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Infoveranstaltung des Landratsamtes Keine Lösung für PFC-Probleme in Manching in Sicht

Die Bundeswehr hatte am Flughafen Manching bis 2011 jahrzehntelang bei ihrer Feuerwehr Löschmittel mit PFC eingesetzt. Seither sind dort Boden und Grundwasser belastet. Eine Informationsveranstaltung des Landratsamtes Pfaffenhofen ist nun ohne konkrete Lösungsvorschläge zu Ende gegangen.

Von: Axel Mölkner-Kappl

Stand: 11.06.2018

Im Vordergrund: Warnschild: Gesundheitsgefärdende Stoffe, im Hintergrund: Männer graben ein Feld um in der Nähe des Manchinger Flugplatzes. Wegen der jahrzentelangen Verwendung von PFC-haltigem Löschschaum sind Böden und Grundwasser dort belastet. | Bild: colourbox, BR, Montage: BR

Die Problematik mit PFC (Perfluorcarbone) in Manching nimmt kein Ende. Seit Mitte Mai dürfen die Bürger der Manchinger Ortsteile Lindach und Westenhausen kein Grundwasser und Oberflächenwasser mehr zur Bewässerung ihrer Gärten einsetzen. Das hat das Landratsamt Pfaffenhofen mit einer sogenannten Allgemeinverfügung angeordnet. Auch müssen die Bürger Erdaushub fachgerecht entsorgen, jedoch nimmt kein Unternehmen den Aushub an.

Bürger sollen Schadensersatz von der Bundeswehr fordern

Der Landrat des Landkreises Pfaffenhofen Martin Wolf (CSU) erläuterte, dass die Bundeswehr bei einer Besprechung am Montag zwar ihre Schuld eingeräumt habe, jedoch noch keine unkomplizierte Entschädigung für die betroffenen Bürger und Landwirte angeboten habe. Wolf riet den mehreren hundert anwesenden Bürgern bei der Versammlung von der Bundeswehr Schadensersatz für entstandenen Schaden zu fordern. Lehne sie dies ab, könne man den Rechtsweg beschreiten und politische Lösungen suchen.

Das war den Bürgern zu wenig. Anwohner Michael Weichenrieder, der stellvertretend für viele Betroffene sprach, zeigte sich nach der Veranstaltung enttäuscht, dass keine konkreten Lösungen vorgeschlagen wurden. Gemeinsam mit anderen Bürgern hatte er einen umfangreichen Fragenkatalog zu der PFC-Belastung vorgelegt.

Ende August will die Bundeswehr einen Bericht vorlegen

Landrat Wolf versuchte die Fragen zu beantworten. Weichenrieder kritisierte, dass die Bundeswehr weiterhin das Grundwasser verschmutze, weil sie einen Fluss, der durch das Gelände des Flughafens Manching fließe, nicht vor weiterer Verunreinigung schützt. So werde weiterhin sauberes Wasser verschmutzt.

Ende August wird die Bundeswehr eine abschließende Beurteilung der Verunreinigung vorlegen. Dann werde man entscheiden, wie es weitergehe, so der Landrat. Bundes- und bayernweit sind zahlreiche frühere Bundeswehr- und Industriestandorte mit PFC verschmutzt.


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Jagertoni, Freitag, 15.Juni, 18:53 Uhr

4. PFC iverseuchtes Grundwasser vom Manchinger Flugplatz

Der Flugplatz liegt in der Donauebene mit hohem Grundwasserspiegel ( ca. 2 Meter unter Gelände). Zum Betrieb des Flugplatzes wird das Grundwasser um 7 Meter auf etwa 9,0 Meter künstlich abgesenkt. Da Wasser bekanntlich nicht bergauf fließt, kann dies nur durch ein System vom Pumpen geschehen. Dies ist die Geburt der Westenhausener Ach, die dann auf der Nordseite des Flugplatzes als kleiner Fluss das Flugplatzgelände verlässt. Dieses Gebräu der Westenhausener „Ach“  läuft  fast unverdünnt zirka 17 Km. mal als Irschinger Ach dann als Wellenbach zum Schluss als kleine Donau, durch ländliches und besiedeltes z.B. durch Irschinger und Voburger Gebiet. Auf diesem Weg infiltrieren die Chemikalie in das anschließende Gelände. Bei der Ortschaft Pförring mündet das Flüsschen schließlich direkt in die Donau. Aus der Donau wird mancherorts sicherlich auch Trinkwasser entnommen.

Peter Maier, Mittwoch, 13.Juni, 10:31 Uhr

3. PFC - belastete Böden

Es bedarf doch wirklich keiner Frage, wer für die Wiedergutmachung der schwer belasteten Böden verantwortlich gemacht werden muss. Wenn es zu einem richterlichen Urteil kommen muss, wird sich zeigen ob Bürger auch ihr ordentliches Recht bekommen.

Politi, Dienstag, 12.Juni, 07:49 Uhr

2. Für was gibt's eigentlich eine Regierung?

Ich dachte immer "Schaden vom Volk abzuwenden" bedeutet zumindest - wenn schon fachlich inkompetent - wenigstens etwas zu tun.

Offensichtlich ist bei dieser Regierung nicht nur die Inkompetenz, auch die verantwortlichen Behörden haben offensichtlich nicht nur keinen Plan sondern nicht mal eine Strategie, wie das Problem anzugehen sei, sondern auch noch die Unverfrorenheit die Betroffenen allein zu lassen.

Wie will man den Wählern erklären, dass man nichts tut, keine Ahnung von Problem oder Lösung hat, auch nicht mal weiss wie man eine Lösung erarbeiten will und dann noch die Leute auf den Kosten und Verfahren (Entsorgung) sitzen lassen will?

Michael Plank, Dienstag, 12.Juni, 00:04 Uhr

1. Terminierung der Veranstaltung

Landrat Martin Wolf ging davon aus, wenn er mit ein paar Bürgern aus Westenhausen spricht kann er eine dermaßend prekäre Allgemeinverfügung erlassen. Dabei ist er dann noch überrascht auf die Resonanz. Hinter dem Deckmantel der Paragrafen gibt er zum " SCHUTZ " der Bürger eine Allgemeinverfügung heraus wobei die Bundeswehr sprich das Flugplatzgelände aussen vor bleibt. Es gibt ja das Wasserrecht für die Bundeswehr. Einschließlich verschmutzungssrecht??? Da Muße man ja nicht handeln, sagt die juristische Seite des Landratsamtes.