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"Union der Mitte" Josef Göppel kritisiert CSU-Flüchtlingspolitik: "AfD-Parolen übernommen"

Josef Göppel, CSU-Politiker und Mitglied der Initiative "Union der Mitte", hat den Kurs seiner Partei in der Flüchtlingspolitik scharf kritisiert. "Im Streit um Asyl sind Parolen der AfD übernommen worden und in der Wortwahl wurde der bürgerliche Anstand verlassen."

Stand: 20.07.2018

Josef Göppel betonte im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2, er sei seit 48 Jahre in der CSU, aber erstmals sei sein Vertrauen in die Parteispitze erschüttert worden.

Kritik an Stil und Inhalt der CSU-Flüchtlingspolitik

Er sehe eine Abkehr von der Gründungsidee der Union, in der sich christlich orientierte Menschen zusammengeschlossen haben. Das verlange auch eine ganz bestimmte Haltung, so der frühere Bundestagsabgeordnete Göppel. Probleme habe er nicht nur mit dem Stil, sondern auch mit dem Inhalt der CSU-Flüchtlingspolitik.

"Mir geht es schon auch im Inhalte. Uns unterscheidet von der AfD nicht die Erkenntnis, dass nicht alle nach Deutschland kommen können, die hierher wollen, sondern die Behandlung dieser Menschen." Josef Göppel, CSU

"Niemanden als Asyltouristen abstempeln"

Besonders störe ihn der von Ministerpräsident Markus Söder verwendete Begriff des "Asyltourismus", betonte Josef Göppel.

"Wer eine lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer unternimmt, den kann man nicht als Touristen bezeichnen." Josef Göppel

Fokus auf Flüchtlinge - andere Themen vernachlässigt

Wegen einiger Wählerstimmen habe die CSU die Parolen der Rechten übernommen, kritisierte Göppel seine Partei. Die Fokussierung auf die Flüchtlingsproblematik zahle sich aber nicht aus.

Die Parteispitze vernachlässige andere, wichtige Themen, etwa den Flächenfraß: "Das hat ja auch etwas mit Verfremdung zu tun. Man will sich nach außen abschotten, aber die Verfremdung der Landescharakters lässt man geschehen", sagte Göppel.


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