphone oder dem Computer zur wesentlichen Freizeitgestaltung. Wobei diese Aktivität mit Werten unter 60 Prozent immer noch weniger Raum einnimmt als eine Beschäftigung draußen oder mit Freunden. WhatsApp ist für 10- bis 13-Jährige die wichtigste Kommunikationsform, 74 Prozent nutzen die App auf ihrem Smartphone. Instagram und Snapchat spielen in diesem Alter noch keine große Rolle.

Kinder lesen lieber analog als digital

70 Prozent aller Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren lesen mehrmals in der Woche Bücher oder Zeitschriften – und das am liebsten klassisch auf Papier. Digitales Lesen spielt vor dem Teenie-Alter noch keine Rolle. Was die Hefte und Magazine betrifft, scheint die Zeit sogar stehen zu bleiben. "Disney Lustiges Taschenbuch" ist das meistgelesene Magazin bei 6- bis 13-jährigen Kindern. Ebenso in den Top Ten: Micky Maus, Donald Duck, Wendy und WAS IST WAS.

Taschengeld geht für Süßigkeiten drauf

Fast 35 Euro bekommen 10- bis 13-jährige Kinder im Monat an Taschengeld. Im Vorschulalter sind es durchschnittlich 6,70 Euro. Die Investitionen der Kinder sind in allen Altersgruppen nahezu gleich, nämlich süß. Kekse, Kaugummi oder Eis kaufen die Kinder am liebsten von ihrem Taschengeld. Spielzeug, Sammelkarten oder Bücher landen auf den hinteren Plätzen.

Wie kam die Kinder-Medien-Studie zustande?

Die Verlage von Magazinen und Zeitschriften – darunter die ZEIT, der SPIEGEL und Gruner + Jahr – wollten wissen, ob und wie Kinder ihre Produkte nutzen. Die Verlage haben die Studie in Auftrag gegeben. Sie vertreiben Hefte wie "Dein SPIEGEL", "GEOlino", "MickyMaus" oder "Bussi Bär". Dazu wurden 6- bis 13-jährige Kinder in Doppelinterviews befragt, das heißt, auch ein Elternteil war dabei. Für die Gruppe der 4- bis 5-Jährigen gab jeweils ein Elternteil Auskunft über das Medienverhalten des eigenen Kindes.  


8