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Sudetendeutsche und Siebenbürger Sachsen Karlspreis für Kardinal Schönborn

In Schwaben und Mittelfranken finden an diesem Wochenende die traditionellen Pfingsttreffen von zwei großen Vertriebenenverbänden statt. Beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg wurde der Europäische Karlspreis an Kardinal Christoph Schönborn vergeben. Auch die Siebenbürger Sachsen begingen ihren Heimattag: Zur Eröffnung sprach Ministerpräsident Söder.

Stand: 19.05.2018

Kardinal Christoph Schönborn | Bild: picture-alliance/dpa

Zum Auftakt ihrer zweitägigen Veranstaltung haben die Sudetendeutschen den Wiener Kardinal Christoph Schönborn mit ihrem Europäischen Karlspreis ausgezeichnet. Der katholische Geistliche, dessen Familie selbst aus Tschechien vertrieben wurde, wurde für seine Verdienste um die europäische Einigung und die Völkerverständigung geehrt. Der Erzbischof sagte, der Karlspreis sei für ihn ein Auftrag.

"Kardinal Schönborn hat sich in zahlreichen Aktivitäten, Schriften und Predigten nachdrücklich für die europäische Einigung, für die Völkerverständigung sowie für die christliche Erneuerung unserer europäischen Kultur eingesetzt", begründete der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, die Ehrung.

Pfingsttreffen in Tschechien denkbar

Seit einigen Jahren stehen die Zeichen auf Entspannung zwischen den Sudetendeutschen und Bayern einerseits und Tschechien andererseits. Nun sei Zeit für den nächsten Schritt, finden die Vertriebenen: Sie können sich vorstellen, in der Zukunft ihr traditionelles Pfingsttreffen in Tschechien zu veranstalten.

Wenn aus einer tschechischen Stadt eine entsprechende Einladung komme, würden die Sudetendeutschen diese prüfen und voraussichtlich annehmen, so Posselt. Der 70. Sudetentag im Jahr 2019 werde in Regensburg stattfinden. Bereits danach sei es denkbar, dass das Jahrestreffen erstmals direkt in Tschechien stattfinde. Als möglichen Ort nannte er Brünn, die zweitgrößte Stadt Tschechiens.

Brücken bauen in die frühere Heimat

Auch die Siebenbürger Sachsen begannen am Samstag mit ihrem großen Pfingsttreffen - im mittelfränkischen Dinkelsbühl. Dort sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Eröffnungsveranstaltung, dass die Siebenbürger Sachsen heute nicht zurückschauten, sondern Brücken in ihre frühere Heimat in Rumänien bauten und damit Europa zusammenbrächten. Am Sonntag wird Söder bei der Hauptveranstaltung der Sudetendeutschen in Augsburg erwartet. Da der Freistaat Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg die Schirmherrschaft für die Vertriebenengruppe übernommen hat, ist Söder der amtierende Schirmherr der Sudetendeutschen.


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Leon , Samstag, 19.Mai, 17:48 Uhr

4. Tolle Geschichte

Hätte er nicht auch noch einen Echo verdient?

Leon , Samstag, 19.Mai, 16:11 Uhr

3. Preisweitwurf

Wow, die haben noch jemand gefunden, der den Preis noch nicht hat? Diese Preise gehen dich sonst weg wie warme Semmeln!

Barbara, Samstag, 19.Mai, 14:34 Uhr

2. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Millionen Deutsche aus Böhmen, Mähren, Schlesien,

Pommern, Ostpreußen etc. in Richtung Bundesrepublik vertrieben. Die Vertriebenen durften pro Person nur 40 Kg mitnehmen. Fast jeder zweite Deutsche war nach dem 2. Weltkrieg ein Heimat-Vertriebener. Seither finden immer zu Pfingsten die sog. "Sudetendeutschen Tage" statt.

Sepp , Samstag, 19.Mai, 14:28 Uhr

1. Mit Preisen ist es wie mit Faschingsorden

Niemand mit Verstand schenkt ihnen sonderlich Beachtung.

  • Antwort von Zwiesel, Samstag, 19.Mai, 16:06 Uhr

    @Sepp:
    Der Karlspreis ist nicht der Ihre, oder?